Hofstetten Regionaler Eis-Anbieter löst Nestlé ab

Hofstettens Bürgermeister Martin Aßmuth (links) und Hofeis-Geschäftsführer Matthias Rothacher freuen sich auf die Kooperation. Für Rothacher ist es das dritte Freibad, das sein Unternehmen beliefert. Foto: Kleinberger

Hofstetten - Die Suche nach einem regionalen Eis-Lieferanten für das Hofstetter Freibad ist erfolgreich verlaufen. Ab der kommenden Saison wird das Freiburger "Hofeis" im Bad zu haben sein.

Wie Bürgermeister Martin Aßmuth beim Pressegespräch am Mittwochvormittag erklärte, hat das Unternehmen sich gegen vier weitere Anbieter durchgesetzt. Ein Hauptkriterium sei gewesen, dass das Eis im Becher und entsprechend unter Schutzatmosphäre verpackt geliefert werde, sagte der Bürgermeister: "Wir können es bei der kleinen Mannschaft rein logistisch nicht leisten, zu Stoßzeiten auch noch Eis in der Waffel zu portionieren."

Die Wahl fiel schlussendlich auf "Hofeis" – nach eingehenden Tests, versteht sich. "Ich schätze, der Gemeinderat hat noch nie so viel Eis gegessen wie beim Auswahlverfahren", sagte Aßmuth schmunzelnd. Der Anbieter Hofeis verfolge als regionaler Bio-Anbieter eine Philosophie, die sich stark mit dem decke, was er durch die Absage an den Nestlé-Konzern als Lieferanten habe erreichen wollen (wir berichteten, zur Resonanz siehe Infokasten).

"Hofeis"-Geschäftsführer Matthias Rothacher war beim Pressegespräch ebenfalls anwesend und informierte über das Produkt, das in der kommenden Saison im Freibad verkauft wird. Die kleinen Eisbecher fassen 130 Milliliter, was etwa zwei Kugeln Eis entspricht. Es gibt neun Sorten, wovon drei Sorbets sind und damit sowohl vegan als auch laktosefrei. "Wir produzieren unser Eis ohne Konservierungsstoffe", erklärte Rothacher. Das habe auch Auswirkungen darauf, wie das Eis am besten gegessen werden sollte: "Es muss ein bisschen atmen, im Grunde wie ein guter Wein." Nach etwa zehn Minuten habe es den richtigen Schmelz entwickelt und schmecke am besten.

"Hofeis" setzt auf nachhaltige, regionale Produkte. Der Becher ist hunderprozentig recycelbar. "Was die Milch betrifft, die wir verwenden, kooperieren wir mit Schwarzwaldmilch", sagte Rothacher. Gestartet war das Projekt auf dem Freiburger Mundenhof, inzwischen ist eine Eismanufaktur in Schallstadt entstanden. Dort produzierte "Hofeis" im vergangenen Jahr bis zu 3000 Becher täglich. Und: "Es ist noch Luft nach oben. Wir wissen ja nicht, was für ein Sommer auf uns zukommt", so Rothacher.

Der Vertrag ist zunächst auf ein "Probejahr" angesetzt. Beide Parteien hoffen aber auf eine längerfristige Zusammenarbeit. Ein Stieleis wird in Hofstetten in Zukunft auch zu haben sein, dieses kommt vom Anbieter Kissyo.

Die Freibadsaison beginnt laut Aßmuth wetterabhängig. Die Eintrittspreise sollen seiner Auskunft nach stabil bleiben.

Kurz ging Aßmuth darauf ein, welche Wellen die Berichterstattung im vergangenen Oktober schlug, als der Hofstetter Gemeinderat öffentlich beschlossen hatte, den Eisliefervertrag mit Froneri Schöller zu kündigen. Das Unternehmen gehört zum Nestlé-Konzern. "Wir haben überregional Aufmerksamkeit erregt", rekapitulierte Aßmuth. Unter anderem habe das Portal utopia.de berichtet. Dessen Beitrag auf Facebook erhielt rund 3580 Likes und wurde mehr als 970-mal geteilt. "Mich haben 126 E-Mails aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erreicht. Bis auf eine waren sie durchweg positiv", so Aßmuth. Auf anderen Kanälen wie seinem Facebookprofil kamen noch einmal fast 50 Nachrichten dazu. "Mit der bundesweiten Aufmerksamkeit war absolut nicht zu rechnen", freute er sich. Besonders schön sei eine Zuschrift gewesen: "Jemand schrieb, allein wegen dieser Entscheidung werde er wohl kommendes Jahr in Hofstetten Urlaub machen. Das zeigt, wie positiv die Entscheidung zur Nachhaltigkeit bei der Bevölkerung aufgenommen wird."