Ichenheim Neuer Anstrich mit Vergangenheit

Das Gasthaus Löwen erhält einen neuen dunkelroten Anstrich. Im November soll die aufwendige Fassadensanierung abschlossen werden, der Putz ist bereits abgetragen.

 

Ichenheim. "Mir ist im Rahmen der Überlegungen, ob und wie der Löwen saniert wird, bewusst geworden, dass wir eine gewisse örtliche Verantwortung tragen", sagt Gisela Knappmann von der Erbengemeinschaft, der das Gasthaus mit angeschlossenem Festsaal und Wirtschaftsgebäude gehört. Zwar sei es kein Rathaus oder eine Kirche, aber für den Ort habe der Löwen eine besondere Bedeutung, zumal er mitten im Dorf steht.

Neben dem Gasthaus beherbergt das in Hufeisenform angelegte Gebäude auch einen Weltladen und den Kulturverein "Läwe im Lewe" mit seinen Veranstaltungen. Nicht zuletzt wird am Festwochenende zum Ortsjubiläum auch im Löwen gefeiert.

Schon vor 30 Jahren habe man überlegt, ob eine Komplettsanierung machbar ist, erinnert sich Knappmann. Seither gab es immer wieder Überlegungen dazu, aber meist scheiterte eine Umsetzung an den hohen Kosten. Erst als vor einige Jahren eine Förderung des Landes greifbar schien, befasste sich auch die Erbengemeinschaft wieder mit dem Projekt. "Damals hieß es, dass man die Förderung nur erhält, wenn man das komplette Gebäude saniert. Das war dann trotz des Zuschusses für uns finanziell nicht zu stemmen", so Knappmann.

Erst die Nachricht, dass eine Unterstützung vom Land auch bei einer Teilsanierung möglich ist, brachte wieder Bewegung in die Angelegenheit. Die Fassadensanierung kostet 250 000 Euro, 60 000 Euro gibt es als Zuschuss vom Land. Neben dem Hauptgebäude bekommt auch der Festsaal einen neuen Anstrich.

Das in Teilen 200 Jahre alte Gebäude stellt die Handwerker vor große Herausforderungen, wie Bauleiter Egbert Niekamp bestätigt: "Die Sanierung des Löwen ist nichts Alltägliches. Wir haben hier verschiedene Gebäudeteile wie den Festsaal, das Haupthaus und den Anbau, die alle zu anderen Zeiten und auf unterschiedliche Arten errichtet wurden. Das heißt jeder Untergrund reagiert anders auf einen neuen Putz und Anstrich und unsere Aufgabe ist es eine einheitliche Fassade hinzubekommen."

War die Fassade zuletzt weiß gestrichen, wird sie nun dunkelrot. "Die Idee zur Farbe kam von der Malerin Lucia Grün", erklärt Knappmann. Erst danach sei ihr aufgefallen, dass die historische Ansicht des Löwen auf dem Gemälde in ihrem Wohnzimmer auch dunkelrot sei. "Ich habe auch gehört, dass man früher vom roten Löwen gesprochen hat", fügt die 67-Jährige hinzu.

Ende November wolle man mit der Sanierung fertig sein, sagt Niekamp, allerdings hänge das auch von der Witterung ab. Bei alten Gebäuden sei eine genaue Prognose ohnehin nicht möglich.

Aktuell ist der alte Putz bereits abgetragen, sodass man die einzelnen Gebäudeteile erkennen kann. So wird offenbar, dass das Haupthaus des Löwen im Fachwerkstil errichtet wurde.

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