Impfen in der Ortenau Jetzt genügend Biontech für Junge

Marco Armbruster
Impfstoff ist vorhanden, Wartezeiten gibt es keine: Der Kreis empfiehlt allen unter 30 Jahren, sich möglichst bald eine Impfung abzuholen. Foto: Kumm

Trotz der Rationierung des Biontech-Impfstoff haben die Impfzentren niemanden abweisen müssen. Tatsächlich appelliert der Kreis nun an die unter 30 Jahre alten, sich schon am Wochenende einen Piks abzuholen – Wartezeiten gebe es keine.

Dass die Impfungen für Ortenauer unter 30 Jahren durch die "stark rationierte" Lieferung des Bundes begrenzt seien, sorgte vergangene Woche für Aufsehen. Nur zehn Prozent des bestellten Biontech-Impfstoffs – der an Menschen unter 30 Jahren verimpft wird – war in der Ortenau angekommen. Die Kreisimpfzentren hatte gar angekündigt, eventuell Impfwillige wieder wegschicken zu müssen (wir berichteten).

So schlimm ist es aber nicht gekommen: "Wir mussten niemanden wegschicken", berichtet Diana Kohlmann, Projektleiterin Impfen des Ortenaukreises, unserer Zeitung am Freitag. Aktuell stehe in den Kreisimpfzentren in Haslach, Lahr, Oberkirch und Offenburg ausreichend Biontech-Impfstoff zur Verfügung. "Wir raten den Impfwilligen unter 30 Jahren jetzt das Wochenende zu nutzen, da wir genügend Impfstoff zur Verfügung haben und es keine Wartezeiten gibt", so Kohlmann.

Waren vor wenigen Wochen Menschen noch stundenlang in der Kälte gestanden, um sich einen Piks in den Arm abzuholen, so hat sich die Situation mittlerweile geändert – von Schlangen keine Spur. "Es ist tatsächlich weniger los als wir bedienen könnten", bestätigt die Projektleiterin. Eigentlich können im großen Offenburger Zentrum auf dem Messegelände und den kleineren in Haslach, Lahr und Oberkirch zusammen rund 4250 Impfungen pro Tag angeboten werden – pro Woche fast 30 .000 Dosen. Die Zentren waren jeweils mit einer "Fast Lane" zur schnellen Auffrischungsimpfung ausgestattet, um der Nachfrage Herr zu werden.

Die ließ über den Jahreswechsel jedoch nach. "Wir haben ungefähr die Hälfte an Auslastung, am gestrigen Feiertag weniger", berichtet Kohlmann am Freitag. Die Struktur sei jedoch gut. "Wir konnten in den Zentren seit der Öffnung am 17. bis zum 31. Dezember über 23. 600 Impfungen durchführen."

Lohnen sich vier Impfzentren bei nur 50 Prozent Auslastung? "Die Auslastung zu Beginn war ja sehr gut; mit dem Impfangebot an den vier Standorten haben wir auf damals sehr hohe Nachfrage reagiert", erläuterte Kreissprecherin Gabriele Schindler auf Nachfrage unserer Redaktion. "Mittlerweile ist die Auslastung nicht wie von uns erhofft; wir werden dies in den kommenden Tagen genau im Blick behalten, prüfen und gegebenenfalls anpassen."

Seit Silvester werden in Haslach und Lahr auch Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren geimpft, in Offenburg bereits seit dem 20. Dezember. "Die Impfungen werden gut angenommen, in allen drei Impfzentren, in denen diese Impfungen möglich sind, kommen über den Tag auch die Kinder unter 12", so Kohlmann.

"Booster" auch für Jugendliche

In allen vier Impfzentren sind nun auch Boosterimpfungen für Jugendliche ab zwölf Jahren möglich, informiert das Landratsamt.  Wie das Land  bereits Ende Dezember mitteilte, ermöglicht der Bund angesichts der nahenden Omikron-Welle auch Auffrischimpfungen von Jugendlichen. Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren sind in Offenburg, Haslach und Lahr möglich. Die vier Kreisimpfzentren haben von Montag bis Freitag von 12 bis 20 Uhr und am kommenden Wochenende von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Ab dem Wochenende vom 15. und 16. Januar öffnen die Zentren von 10 bis 16 Uhr.

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