Hofstetten Ralf Schick zum neuen SBRV-Präsident gewählt

Der Südbadische Ringerverband (SBRV) hat einen neuen Präsidenten. Beim Verbandstag in Hofstetten wurde Ralf Schick als Nachfolger von Martin Knosp gewählt. Knosp führte den Verband 16 Jahre lang.

Die Wahl des bisherigen Sportreferenten Schick aus Ettenheim erfolgte einstimmig. Gegenüber früherer Verbandstage überwogen bei der Versammlung der Ringer aufgrund der Corona-Pandemie und des anstehenden Stabwechsels an der Spitze nicht das Sportliche, sondern Emotionen.

In seinem Rückblick bedauerte Knosp, dass 2020 sämtliche Deutsche Meisterschaften in allen Altersklassen ausgefallen waren. "Für Athleten, die sich durch vordere Platzierungen bei den Landesmeisterschaften die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften sicherten, war das besonders bitter. Ich weiß, wie schmerzhaft das ist", so der scheidende Präsident in Erinnerung an den deutschen Olympiaboykott 1980, wo er als aussichtsreicher Kandidat auf den Olympiasieg galt. Bitter sei es auch für fünf SBRV-Vereine gewesen, dass sie ihre Jubiläen nicht hätten feiern können. Der Verband habe alles Mögliche versucht, um 2020 eine Verbandsrunde auf die Füße zu stellen. Nachdem sich immer mehr Vereine abgemeldet hätten, sei versucht worden, mit einer Freundschaftsliga das Ringen am Leben zu erhalten. Leider habe das Corona-Virus auch dies ausgebremst.

Acht Meistertitel für Südbadener seit 2000

Seit 2000 habe der SBRV in der Gesamtwertung der Deutschen Meisterschaften mit einer Ausnahme immer auf dem Treppchen gestanden und achtmal den Sieg geholt, bilanzierte Knosp zufrieden. Finanziell sei der Verband gut durch die Krise gekommen. Es fehle derzeit allerdings jegliche Planungssicherheit und von der Politik werde man im Stich gelassen. "Welchen Schaden Corona bei den Vereinen hinterlassen hat, ist noch nicht abschätzbar", so Knosp.

Sein Anspruch als Präsident sei immer gewesen, alle fair zu behandeln und den Sport an die erste Stelle zu rücken. Dabei habe er auch über den Tellerrand hinausgeblickt. "Es war mir eine Ehre, diesen tollen Verband 16 Jahre lang führen zu dürfen. Diese Zeit möchte ich nicht missen. Wenn ich dabei jemanden zu hart angegangen habe, dann entschuldige ich mich dafür", sagte Knosp mit gebrochener Stimme. Für seine emotionalen Worte erhielt das Urloffener Urgestein von den stehenden Vereinsvertretern minutenlang Applaus.

Auch Ralf Schick sprach nach seiner Wahl von einer Ehre, in die großen Fußstapfen von Martin Knosp treten zu dürfen. Er, so Schick, sei sich der großen Verantwortung bewusst. Aber er übernehme einen gut geführten Verband, hinter dem ein starkes Team aus erfahrenen und motivierten Funktionären stehe.

Ralf Wendle gewinnt Kampfabstimmung

Die frei gewordene Position des Sportreferenten übernahm Matthias Brenn, der ebenso einstimmig gewählt wurde wie der Vizepräsident Verwaltung Werner Schüler. Neue Pressereferentin ist Dorothea Oldak. Die Kampfabstimmung um die Funktion des Jugendreferenten – Amtsinhaber Klaus Blank hatte sich nach 42 Jahren nicht mehr zur Wahl gestellt – entschied Ralf Wendle gegen Gerhard Broghammer für sich. Neuer Kampfrichterreferent ist Torsten Baumgartner, der Thomas Knosp ablöste.

Martin Knosp und Klaus Blank wurden aufgrund ihrer langjährigen Verdienste für das Ringen zu Ehrenmitgliedern des SBRV ernannt. Wie Schick in seiner Laudatio betonte, habe Knosp durch seine zahlreichen sportlichen Erfolge auf nationaler und internationaler Bühne positiven Einfluss auf den SBRV genommen und sich für den Deutschen Ringerbund und andere Sportfachverbände eingesetzt. 1987 zum Vizepräsidenten Sport und 2001 zum Präsidenten gewählt, bringe er es im SBRV auf 34 Jahre Funktionärstätigkeit, hob Schick hervor. Krankheitsbedingt konnte Blank die Ehrung nicht entgegennehmen, sie wird nachgeholt. Blank hatte laut Schick 20 Jahre beim Heimatverein Lahr-Kuhbach gerungen und wurde mit 31 Jahren zum Jugendreferenten des SBRV gewählt. Er habe sich immer stark für die Jugend engagiert.

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