Hornberg Hexenhaus wird zur Arztpraxis

Hornberg - Rund 1000 Hästräger haben am Sonntag am großen Fasnetsumzug teilgenommen. Einheimische Gruppen, Musiker und Gastzünfte aus Nah und Fern zogen durch das bunte Hornberger Städtle.

Göttlicher Beistand für die Narren

Nachdem sich die Narren am Vormittag in der katholischen Kirche noch göttlichen Beistand geholt hatten (wir berichten noch), tummelten sich um die Mittagszeit verschiedene Gruppen vor der Firma Duravit, in der Stadthalle oder im Narrendorf auf dem Bärenplatz. Zwar hingen einige graue Wolken über der Stadt und auch der Wind holte ab und an kräftig aus – aber die Narren konnten trockenen Fußes durch Hornberg ziehen.

Gutsele und Schabernack

Angeführt wurde der Umzug traditionell von der Narrenzunft Hornberg: Vorneweg zog der Hofschlurfe, dem der gut gelaunte Narrenrat, die Brunnenhansele und die Hornberger Hörner folgten. Mit musikalischer Unterstützung der Stadtkapelle schunkelten und sangen sie mit den Zuschauern, verteilten Gutsele an die Kinder und trieben so manchen Schabernack mit dem Publikum am Straßenrand.

Besonderer Hingucker des Umzugs waren auch die Wagen der Hornberger Schloßberghexen und der Galgenhexen vom Tunnelberg sowie das quietschgelbe Auto der Plastikhexen.

Ärztemangel in Hornberg Thema

Zahlenmäßig imponierten die Buchenbronner Hexen, die mit ihrem Umzugswagen den Ärztemangel in Hornberg thematisierten. Mit dem Schriftzug "Hornbergs Ärzteversorgung ist recht knapp, doch wir Hexen machen niemals schlapp.

Macht euch frei und zieht euch aus, wir untersuchen euch im neuen Hexenhaus!" und musikalisch untermalt mit der Titelmelodie der Fernsehserie "Schwarzwaldklinik" warben die Hexen für ihre eigene Arztpraxis, die wohl im neuen Vereinsheim unterkommen wird.

Die Hexenmusik unter Leitung von Eric Küffer unterhielt das Hornberger Narrenvolk mit toller Stimmungsmusik.

70-jähriges Jubiläum der Narrenzunft

Zu den einheimischen Gruppen gehörten auch der Musik- und Trachtenverein Reichenbach. Der Musikverein und Trachtenkapelle hatte sich extra zum 70. Bestehen der Hornberger Narrenzunft ganz besonders in Schale geschmissen: und so marschierten zahlreiche musizierende "Geburtstagskerzen", gefolgt von galanten Geburtstagspartygästen im Frack, durch die Stadt.

Unter den Gästen waren unter anderem die "Freie Deifel’s Hexa" aus Tübingen, die ihren eigenen kleinen Hexenkessel mitbrachten. Ihre akrobatisches Können bewiesen der Narrenverein "Hölla-Hexa" aus Ehingen. Die Zunft sorgte während des Umzugs immer wieder für kleine Vorführungen auf ihren Besen.

Bunte Figuren und Kostüme

Eine Augenweide waren auch die bunten Häser der Rohrer Waldhexen und der Narrenzunft Wurmlingen. Von der Narrenzunft Gäufelden waren die Figuren "Peschtdeifel" und "Aggermoggele" mit in Hornberg dabei und zogen die Blicke der Zuschauer auf sich.

Neben den "Kirnburg Monster" aus Bleichheim waren zudem die Stegler Hexen aus Offenburg in Hornberg am Start. Darauf folgten die Mönchsgraben Hexen, die Hutzelgeister Forbach und die Domänenwaldgeister Bad Rotenfels. Für gute Stimmung sorgten die Musiker der Bergstadtfetzer aus St. Georgen.

Feierstimmung bis zum Schluss

Den mehr als eine Stunde dauernden Umzug schlossen die Raschdadder Schdaffelschnatzer/Schdaffelhex und die Walterschwierer Wurzelbäre, die genauso wie die anderen Gastzünfte von den Hornberger Fasnetgruppen und den Zuschauern am Straßenrand gefeiert wurden.

Die Hornberger feierten am Sonntagabend noch ihren großen, traditionellen Zunftball, der in diesem Jahr ganz im Zeichen des 70. Geburtstag der Narrenzunft Hornberg stand (wir berichten noch ausführlich).

So ging es weiter

Am Montag, 24. Februar, ist es ein wenig ruhiger im Hornberger Städtle, da einige Fastnachtsvereine an auswärtigen Umzügen teilnehmen. Am Dienstag geht es mit dem Kinderumzug und dem Kinderball weiter. Abends startet um 18.30 Uhr der Fackelumzug ab Stadthalle zur Fasnetsverbrennung beim Viadukt.