Hornberg Die weißen Flecken haben Priorität

Der neue Geschäftsführer der Breitband Ortenau, Josef Glöckl-Frohnholzer hat in der jüngsten Gemeinderatssitzung das Gremium über den Stand des Breitbandausbaus in Hornberg informiert. Geplant ist, dass Hornberg an der Phase 2 teilnimmt.

Hornberg. In der Phase 2 werden die Kommunen angesprochen, die ohne großen Zusatzaufwand an die Infrastruktur der Phase 1 angeschlossen werden können. Im Januar werden die Weißen Flecken (weniger als 30 Megabit pro Sekunde) und die Grauen Flecken (weniger als 100 Megabit pro Sekunde) in Hornberg analysiert, unterversorgte Bereiche vorgestellt und eine Breitbandstrategie für Hornberg erstellt.

Schwerpunkt sind dabei erst einmal die Weißen Flecken, wobei die Breitband Ortenau laut Sitzungsvorlage davon ausgeht, "dass wir ab 2021 auch die ›Graue-Flecken-Förderung‹ mitberücksichtigen müssen."

Leerrohr-Infrastruktur wird einbezogen

Hornberg sei durch die Telekom im Stadtkern gut versorgt, in den Außenbereichen seien jedoch viele Weiße Flecken zu beseitigen. Informationen über die neu errichtete Leerrohr-Infrastruktur werden von der Verwaltung an die Breitband Ortenau geliefert, damit sie in die Planungen einfließen können. Außerdem gibt es in Hornberg verschiedene Maßnahmen (Abwasser, E-werk), bei denen eine Mitverlegung der Rohre sinnvoll erscheint.

Wenn im Januar die Cluster vorgestellt wurden, die unterversorgt sind, und für die ein Bundesförderantrag gestellt werden kann, wird die Breitbandstrategie festgelegt. Die Beseitigung der Weißen Flecken habe Priorität und werde Arbeitskräfte binden, so Glöckl-Frohnholzer. Es werde bis voraussichtlich 2025 dauern, bis die meisten dieser Gebiete versorgt seien. Die Frage sei auch: "Wie viele Baukolonnen können wir binden?"

Jörg Fehrenbacher (FW) erkundigte sich nach den Kosten für die Kommune. Das sei pauschal schlecht zu sagen, so der Geschäftsführer der Breitband-Ortenau, verwies jedoch auf die Gemeinde Oberharmersbach mit sieben Tälern und 30 Weißen Flecken. Die Kosten für die Kommune lägen dort pro Tal bei an die 140 000 Euro, was jedoch je nach Bodenverhältnissen variieren könne.

"Was müssen wir machen, um in Phase 2 zu kommen?", fragte Rolf Hess (SPD). Es gebe 17 oder 18 Gemeinden, die mitmachen wollen, so Glöckl-Frohnholzer. "Wir müssen eine Entscheidung treffen, damit es nicht zu viele werden. aber ich würde die Hand dafür ins Feuer legen, dass sie dabei sind." Denn das Backbone-Netz werde bis Gutach fertig sein und Hornberg sei, was die Versorgung in den Tälern angehe, "notleidend".

Ein Bundesförderantrag in Höhe von 50 000 Euro für die Beratung ist bereits gestellt. Sobald dieser zugesagt ist, wird in die Strukturplanung eingestiegen. Bürgermeister Siegfried Scheffold bezeichnete die Pläne als zielführend und realistisch. Seit September sei er zuversichtlich, dass die Anfangsschwierigkeiten überwunden sind, machte er Glöckl-Frohnholzer ein Kompliment.

Netzbetreiber des Glasfasernetzes wird Vodafone sein. Das Unternehmen muss auch andere Betreiber auf die Infrastruktur zugreifen lassen. Der Kunde kann seinen Anbieter frei wählen, wenn dieser mit Vodafone eine Netzkopplung vereinbart hat.

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