Hornberg Kirchenraum wird durch "Boxen" etwas kleiner

An diesen Modellen erläuterte Architekt Baurmann die Umbaumaßnahmen. Links im Bild der Eingangsbereich, rechts der Raum vor dem Altar. Foto: Gebauer Foto: Schwarzwälder-Bote

Architekt stellt in Hornberg evangelischer Gemeinde seine Pläne für Umgestaltung vor / Diskussion über Kinder im Gottesdienst

Von Fritz Gebauer

Hornberg. In einer Sitzung des Kirchengemeinderates der evangelischen Gemeinde Hornberg gab es am Donnerstagabend umfangreiche Informationen für die Gemeindeglieder zur geplanten Umgestaltung und Renovierung ihres Gotteshauses.

Eine solche Sitzung öffentlich und in der Kirche abzuhalten, wurde vom Vorsitzenden. So konnte aber von jedermann das Objekt vor Ort von jedem unmittelbar in Augenschein genommen und Details eindeutig veranschaulicht und beschrieben werden.

Vom Kirchenältesten Reinhard Lehmann herzlich begrüßt, gab Architekt Henning Baurmann den zahlreichen Besuchern ausführliche Informationen sowohl über den Umfang der Bauarbeiten als auch über die voraussichtlichen Kosten.

Die grob veranschlagten 500 000 Euro, von denen die Gemeinde 150 000 Euro aufzubringen hätte, die man nicht gerade "aus der Portokasse" zahlt, wird das Projekt mit Umsicht und großer Sorgfalt angegangen.

Die markantesten Änderungen wird es im Eingangsbereich sowie im Raum vor dem Altar geben. Unmittelbar am Eingang sollen demnach beiderseits des Mittelweges zwei "Boxen" entstehen, die vielseitig verwendbar sind, beispielsweise als Eltern-Kind-Box oder als kleine Gruppenräume. Der dadurch etwas kleiner werdende Kirchenraum werde aber immer noch 200 Sitzplätze haben sowie weitere auf der Empore.

Ein anderes Detail ist das zwischen Altar und den ersten Sitzreihen vorgesehene Podest, das diesen Teil des Kirchenschiffs anhebt, optisch und akustisch besser zur Geltung bringt, beispielsweise für Auftritte von Chören oder Spielgruppen. Auf der Agenda stehen aber auch ein neuer Fußbodenbelag und Reparaturen am Kirchendach. Außerdem sollen die Bänke gegen eine Bestuhlung ausgetauscht werden. Da sie aber unter Denkmalschutz stehen, müssten sie aufbewahrt werden, hieß es. Sonst seien weiter keine schweren Eingriffe vorgesehen, weil man "das zarte, dezent barocke Erscheinungsbild bewahren" wolle, wie der Architekt es sinngemäß formulierte.

Von Gemeindeglied Horst Reutter auf Einsparmöglichkeiten angesprochen, meinte Architekt Baurmann, man sollte das Projekt primär nach architektonischen Gesichtspunkten gestalten und nach der beabsichtigten optischen Wirkung.

Freilich entwickelte sich auch eine Diskussion darüber, ob Kinder im Gottesdienst grundsätzlich anwesend sein sollen oder ob sie nicht besser separat betreut werden, damit der Gottesdienst entspannter verläuft. Hierbei könnten die Boxen am Eingang hilfreich sein. Beide Meinungen wurden geäußert, als Pfarrer Thomas Krenz die Frage stellte, wie Eltern und Gemeinde darüber denken. Unruhige Kinder können im Gottesdienst zuweilen sehr heftig werden, wusste man aus Erfahrung, ebenso sei aber auch schon massive Kritik geübt worden, als den Eltern auffälliger Kinder der parallele Kindergottesdienst empfohlen wurde.

Pfarrer Krenz: Jung und Alt sollen sich im Gotteshaus wohlfühlen

Pfarrer Krenz stellte dazu fest, dass er sich von Kindern noch nie gestört gefühlt habe. Ihm sei wichtig, möglichst viele Menschen und natürlich auch junge Familien im Gottesdienst zu erreichen. Grundsätzlich sollten sich Jung und Alt im Gotteshaus wohlfühlen.

Der Finanzierung des Eigenanteils der Gemeinde kommt nun aktuelle Bedeutung zu. Architekt Baurmann hielt es für sinnvoll, wenn der Eigenanteil bei Baubeginn vorhanden ist. Und er riet den Verantwortlichen, die Sache möglichst rasch anzupacken, Sponsoren suchen, einträgliche Aktionen zu starten – und auch bei der politischen Gemeinde nachzufragen.