Kappel-Grafenhausen 3,8 Millionen für die Zukunft

Verantwortliche und Gäste sind mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden: Die Erweiterung der Grafenhausenser Schule nimmt Formen an. Foto: Decoux-Kone

Grafenhausen - Ein weiterer großer Schritt in die neue Kappel-Grafenhausener Bildungslandschaft ist gemacht: Der millionenschwere Erweiterungsbau der Ferdinand-Ruska-Schule feierte am Donnerstag Richtfest.

Richtfest für Ferdinand-Ruska-Schule 

Zahlreiche Gäste, darunter Gemeinderäte, Lehrer, Eltern und Baubeteiligte, schauten zu Zimmermann Lukas Gerlach von der Firma Hausmann auf, als er die gereimten Segenssprüche sprach und sein mehrfach zu leerendes Weinglas schließlich in Glücksscherben zerspringen ließ.

Bürgermeister Jochen Paleit erklärte das Jahr 2020 für geschichtsträchtig, weil insgesamt 25 Millionen Euro in der Doppelgemeinde verbaut werden – neben dem Grafenhausener Schulan- und ausbau fließt Geld in den neuen Kappeler Kindergarten, das dortige Pflegeheim und die Erweiterung des Grafenhausener Gewerbegebiets (wir berichteten). Paleit scherzte, die noch junge technische Bauamtsleiterin Lena Klingner würde, wenn sie so weitermache, Milliarden an Baukosten zu verwalten haben.

Bis auf das Fundament ist alles aus Holz

Die Schulerweiterung ist mit 3,8 Millionen Euro veranschlagt, derzeit mit einem leichten Kostenplus von drei Prozent wegen höherer Ausschreibungsergebnisse. Weitere negative Überraschungen, hofft Klingner, werde es keine mehr geben, stünden doch nur noch Vergaben kleinerer Gewerke an.

Die ehemalige Schulleiterin Maria Gut erklärte, dass man zu ihrer Zeit anfangs "noch im freien Fall gewesen" sei. Nicht zuletzt durch Neubaugebiete und steigende Einwohnerzahlen sei die Ferdinand-Ruska-Schule aus allen Nähten geplatzt. Das, bestätigte ihre Nachfolgerin Katja Wößner, habe bis heute dazu geführt, dass man Behördenvorgaben nur provisorisch (bis hin zu Containern) nachkommen könne.

Drei fünfte Klassen finden Platz im Gebäude 

Deshalb lobte die Schulleiterin den früheren und aktuellen Gemeinderat für ihre Entscheidungen: Die verbauten Millionen für Kinder und Jugendliche seien gut angelegt, zumal sich auch die in Arbeitsteilung mit Rust betriebene Gemeinschaftsschule großen Zuspruchs – auch auswärtiger Schüler – erfreue. Da müssen nun sogar drei fünfte Klassen Platz finden.

Der komplette Neubau ist bis auf das Betonfundament ausschließlich mit Brettsperrholz konstruiert, samt Decken und tragenden Wänden. Der Ruster Architekt Günter Erny erläuterte das Innere, wo neben Mensa und Küche drei Fachräume für Naturwissenschaften und Kunst sowie Abstellräume Platz finden werden. Durch variable Trennwände kann auch Raum für Veranstaltungen geschaffen werden. Schon während der Rohbau-Phase ein Hingucker: der Panorama-Ausblick der Mensa Richtung Süden, wo zusätzlich noch ein Freibereich entstehen soll. Hinter einer wellenartig geformten tragenden Wand verbirgt sich überdies noch ein sogenannter Leiseraum.

Konzept gemeinsam mit Lehrerschaft erarbeitet 

Erny legte Wert darauf zu betonen, dass sein Planungskonzept gemeinsam mit der engagierten Lehrerschaft entwickelt und erarbeitet worden sei.

In einer Woche wird in Grafenhausen damit begonnen, einen Anbau an das Bestandsgebäude der Ferdinand-Ruska-Schule zu errichten, als neuer Lehrer- und Verwaltungstrakt. Dies wie auch der Erweiterungsbau soll, hofft Architekt Günter Erny, spätestens bis Mitte kommenden Jahres planmäßig fertig sein.

Von der Gesamtfläche von 850 Quadratmetern werden dann 670 als schulische Nutzfläche bebaut sein. Dann bleibe noch genug Zeit für Inneneinrichtungen, um pünktlich zum Schulbeginn 2021/22 sämtliche neuen Räume in Betrieb nehmen zu können.

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