Kindergarten Hofstetten Neubau kostet sechs Millionen Euro

Der Hofstetter Kindergarten "Sterntaler" platzt aus allen Nähten. Jetzt hat der Gemeinderat der geänderten Entwurfsplanung für die neue "Kinderscheune" sowie der Kostenfortschreibung zugestimmt. Foto: Störr

Hofstetten - Zunächst verwies Bürgermeister Martin Aßmuth auf die positiven Nachrichten in Sachen Bundesförderung, deren Frist in der vergangenen Woche um ein Jahr auf den 30. Juni 2023 verlängert wurde. "Das Gesetz wurde mit Hofstetter Initiative und durch unseren Beitrag geändert", zeigte er sich froh über das Erreichte. Architekt Christoph Wussler stellte die fortgeschriebene Entwurfsplanung in den Punkten vor, die sich seit der vergangenen Sitzung verändert haben.

Einige Änderungen: Mittlerweile wären die Fachplanungen eingegangen, die Ergebnisse der notwendigen Gutachten berücksichtigt und die Vorstatik eingearbeitet worden. Auch die Beschlüsse des Rats zur Hackschnitzel-Heizung mit entsprechendem Bunker und der PV-Anlage samt Dacheindeckung wurden berücksichtigt.

Ansichten realtiv unverändert

Fahrrad-Stellplätze müssten 30 ausgewiesen werden, die im Eingangsbereich positioniert werden. Der Schornstein werde an der Schnittstelle zwischen dem unbeheizten und dem beheizten Gebäudeteil ausgebildet. "Die Ansichten sind zur vorgestellten Planung der vergangenen Sitzung relativ unverändert", betonte Wussler und verwies auf die 85 Quadratmeter große PV-Anlage, die für das Gebäude ausreichend wäre. Die ersten Zahlen der Kostenberechnung würden aus dem Januar dieses Jahres stammen und wären Grundlage zur Beantragung der Fördergelder gewesen.

Deutliche Mehrkosten: Nach Berücksichtigung aller Änderungen und der durchschnittlich anzunehmenden Baupreis-Kostensteigerung von 1,5 Prozent würde sich eine Kostenfortschreibung in Höhe von 540. 000 Euro auf 5,9 Millionen Euro ergeben. "Das Brandschutzgutachten hat die ›Kinderscheune‹ verteuert, weil das Gebäudevolumen vergrößert wurde", erklärte der Architekt. Auch die Umstellung der Heizung habe etwa 76. 000 Euro Mehrkosten verursacht, die Anforderungen aus dem Schallschutz würden etwa 60. 000 Euro mehr kosten. "Es sind aber auch viele kleinere Dinge wie das Vordach über dem Eingang mit seitlichem Windschutz, die zur Kostensteigerung beigetragen haben", so Wussler.

PV-Anlage in Kosten einberechnet

So wäre man im Januar von einer üblichen Haushalts-Küche ausgegangen, die in der jetzigen Edelstahl-Ausführung gut 11 .000 Euro mehr kosten würde. Andererseits wäre die PV-Anlage mit 24. 000 Euro in den Kosten drin, würde sich aber bereits nach vier Jahren Laufzeit amortisieren.

Dass die herkömmliche Schließanlage auf eine Transponder-Schließung umgestellt wurde, verursache zwar mehr Kosten, würde aber bei einer anderen Entscheidung aber zu keiner nennenswerte Kostensenkung führen. Die Aufzugswartung sei bereits berücksichtigt, der Energiestandard habe zu Mehrkosten in der Planung geführt und auch die Außenanlagen wären mit 170. 000 Euro bereits berücksichtigt. "Das sind alles Dinge, die sich auswirken und führen zur neuen Kostenberechnung", sagte Christoph Wussler.

Wenn es nennenswerte Einsparungen geben sollte, müsste das Gebäude verkleinert werden. Das hätte dann allerdings wieder Auswirkungen auf die Raumkonzeption, die mit den Fachbehörden abgestimmt worden sei.

Beständige Anfrage nach Kindergartenplätzen

40 bis 50 Jahre Bestand: Bürgermeister Aßmuth gab zu bedenken: "Wir bauen den Kindergarten nicht für die nächsten zehn Jahre. Das ist eine Infrastruktur-Maßnahme, die für die nächsten 40 bis 50 Jahre Bestand haben soll." Er würde sich schwer damit tun, den Kindergarten kleiner zu bauen. Die Planung wäre jetzt auf sechs Gruppen ausgelegt mit der Option, eine siebte Gruppe bei Bedarf einrichten zu können. "Wenn wir in zehn Jahren anbauen müssten, wäre das in der Bevölkerung nicht zu vermitteln", so Aßmuth. Kindergartenleiterin Bettina Kohler bestätigte, dass sie beständig Anfragen nach Kindergartenplätzen bekomme und die Einrichtung derzeit mit drei Kindern in der Überbelegung wäre. "Hofstetten ist ein begehrtes Zuzug-Gebiet und der Trend geht eindeutig zu Drei- bis Vier-Kind-Familien", betonte sie.

Architekt Christoph Wussler bezifferte die Förderung des Kindergartens mit 283. 000 Fachförderung des Bundes, etwa einer Million Euro aus dem Ausgleichsstock (Förderbescheid wird zeitnah erwartet) und der KfW-Förderung von 550 .000 Euro, die seitens des Energie-Planers bereits bestätigt worden sei. "Der Gemeindeanteil wird dann bei etwa vier Millionen Euro liegen", rechnete Wussler. Mit Blick auf den Haushalt bestätigte Gemeindekämmerer Markus Neumaier: "Es sind 4,8 Millionen Euro für den Kindergarten eingestellt und etwa 400. 000 Euro für die Außenanlagen. Diese sind jetzt in der Planung mit 170. 000 Euro bereits enthalten. Wir können die Zahlen gut abbilden, mit der KfW-Förderung sowieso."

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