Hornberg "Ordnungsfreak" mit Blick fürs Wesentliche

José Manuel Schloss wohnt seit zwei Wochen wieder fest in Hornberg und benötigt für seine Kreativität mehr Raum. Im Hornberger ZIG hat er jetzt sein eigenes Atelier eröffnet, in dem er sich neben der Arbeit auf viele kunstvolle Kontakte freut.

Hornberg. "Ich brauche deutlich mehr Platz zum Arbeiten, alles ist professioneller geworden", erklärt der junge Hornberger seine Motivation. Anfang des Jahres habe er das Atelier im ZIG (Zentrum für Innovation und Gewerbe) angemietet und neben dem Studium in Kassel nach und nach renoviert. Und so hatte es eine ganze Weile gedauert, bis in dem ehemaligen Industrie-Raum alles so war, wie José Manuel Schloss sich das vorgestellt hatte. "Ich befasse mich viel mit mentaler Ordnung, das hatte auch Einfluss auf die Einrichtung des Ateliers", erzählt der 25-Jährige im Gespräch mit dem Schwabo.

Atelier wird ein Stück weit auch zur Galerie

In dem großzügigen Raum mit seinen hohen Decken und den wenigen Möbelstücken wirken seine Werke mit minimalistischen Motiven auf ihre eigene Weise, das Atelier wird damit ein Stück weit auch zur Galerie. Er habe sich einen Platz zum Arbeiten geschaffen und einen Platz, an dem er sich mit Kunstinteressierten und Kunden treffen könnte. "Ich bin megaglücklich über das Atelier", bekennt José Manuel Schloss und will dort auch seine Abschluss-Arbeit zum Diplom-Produktdesigner schreiben.

Es fühle sich nach der richtigen Richtung an, denn auch das Malen habe mittlerweile eine geschäftliche Ebene erreicht. Zu jedem Künstler gehöre jedoch ein Raum, in dem er sich ausleben könne. Was der junge Hornberger allerdings nicht leiden kann, ist ein kreatives Chaos, in dem alles herumliegt.

Sich selbst bezeichnet er als Ordnungsfreak, der dazu neigt, viele Projekte auf einmal anzugehen. Doch die Corona-Krise habe ihn auch gelehrt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Deshalb befasst er sich jetzt vorrangig mit der Abschluss-Arbeit, für die er sich dem Konsumverhalten mit Blick auf die Nachhaltigkeit widmen wird.

Ein Stück weit auch ins ZIG passend will er ein Büro-Modul entwickeln, das die Grundausstattung eines Existenzgründers abdeckt. Darüber hinaus will er passende Möbel entwerfen und auch sein eigene Atelier mit weiterem Mobiliar ausstatten. In Sachen Kunst ist es dem jungen Hornberger wichtig, dass sie für alle zugänglich ist.

Atelier in Berlin wäre ein großer Wunsch

Deshalb freue er sich nach vorheriger Anmeldung per E-Mail unter info@j-schloss.com sehr auf kunstinteressierte Gäste. "Alle sehnen sich nach Neuem", ist sich Schloss sicher. Ob er für immer in Hornberg bleiben wird, steht für ihn noch nicht fest. Denn eigentlich wäre ein Atelier in Berlin sein großer Wunsch, oder wären auch die Niederlande ein erstrebenswertes Ziel. Doch zu so einem Schritt gehöre viel Mut – und damit wolle er sich erst im kommenden Frühjahr auseinandersetzen.

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