Hofstetten St. Erhard zu Ehren

Hofstettens Kirchenchorleiter Armin Hämmerle (links) stellte sich am Ende des Gottesdienstes der Gemeinde vor. Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Der Hofstetter Kirchenchor hat den sonntäglichen Festgottesdienst erstmals unter der Leitung von Armin Hämmerle gestaltet. Dabei war der Kirchenchor aus Hausach, womit etwa 50 Sänger dem Patrozinium musikalischen Glanz verliehen.

Hofstetten. Den Schutzpatron der Hofstetter St.-Erhard-Kirche bat Pfarrer Helmut Steidel gleich zu Beginn des Gottesdiensts um Fürsprache, dass es gelingen möge, Kirche vor Ort zu bleiben – auch in Zukunft. Der heilige Erhard sei etwa um das Jahr 680 als Wanderbischof aus Südfrankreich gekommen.

"Wanderbischöfe waren damals gang und gäbe, sie hatten den speziellen Auftrag als Missionar unterwegs zu sein", erklärte Steidel. Auf seinem Weg durch das Elsass und die Vogesen habe Erhard einige Klöster gegründet und sei schließlich in Regensburg gelandet.

Dort sei er zum Bischof ernannt worden und habe eine rege Missionstätigkeit begonnen. "Die großen Städte waren damals Kultur- und Religionsinseln, außen rum war nicht viel", verdeutlichte der Pfarrer. Erhard habe zu reisen und zu predigen begonnen, um die Leute vom Glauben zu überzeugen. Um das Jahr 720 sei er gestorben und in Regensburg begraben worden.

"Damals war es finsteres Mittelalter, heute ist es eine ganz andere Situation", schlug Steidel den Bogen. Und obwohl 1300 Jahre vergangen wären, seien genau zwei Schwerpunkte aus Erhards Arbeit auch heute noch zutreffend.

Zum einen habe er Klöster gegründet und damit Zentren geschaffen, in denen der Glaube vor Ort gelebt wurde. "Heute ist es wieder unglaublich wichtig, zu schauen, dass die Kirche da ist, wo die Menschen leben." Und das müsse künftig unabhängig davon sein, ob es einen Pfarrer gebe oder nicht.

"Den Glauben zu leben, liegt an den Gläubigen selbst", betonte Steidel, christliche Familien könnten nicht davon entlastet werden. Wenn nur noch der Kindergarten, die Schule oder die Kirche für die Glaubensvermittlung zuständig wären, sei das eine Bankrott-Erklärung.

Und genau da setze der zweite Schwerpunkt aus Erhards Arbeit an: in der Vermittlung und Weitergabe des Glaubens. Es gelte für die Zukunft zu überlegen, wie der Glaube an Jesus Christus wieder ins Gespräch kommen könne. "Damit ist die Arbeit des heiligen Erhard heute so aktuell wie damals", betonte der Pfarrer.

Am Ende des Patroziniums-Gottesdienstes stellte sich Chorleiter Armin Hämmerle kurz der Gemeinde vor. "Der Chor hat Substanz in den Stimmen, auch wenn man nie zu viele sein kann", begründete er seine Entscheidung zum kirchlichen Dirigentenamt in Hofstetten. Das Repertoire aus sakralem und profanem Liedgut habe ihn von Anfang an beeindruckt, betonte Hämmerle und lud zum unverbindlichen Probesingen beim Kirchenchor ein. "Die Zusammenarbeit mit dem Hausacher Kirchenchor ist sicher kein einmaliges Unternehmen", blickte er am Ende voraus.

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