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Dem verwaisten Traditionsgasthaus Rössle möchte Christoph Nobs wieder Leben einhauchen.                                                        Foto: Stangenberg Foto: Schwarzwälder Bote

Wer Interesse an dem Projekt hat, kann sich an Pfarrer Christoph Nobs, E-Mail christoph.nobs@hausach-hornberg.de oder Telefon 07831/ 96 69 90 im Pfarrbüro Hausach wenden.

Hornberg-Niederwasser (lst). Das Gasthaus Rössle an der B 33 ist seit Monaten verwaist. Pfarrer Christoph Nobs möchte das ändern – und sucht Mitstreiter, die sich für den Erhalt der Traditionswirtschaft einsetzen wollen.

Bereits während der Fastnachts-Saison meldeten die damaligen Pächter das Gewerbe bei der Stadt ab und wohnen nicht mehr in Hornberg. Nobs, der seit Palmsonntag als Pfarradministrator in der katholischen Seelsorgeeinheit Hausach-Hornberg wirkt, berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung, wie er das "Rössle" zum ersten Mal besuchen wollte.

"Ich hatte mir aus Neugierde das ›Haus der Schwarzwalduhren‹ der Familie Herr angeschaut, die auch die Besitzer des Gasthauses sind", so Nobs. Anschließend habe er im "Rössle", das auf der gegenüberliegenden Straßenseite an der B 33 liegt, etwas trinken wollen und stand vor verschlossenen Türen. "Ich war erst einmal gefrustet", erzählt er. Die Besitzer-Familie Herr plant, das "Rössle" zu verkaufen – und gerade hier möchte Nobs einspringen, denn er sieht viel Potenzial in dem Traditionsgasthaus.

Der Geistliche hat die Idee, für den Kauf des "Rössles" einen Verein oder eine Genossenschaft zu gründen. Diese könne im nächsten Schritt mit eigenen und fremden Finanzmitteln das Haus erwerben und auf dreierlei Weise nutzen: Der Verein, die Genossenschaft würde dort ein Tagescafé und Vesperstübchen betreiben, wo die Touristen einkehren, die auf dem benachbarten Parkplatz Halt machen und das Uhrenspiel-Geschäft besuchen. Als Zweites schwebt Nobs ein Dorfladen vor, in dem Landwirte aus der Region ihre Produkte wie Speck, Eier und Brot verkaufen könnten. Und nicht zuletzt soll Niederwasser dadurch wieder ein Gasthaus erhalten, das an bestimmten Tagen abends geöffnet ist.

Warum möchte sich der Geistliche überhaupt für den Erhalt der Kneipe einsetzen? "Mir geht es nicht um das Geschäft oder den Profit", sagt er. Vielmehr sieht er das Projekt "Rössle" als eine Form der Seelsorge. Durch Gespräche mit der Bevölkerung habe er rausgehört, dass in Niederwasser ein Gasthaus für die Dorfgemeinschaft fehlt. Und vor allem könnten Landwirte mit dem Dorfladen und dem Verkauf ihrer Produkte eine zusätzliche Zukunftsperspektive haben. Nobs sieht sich selber nicht als "Chef" oder Vorsitzenden, sondern als Impulsgeber. Das Projekt soll von engagierten Bürgern aus Niederwasser und Umgebung getragen werden. Er würde in der Startphase die Koordination übernehmen. Bisher hat Nobs vier Rückmeldungen von Bürgern, die sich am Projekt beteiligen möchten. Dies kann durch eine Mitgliedschaft oder einen finanziellen Beitrag sein.