Hornberg "Wir sind in der guten Sache vereint"

Luca Weisser (von links), Mit-Organisatorin Luisa Nicoletta und Spender Mathias Klotz freuen sich über den Erfolg. Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Ein junger Familienvater schöpft neuen Lebensmut, weil er eine Stammzellenspende erhalten hat. Er ist einer von zwei Empfängern, der von den Aktionen der Handball-Spielgemeinschaft Hornberg/Lauterbach/Triberg (SG HLT) profitieren konnte.

Hornberg. Aufgrund der Pandemie sind dieses Jahr keine Vor-Ort-Aktionen möglich, doch eine Registrierung ist von zu Hause aus ebenfalls machbar. Auch in der Corona-Krise benötigen Blutkrebspatienten auf der ganzen Welt weiterhin dringend Hilfe, betont Luca Weisser, Mit-Initiator der Kampagne, im Telefonat mit dem Schwabo.

Nur ein Drittel der Patienten finde innerhalb der eigenen Familie einen geeigneten Spender. "Erfahrungsgemäß ist die Hemmschwelle bei Veranstaltungen wie unserem Freestyle-Turnier durch den persönlichen Kontakt niedriger", erklärte Weisser und erinnert an den ersten geeigneten Stammzellenspender, der beim Turnier der Handballer ermittelt wurde. Ein Zweiter sei bei einer gemeinsamen Typisierungsaktion mit dem Historischen Verein bei der Aufführung von "Tussipark" gefunden worden.

Mittlerweile haben sich auch weitere Vereine wie die Buchenbronner Hexen und die Narrenzunft der Initiative angeschlossen. Mit den verschiedenen Vereinsvorständen ist laut Weisser überlegt worden, wie trotz der abgesagten Veranstaltungen möglichst viele potenzielle Spender erreicht werden können: Schnell war klar, dass das Internet eine geeignete Plattform dafür bietet. Dazu gehört ein Videoclip auf der Homepage des Vereins, in dem der ehemalige Handballtorwart mit Stammzellenspender Mathias Klotz darüber spricht, wie einfach es ist, ein Lebensretter zu werden.

DKMS informiert auf ihrer Internetseite

Wie so viele hatte Klotz schon öfter über Blutkrebs und die lebensrettende Stammzellenspende gehört und gelesen, ist aber bis zum Freestyle-Turnier der Handballer nie aktiv geworden. Dort hatte er sich registrieren lassen und erhielt runde zwei Monate später den Bescheid der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei), dass er ein geeigneter Spender sei. "Es folgten mehrere gründliche Untersuchungen beim Hausarzt und in Freiburg und dann erhielt ich fünf Tage lang täglich zwei Spritzen", beschreibt Klotz das Vorgehen in dem Clip.

Freimütig bejaht er in dem Interview hoch über Hornberg die Frage von Weisser, ob er Angst "vor dem Tag X" gehabt hätte. Fünf Stunden dauerte das Prozedere, das ähnlich einer Blutplasmaspende abläuft. "Letztendlich war es Pipifax im Vergleich dazu, ein Leben retten zu können", resümiert Klotz, der anschließend gleich nach Hause durfte.

Der Bericht, so hofft Weisser, wird der Initiative Aufwind geben. Ziel sei, in einer großen Vereinsgemeinschaft zusammen etwas zu bewegen. Die Motivation liege in dem Bewusstsein der sozialen Verantwortung, die verspürt werde, meinte Weisser auf Nachfrage. Auch in früheren Jahren habe die SG Aktionen veranstaltet – so wurden unter anderem Spendengelder für ein Waisenhaus in Südamerika gesammelt.

Der gebürtige Hornberger betont, dass viele Helfer der Initiative zum Erfolg verhelfen. "Dass wir als Gemeinschaft etwas Soziales auf die Beine stellen, zeigt den Zusammenhalt in der Region. Da ist es egal, ob man Tischtennis oder Handball spielt, turnt oder kickt, in der Narrenzunft oder bei den Hexen aktiv ist, in der guten Sache sind wir vereint", beschreibt Weisser den Tenor aller beteiligten Vereinen aus Hornberg und Umgebung.

"Es kann so unkompliziert sein, ein Menschenleben zu retten", verwies der 30-Jährige auf das Spender-Set, das die DKMS auf Anfrage nach Hause schickt. Es enthält drei Stäbchen für den Wangenabstrich, ein Infoblatt und ein Formular, das es auszufüllen gilt. Auch ein Umschlag für die Rücksendung liegt dem Set bereits bei.

Die DKMS informiert ausführlich über die Aktion und die beteiligten Vereine. Auch das Interview findet sich auf der entsprechenden Internetseite: www.dkms.de/matze-hat-gespendet

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