Ichenheim Reitsport: Alexander Schill gewinnt Großen Preis

Ichenheim - Mit dem Sieg des Lokalmatadoren Alexander Schill im Großen Preis von Neuried klang gestern das 40. Nationale Turnier "Ichenheim Classics" vor mehreren hundert Zuschauern aus. Hinter ihn setzte sich die Amazone Pia Reich.

"Genial, einfach genial", fasste die Präsidentin des Pferdesportverbandes Südbaden, Iris Keller, die vier Turniertage auf der Waldreitanlage in Ichenheim zusammen. Seit Donnerstag, 20. Juni, haben sich Reitsportler in insgesamt 32 Spring- und Dressurprüfungen bis zur Klasse S*** gemessen. Das Finale gestern – den Großen Preis von Neuried – entschied Alexander Schill für sich.

Alexander Schill holte sich 2017 bereits schon einmal den Sieg

Dem 34-Jährigen, der in Altenheimer wohnt, gelang dam it nach 2017 bereits zum zweiten Mal der Sieg in dem anspruchsvollen S***-Springen. Dieses Mal saß er im Sattel des 12-jährigen Hengstes Contutto, der drei Jahre lang verletzt war und erst seit 2018 wieder im großen Sport geht. Der für den Reiterverein Ichenheim startende Schill blieb unter den vier Startern im Stechern als Einziger fehlerfrei, die frischgebackene südbadische Meisterin Pia Reich (RV Dreiländereck) war zwar eine Sekunde schneller, hatte aber einen Abwurf. Sie wurde aber als erfolgreichste Amazone des Turniers geehrt. Dritter war mit einem Abwurf und einer langsameren Zeit Tabea Lausenmeyer aus Frankenhard, vierter, mit zwei Abwürfen, Timo Beck, der in Kehl seinen Turnierstall betreibt.

In dem anspruchsvollen, von Peter Schumacher gebauten Parcours, gab es im Umlauf reihenweise ein Favoritensterben: Vorjahressieger Peter Hertkorn schied aus, nachdem seine Stute Canturia zweimal verweigert hatte. Markus Kölz (Burkardshof), der zuvor beide Qualifikationen gewonnen hatte, warf mit seinem Pferd Dornadello auch eine Hindernisstange ab und setzte sich letztlich auf den siebten Platz. Zeitgleich Siebter wurde Jochen Teufel vom Reitclub Altenheim mit einem Abwurf. Er sammelte in Ichenheim viele Platzierungen und wurde als erfolgreichster Reiter aus der Ortenau geehrt.

Einen Abwurf im Umlauf hatte auch Nationenpreisreiter Hans-Dieter Dreher, der nur seine "zweite Garde" dabei hatte, weil sein "Aushängeschild im Stall" nächstes Wochenende international in Monaco gehen wird. Er hatte trotzdem "viel Spaß hier, bei diesem top organisierten Turnier", wie er sagte. Olympiasieger Michael Jung war nur am Freitag am Start, da er am Samstag, wie er erklärte, bei einer Hochzeit eingeladen war. Trotzdem sammelte er viele Platzierungen. Für besondere Leistungen wurde der für Ichenheim startende Tobias Müller geehrt, der bei den "Ichenheim Classics" in seinem ersten S-Springen gleich zwei Nullrunden ritt und damit Bronze bei den Südbadischen Meisterschaften der Jungen Reiter gewann. Seine Vereinskollegin Jara Krieg gewann in den beiden Kategorien "Children" und "Pony–Springen" jeweils eine Bronzemedaille.

Stephanie Witzemann aus Winterlingen gewinnt die S-Dressur

Sehr gute Leistungen gab es auch in den Dressurprüfungen, wobei es dort ein Wiedersehen mit dem in Bad Boll lebenden Profi Michael Bühl gab, der viele Jahre in Gengenbach tätig war. Er gewann eine M-Dressur und errang mehrere Platzierungen. Eine S-Dressur gewann Stephanie Witzemann, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Andy, der im Springsattel in Ichenheim auch in S- und M-Prüfungen siegreich war, einen Turnier- und Ausbildungsstall in Winterlingen betreibt. "Von der Gastronomie über den Stall bis zum hervorragenden Turnierplatz gibt es hier eine gute Organisation, deshalb kommen wir immer wieder hierher", lobte Andreas Krieg, der schon viermal den Großen Preis von Neuried gewinnen konnte. Sein erfolgreicher Sohn Niklas kam leider nach zwei Abwürfen nicht ins Stechen.

Einer der drei Vorsitzenden des RV Ichenheim, Reinhard Schill, dankte vor der Hauptprüfung allen Helfern und Sponsoren der Großveranstaltung, bei der auf Bitten des Verbandes auch 2020 wieder die Südbadischen Meisterschaften ausgetragen werden.

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