Hornberg Viel Bürokratie ist notwendig

Andrea Furtwängler-Joos (von links) Jacqueline Giessmann und Thomas Schellinger-Pusler sind mit den Vorbereitungen des Impftermins im Hornberger Stephanus-Haus beschäftigt.Foto: Kornfeld Foto: Schwarzwälder Bote

Die Vorbereitungen für die Impfaktion im Hornberger Stephanus-Haus laufen auf Hochtouren. Für Verbundleiter Thomas Schellinger-Pusler ist der Impfstoff ein " Hoffnungsthema".

Hornberg. "Wenn Pflegende und Heimbewohner geimpft sind, bin ich guter Hoffnung, dass wir die Pandemie in den Griff bekommen und ein Weg in das Gemeinwesen wieder möglich ist", sagt er im Gespräch mit dem Schwabo.

Im Sommer hätten zwar Gottesdienst und Konzerte draußen stattfinden können, die Bewohner konnten jedoch nur vom Balkon zusehen. Für diejenigen, die nicht aufstehen konnten, wurden die Fenster geöffnet, damit sie zuhören konnten. "Sonst kam nichts von außen, keine Trachtengruppe, kein Chor. Es waren immer nur die Bewohner und die Mitarbeiter da", so Schellinger-Pusler.

Zunächst ist ein Run losgegangen

Der Verbundsleiter, die Pflegedienstleiterin Jacqueline Giessmann und die Leiterin der Betreuung, Andrea Furtwängler-Joos, koordinieren die Vorbereitungen für die Impfungen. Und dafür ist viel zu beachten. So muss beispielsweise der Hausarzt die Impffähigkeit bestätigen und der Impfling beziehungsweise der sein gesetzlicher Betreuer müssen ihre Einwilligung abgeben.

"Als es hieß, am 27. Dezember geht es los, ging ein Run los", berichten die drei. Einige Angehörige seien davon ausgegangen, dass sofort am 27. geimpft würde. "Es kamen viele Fragen, aber es steht und fällt mit der Einwilligung. Solange wir nicht alle Antworten haben, gibt es keinen Termin", so Gießmann. Die Angehörigen seien vor Weihnachten angeschrieben worden, aber es seien noch nicht alle Antworten zurück. Das könne unter anderem auch daran liegen, dass die sehr umfangreichen Unterlagen per Post verschickt werden.

Problematisch sei das auch im Hinblick darauf, dass die Impffähigkeit ganz kurz vor dem Termin bestätigt werden muss. Wenn der Termin sich also durch die verspätete Einwilligung verzögert, muss die Bestätigung erneuert werden. Es muss beispielsweise ausgeschlossen werden, dass im Zeitraum von 14 Tagen vor der Impfung ein Infekt vorlag.

Erst wenn die Unterlagen für alle zu impfenden Bewohner und Mitarbeiter vorliegen, beginnt die Registrierung und der Termin kann beantragt werden, berichten die drei. Dann werde jeder Impfling auf einer Plattform erfasst und ein QR-Code werde generiert. Für jeden wird eine Impfmappe angelegt.

Das alles bedeutet einen bürokratischen Aufwand für das Personal in einer an sich schon belastenden Situation. "Die Bewohner stellten uns auch oft Fragen zum Impfen, beispielsweise ›wieso soll ich in meinem Alter eine Impfung bekommen, andere brauchen es eher‹", erzählt Jacqueline Giesmann. Der weitaus größte Teil der Bewohner und Angehörigen befürworte die Impfung. Es sei es auch vorgekommen, dass sich Angehörige gleich mit impfen lassen wollten, was natürlich ausgeschlossen ist. Gießmann und Schellinger-Pusler berichten von einem Angehörigen, der allerdings eine große Ausnahme sei. Er lehnte die Impfung seines Verwandten ab und lieferte gleich eine sechsseitige Begründung, verbunden mit massiven Drohungen, dazu mit, für den Fall dass man sich seinem Willen widersetze. "Dinge die woanders falschlaufen werden hier abgeladen", so der Verbundleiter.

Er ist sich sicher, dass im Laufe der kommenden Woche alle Unterlagen beisammen sind und das Stephanus-Haus einen Impftermin bekommen wird. Die Impfbereitschaft unter den Mitarbeitern des Stephanus-Hauses bezeichnet Schellinger-Pusler als hoch.

Problematisch ist laut Verbundleiter Schellinger-Pusler dass für die Vergabe der Impftermine die 116117 angegeben wird. dieses sei die Nummer des Bereitschaftdiensts, die dadurch oft besetzt sei. Das hat zur Folge, dass in einigen Fällen der Notarzt gerufen wurde, obwohl der Bereitschaftsdienst ausgereicht hätte.

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