Impfbus in Ottenheim Drei Stunden warten auf den Piks

Jasmin Lehmann
Die Impfbereitschaft der Bürger in Ottenheim war enorm groß: 282 Pikse konnten die Ärzte verabreichen. Kritische Worte von Seiten der Mediziner gab es aber dennoch – durch die fehlende Technik sei es ein enorm großer logistischer Aufwand. Foto: Lehmann

Ärzte kommen an ihre Grenzen / 282 Bürger immunisiert

Offenburg - Auf Initiative von Ortenauer Ärzten hin hat die SWEG einen Impfbus in Betrieb genommen. Dieser Impfbus hatte am Samstag Halt in Ottenheim gemacht. Von 10 bis 15 Uhr konnten sich Bürger dort ihren Piks abholen – ganz ohne vorheriger Terminabsprache. Bereits vor 10 Uhr schlängelte sich die Warteschlange auf dem Vorplatz der evangelischen Kirche bis hin zum Parkplatz des Marianeums. Wer sich in Ottenheim impfen lassen wollte, brauchte Geduld. Positiv sei immer, wenn auch ein fester Raum integriert werden könnte, sagte einer der Ärzte, Bernhard Wiedemer, der im Innenbereich der evangelischen Kirche die Warteschlange koordinierte. Darüber hinaus sei die Koordination mit den Kommunen immer wichtig – in Schwanau sei dies bestens abgelaufen.

Unterstützung erhielten die Ärzte bei ihrer Impfaktion von den Helfern des DRK-Ortsvereins Meißenheim-Schwanau durch Dirk Weber und Enrico Wacker. Die beiden riefen die Impfwilligen auf und sagten an, wenn diese zu ihrer Impfung an den Bus kommen könnten. Im Bus impften zunächst die drei Ärzte Joachim Götz, Boris Weber und Bernd Fricke. Alle drei hatten alle Hände voll zu tun, sodass zur fortgeschrittenen Zeit auch Wiedemer seine drei Kollegen unterstützte und die Impfungen verabreichte.

282 Impfungen konnten bei der Impfaktion in Ottenheim verabreicht werden. Zu den Impfwilligen gehörten neben dem Ehepaar Zimmer auch Alfred Kopf aus Kürzell sowie Gisela Feindel. Alle vier holten sich am Samstag die Booster-Impfung ab, um sich mehr Sicherheit vor einem schweren Infektionsverlauf zu holen, wie sie sagten. Alle begrüßten die Aktion vor Ort und die kurzen Wege, die dadurch entstanden sind.

Geduld brauchten die Impfwilligen dennoch – trotz gekonnter Koordination und Organisation forderte der Zulauf die Teams, sodass eine Wartezeit von bis zu drei Stunden in Kauf genommen werden musste. Kritische Worte gab es von Seiten der Ärzte, für die die Impfaktionen eine logistische Herausforderung sind. Schnell wurden die Aktionen mit der SWEG organisiert und auf die Beine gestellt. Die Praxis von Weber erledigt die erforderlichen nacharbeiten, die mangels Technik nicht vor Ort erledigt werden können. "Die kompletten Rechner sind nach Stuttgart gegangen, was für uns ehrenamtliche ein großer logistischer Aufwand bedeutet", betonte Götz. Vieles müsse jetzt händisch erfasst und später in die Elektronische Datenverarbeitung übertragen werden.

Für kommende Aktionen sind die Ärzte bereits in Gesprächen mit dem Landratsamt. Es werden derzeit immer wieder Videokonferenzen geführt, um die optimale Unterstützung anzufragen und zu erhalten. Auch die Kapazitäten, insbesondere an Impfstoff, sind aus

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