Hornberg Ganz ohne Überfall zum Millionär

Privatdetektiv Karl Lambo (Alexander Gotthans) handelt im Telefonat mit der NASA zwei Millionen Euro als Kaufpreis für die beiden Mondgrundstücke aus. Koslowski (rechts) und Wühlbach (links) können ihr Glück kaum fassen. Foto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Mit ihrem Stück "Bankraub mit Hindernissen" hat die Theatergruppe der Hornberger Kolpingfamilie im katholischen Kirchenzentrum am Samstagabend das Publikum mit auf eine Zeitreise in die 70er-Jahre genommen. Die etwa 200 Zuschauer amüsierten sich prächtig.

Hornberg. Im Zentrum der Geschichte standen die beiden arbeitslosen Freunde Willy Wühlbach (Martin Gramer) und Erwin Koslowski (Roland Schwarzwälder), die mit einem Bankraub ihrem Lottogewinn ein wenig "nachhelfen" wollen. In der bierseligen Planung desselben werden die beiden quasi im Minutenrhythmus von allerlei Besuchern gestört und so kommt die Planung nie über die Recherche der Bank-Öffnungszeiten, der Notwendigkeit, Kartoffelsäcke für die Beute mitzunehmen und den Fluchtwagen hinaus. Letzter Punkt wird dagegen ausführlichst besprochen, sollte der gestohlene Wagen doch vollgetankt sein und – nötigenfalls – vorher noch mit einer neuen TÜV-Plakette versehen werden, damit auf der Flucht nichts schief gehen kann.

Als erste Besucherin tritt Willys Ex-Frau Petra (Beate Brohammer) ins Wohnzimmer. Die ehemals holde Gattin insistiert auf ihre Unterhaltszahlungen und verleiht ihren Forderungen mit Verweis auf den muskulösen neuen Freund Ludwig und einem Vollstreckungsbescheid Nachdruck. Zum Vollzug desselben schaut Gerichtsvollzieherin Karla Gewitter (Annette Storz) vorbei. Gewitter sieht ihren Job als Lebensaufgabe, ja Berufung und Wühlbachs wehleidige Auslassungen zu seiner Arbeitslosenbiografie perlen an dem schicken Hosenanzug ab.

Zwei Grundstücke auf dem Mond verkauft

Als Dritte im Bunde entert Versicherungsvertreterin Elvira Windig (Susanne Dilger) die Bühne, trifft aber zunächst nur auf den eher schlicht gestrickten Koslowski und "verkauft" diesem ein Steuersparmodell bestehend aus zwei wertlosen Grundstücken auf dem Mond, einem Stern im Alpha-Centauri-System und einem Platz im Ferien-Resort "Loser’s Paradise".

Parallel treibt Koslowskis Freund die Bankraub-Planung weiter und besorgt sich beim mysteriösen Nachbar Bamberger zwei Schusswaffen und versteckt sie im Keller.

Just in dem Moment haben die Strom- und Wasserzähler-Ableser Ali Gülüz (Marvin Polomski) und Thea Gutzeit (Sandra Wöhrle) ihren Auftritt und müssen mit aller Macht vom Betreten der Kellerräume abgehalten werden. Das ausladende Sofa verhindert leider allzu körperliche Auseinandersetzungen. Die beiden Erzkomödianten Polomski und Schwarzwälder nutzen den Disput trotzdem zu einem wahrhaft amüsanten Schlagabtausch. Gülüz‘ Angst vor Mäusen und Spinnen trifft auf Koslowskis Begriffsstutzigkeit und sorgt für wahre Lachsalven im Publikum.

Mit dem Auftritt des Privatdetektivs "Columbo" alias Karl Lambo (Alexander Gotthans) löst sich dann die Geschichte um den Bankraub in allgemeines Wohlgefallen auf. Lambo entlarvt Wühlbachs Ex als schnöde Betrügerin, die als "Madame Colette" einen florierenden Escort-Service betreibt und auch ihrem als Geldeintreiber eingesetzten neuen Freund Ludwig Katapulski (Sebastian Schwarzwälder) die Bedürftigkeit nur vorgespielt hat.

Privatdetektiv erkennt den wahren Wert

Auf einen Tipp von Wühlbach macht Lambo mit einem Sondereinsatzkommando den verbrecherischen Umtrieben in der Bamberger-Wohnung ein Ende. Die umtriebige Versicherungsvertreterin bekommt von Lambo zwar nicht ihr windiges Handwerk gelegt, aber mit seinen USA-Kontakten erkennt der Privatdetektiv den wahren Wert der beiden Mondgrundstücke und handelt mit der NASA einen Verkaufspreis von zwei Millionen Euro aus, den die beiden Freunde brüderlich miteinander teilen.

Damit ist der Bankraub-Plan passé und die Schauspieler und die beiden Regisseurinnen Gaby Aberle und Renate Wöhrle holen sich ihren verdienten Schlussapplaus beim begeisterten Hornberger Publikum ab.

Karla Gewitter zu Erwin Koslowski im "Freibier for Future"-T-Shirt: "Sie stehen doch so auf T-Shirts. Hier mein Vorschlag für ein neues T-Shirt: ›Ihr seid doch alle nur neidisch weil die leisen Stimmen nur zu mir sprechen‹." Koslowski: "Klingt gut. Aber wie kommen die Stimmen dann aus dem T-Shirt?"

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