Hornberg Heidi findet ein richtiges Zuhause

Hornberg - Freundschaft, Heimweh, Liebe – und die Sehnsucht nach einem richtigen Zuhause sind nur einige Themen, die das Stück "Heidi" aufgreift. Die Freilichtbühne Hornberg ist am Samstag mit einer umjubelten Aufführung in ihre 65. Saison gestartet.

Heidi (Lene Breithaupt und Linda Duffner) ist ein fröhliches Mädchen. Als ihre Tante Dete (Nathalie Braitsch) in der Großstadt Frankfurt Karriere machen möchte, bringt sie das Waisenkind kurzerhand zum Großvater in die Schweiz. Der "Alm-Öhi" (Klaus Raith) ist ein wortkarger und auf den ersten Blick grummeliger alter Mann. Doch seine lebensfrohe Enkelin erobert nicht nur das Herz des "Öhis", sondern aller "Dörfli"-Bewohner im Sturm.

Freundschaft schließt sie schnell mit dem gleichaltrigen Peter (Ben Heyl und Moritz Wöhrle) und seinen munteren "Ziegen" – den heimlichen Stars des Stücks. Die jüngsten Ziegen-Darsteller sind gerade mal drei Jahre alt und brauchen sich mit ihrer Leistung nicht hinter den älteren Schauspiel-Kollegen verstecken.

Heidi blüht in den Schweizer Bergen richtig auf – bis eines Tages ihre Tante Dete wieder vor der Tür steht und sie mit nach Frankfurt nimmt. Dort soll das Mädchen der Tochter des reichen Herrn Sesemann (Thomas Bossert) Gesellschaft leisten. Klara (Jamie Sauter), die seit dem Tod ihrer Mutter an einen Rollstuhl gefesselt ist, freut sich, endlich eine Freundin zu haben.

Und so erobert Heidi auch die Herzen der Frankfurter – mit Ausnahme der strengen Gouvernante Fräulein Rottenmeier (Maria Presti), die entsetzt über den Bildungsstand des Mädchens aus den Bergen ist und sie für primitiv hält. So wächst Heidis Sehnsucht nach ihrem Zuhause auf der Alm.

Das Team der Freilichtbühne zeigt mit dem Stück seine ganz eigene Interpretation des Kinderbuchklassikers von Johanna Spyri, von dem es mehrere Zeichentrick-, Serien- und Filmadaptionen gibt. Zwar findet sich hier und da Bekanntes, dennoch hat Regisseur Marvin Polomski mit "Heidi" keine Kopie, sondern – auf Grundlage des Stücks aus der Feder von Autor Claus Martin – eine speziell für den Storenwald konzipierte Bühnenfassung geschaffen, die das Publikum begeistert.

Gut herausgearbeitet ist der Kontrast zwischen "Dörfli" und Frankfurt. Während auf dem Lande noch jeder jeden kennt, die Menschen einfache Kleidung tragen und sich ein munteres Dorfleben abspielt, begegnet Heidi in der Großstadt zunächst nur hektisch wirkenden, grau gekleideten Bürgern. Auch wenn sie neue Freunde findet, Lesen lernt und auch schickere Kleider trägt, wird das lebensfrohe Mädchen in der Mainmetropole immer trauriger.

Nicht zuletzt begeistert das gesamte Ensemble mit seiner schauspielerischen Leistung, schwungvollen Tanzeinlagen und beeindruckenden Gesangparts. Vom Publikum gibt es dafür viel Applaus und großen Jubel.

Die nächsten Aufführungen sind am Mittwoch, 3. Juli, ab 14.45 Uhr, Sonntag, 7. Juli, ab 16 Uhr, Mittwoch, 10. Juli, ab 14.45 Uhr, Samstag, 13. Juli, ab 18 Uhr, Sonntag, 14. Juli, ab 16 Uhr, Freitag, 19. Juli, ab 20 Uhr, Samstag, 20. Juli, ab 18 Uhr. Freitag, 26. Juli, ab 20 Uhr und Samstag, 27. Juli, ab 16 Uhr. Infos und Karten gibt es im Internet unter www.freilichtbuehne-hornberg.de.

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