Jugendreferentin Magdalena Gramer spielt mit den Jugendlichen auch mal Tischfussball. Foto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Interview: Neue evangelische Jugendreferentin spricht über CVJM Hornberg / "Befinden uns im Umbruch"

Hornberg. Mit der in Hornberg aufgewachsenen Magdalena Gramer arbeitet seit Juni eine hauptamtliche Sekretärin mit im Team des CVJM Hornberg. Der Schwarzwälder Bote hat die 28-jährige Jugendreferentin in ihrem neuen Büro im zweiten Obergeschoss des Hornberger Pfarrhauses besucht.

Frau Gramer, CVJM-Sekretärin klingt nach Verwaltung, Jugendreferentin nach Arbeit direkt an der Front. Welchen Job üben Sie denn jetzt konkret aus?

Ich bin über den CVJM Baden im noch recht jungen Ortsverein des CVJM in Hornberg angestellt. Aus dieser Funktionsdenke kommt die Bezeichnung "CVJM-Sekretärin". Tatsächlich arbeite ich aber in Hornberg in der Betreuung der verschiedenen Jugendgruppen und Ehrenamtlichen von der Jungschar über den Jugendkreis bis zu den CVJM-Hauskreisen für junge Erwachsene mit.

Am Sonntag werden Sie im Gottesdienst in ihr Amt berufen. Danach lädt der CVJM Hornberg zum Mittagessen auf Spendenbasis. Von den Spenden wird, so heißt es, direkt auch ihre Stelle finanziert. Was hat es damit auf sich?

Zur Unterstützung der Jugendarbeit wurden auf meiner Planstelle in den letzten Jahren FSJler oder Praktikanten eingesetzt. Zuletzt konnte die Stelle zwei Jahre lang aber auf diese Weise nicht mehr besetzt werden. Dank Spenden aus der Kirchengemeinde und dem Hornberger CVJM konnte beim CVJM Baden diese Stelle zunächst für zwei Jahre befristet finanziert werden.

Wie sind Sie auf diese Stelle in Hornberg aufmerksam geworden?

Bis zu meinem Lehramt-Studium war ich in Hornberg schon in der evangelischen Jugendarbeit aktiv. Dazu habe ich mich im Haslacher "Club 82" engagiert. Als junge Erwachsene hat mir dieses Ehrenamt sehr viel Erfüllung gegeben. Während des Referendariats an einer Schule am Bodensee kamen mir Zweifel, ob der Lehrerberuf wirklich die Erfüllung für mich darstellt und da kam die Nachricht von der 80-Prozent-Stelle in der kirchlichen Jugendarbeit in meiner Heimatstadt im richtigen Moment.

Was macht für Sie den Unterschied zur Schule aus?

Ich wollte Lehrerin werden, um in meinem beruflichen Alltag Jugendliche zum Leben zu befähigen. Dieses Ziel konnte ich für mich im schulischen Korsett meiner Fächerkombination Mathematik, Englisch und Religion so nicht realisieren.

Wie werden Sie die ersten Monate in Hornberg angehen?

Im CVJM Hornberg befinden wir uns gerade in einer Umbruchphase. So haben wir beispielsweise neulich unser Angebot zur offenen Jugendarbeit eingestellt, weil uns die Zielgruppe herausgewachsen ist. Hier möchten wir neue Konzepte entwickeln und die nachhaltigen Strukturen schaffen. Als Hauptamtliche stehe ich den Ehrenamtlichen beratend zur Seite. Dazu werde ich im Konfirmandenunterricht mitarbeiten und den Jugendkreis gemeinsam mit einem Kollegen anbieten. Dazu kommt die Arbeit in Projekten wie jetzt im Sommer bei der "Kinderstadt" im Schembachhof, wo ich theaterpädagogische Elemente aus meinem Lehramtstudium einbringen konnte.

Sehen Sie sich durch ihr Lehramtsstudium qualifiziert für ihren Job beim CVJM?

Theologisch bringe ich ja immerhin die Lehrbefähigung für das Schulfach Religion mit. Für die seelsorgerischen Elemente im Alltag als Jugendreferentin bringe ich einige Module zur Gesprächsführung und Coaching mit. Natürlich ist da auch noch Raum für Wachstum. Dafür mache ich ja auch zusätzlich eine berufliche Weiterbildung, die nach zwei Jahren mit einem kirchlich-theologischen Examen endet.

Wird man dann eines Tages die Pfarrerin Magdalena Gramer erleben?

(lacht) Nein. Die Fragen stellte Matthias Dorn.

Der Gottesdienst mit der Berufung von Magdalena Gramer in ihr Amt findet am Sonntag, 22. September, ab 10 Uhr in der Evangelischen Kirche in Hornberg statt.