Hornberg Stadthalle bekommt zwei Anbauten

Die Hornberger Stadthalle bekommt zwei Anbauten. Das hat der Gemeinderat am Donnerstagabend beschlossen. Mit der Optik der Fassade waren die Räte jedoch nicht zufrieden.

Hornberg. Holz oder Glas? Diese Frage beschäftigte das Gremium, als die Architekten Werner Schmid und Jochem Fritsch die Pläne für zwei Anbauten vorstellten, die jeweils berg- und talseits der Stadthalle im Zuge der Sanierungsmaßnahmen gebaut werden sollen. Mehrheitlich einig waren sich die Räte darin, dass weder die eine noch die anderen Fassaden-Variante optisch ansprechend ist. Rückblick: Wie Bürgermeister Siegfried Scheffold das Gremium informierte, habe sich im Arbeitskreis Stadthallensanierung, in dem auch Vertreter der Hornberger Vereine aktiv sind, drei "wesentliche Änderungen ergeben", um die Funktionalität der "Holzwurmhalle" zu verbessern: So möchten die Vereine das Foyer besser nutzen, das Stuhl- und Tischlager extern auslagern sowie die Küche und Theken im Erdgeschoss zusammenbringen. Auf dieser Grundlage entstand der Wunsch nach zwei Anbauten in der Größenordnung von jeweils 9,40 Meter Länge und vier Meter Breite. Während im Anbau bergseits ein Stuhl- und Tischlager untergebracht wird, sollen talseits ein Anbau für die Küche und Theke entstehen.

Denkmalschutz: Die Stadt Hornberg führte kürzlich gemeinsam mit den Denkmalschutzbehörden und den Architekten Gespräche, ob Anbauten bei dem Gebäude aus dem Jahr 1938 möglich sind. Laut Scheffold spricht sich der Denkmalschutz dafür aus, gibt aber Vorgaben zur Optik vor, um so viel Original-Fassade wie möglich zu erhalten. Vorgabe sei unter anderem, dass sich die Gebäude rein äußerlich ganz klar von der Stadthalle absetzen müssen. Die Pläne: Architekt Fritsch präsentierte den Räten die bisher erarbeiteten Pläne. So soll der Eingang ins 100 Quadratmeter große Foyer mit "großen, einladenden Glaselementen" gestaltet werden, die die Umgebung widerspiegeln. Neben dem verglasten Windfang ist beidseits eine Festverglasung bis zur bestehenden Fassadenöffnung vorgesehen. Von den je zweimal drei Fensteröffnungen wird jeweils die mittlere Öffnung zur Fluchttür. Die beiden Notausgänge sollen jedoch so unauffällig wie möglich gestaltet werden.

Die Fenster sollen in ihrer Optik erhalten bleiben. Gleiches gilt laut Fritsch für die Empore. Wenn Küchen und Theke in den Anbau talseits ausgelagert werden, entsteht im Erdgeschoss Platz für Hausmeisterbedarf. Außerdem, so ergänzte Scheffold, soll im Untergeschoss der Kassenraum unterkommen: "Das wurde einvernehmlich mit den Vereinen besprochen." Die zwei Stufen vor der Stadthalle bleiben aus Denkmalschutzgründen erhalten, lösen sich vor der Eingangstür zu einer sechseinhalb Meter breiten Rampe auf, damit die Halle barrierefrei zugänglich ist. Fassade: Die neuen Anbauten stehen auf einem Sockel und sind vom bestehenden Gebäude mit einer Fensterfuge gelöst. Die Frage ist nun, welches Material die Fassade der neuen Anbauten erhalten soll. Fritsch stellte zwei Varianten vor, die aus Sicht des Denkmalschutzes in Ordnung seien: Eine Emalit-Verglasung oder eine rot-braune Holz-Fassade mit vertikaler Lattung. Die Architekten Schmid und Fritsch favorisierten die moderne Glasvariante gegenüber der rustikaleren Holzvariante. Für die Glasanbauten betragen die Kosten nach derzeitiger Schätzung insgesamt rund 297 000 Euro brutto. Meinungen: "Vorstellen kann ich mir beides", richtete Bürgermeister an das Gremium. Erich Fuhrer (CDU) befand, dass er zwar beiden Varianten "etwas abgewinnen könnte", aber die Fassade sicherlich keinen "Schönheitspreis" gewinnen würde. Bei einer Glasfassade sei sicherlich die Reinigung aufwendiger, was die Architekten verneinten. Michael Tischer (CDU) schlug eine "filigrane Glas-Stahl-Konstruktion" als Gegenentwurf vor. Dies hatten die Denkmalschutzbehörden jedoch im Vorfeld abgelehnt, informierte Scheffold-

Jörg Fehrenbacher (Freie Wähler) lobte die Gestaltung des Eingangsbereichs, sprach sich aber auch gegen die Varianten zur Gestaltung der Anbauten aus: "Schön ist wirklich anders". Er würde eine Kombination aus Holz- und Glasbau vorziehen. Eric Küffer (SPD) favorisierte hingegen die Glas-Variante: "Das bringt richtig Leben in die Sache." Beschluss: Auf Vorschlag von Bürgermeister Scheffold einigten sich die Räte, bei einer Gegenstimme (Fehrenbacher, FW) dass die Stadthalle zwei Anbauten mit einer Glas-Fassade bekommt, sie aber noch nicht dem aktuellen Entwurf der Architekten zustimmen. Fritsch und Schmid erhielten den Auftrag, die Gestaltung der Glas-Fassade zu überarbeiten und die Kostenschätzung fortzuschreiben. Der finale Entschluss zur Fassadengestaltung fällt in der Sitzung am 15. Januar.

Zudem beschloss das Gremium, für den Bau einer separaten Holzhackschnitzelanlage – die auch das Stadthallenverwalterhaus, Werderstraße 15 und 17 und optional den evangelischen Kindergarten versorgen könnte – Angebote von Fachingenieuren und Statikern einzuholen und die Planung durch die Architekten Schmid und Fritsch ausführen zu lassen.

Über den weiteren "Fahrplan" der Stadthallensanierung berichten wir noch.

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