Hofstetten "Mit viel Adel ausgestatteter Typ"

Erich Becherer errang zwei Silber-Auszeichnungen für seine Fohlen.. Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Die Kinzigtäler Züchter der "Schwarzwälder Füchse" sind erfolgreich von der Fohlenschau bei Waldkirch zurückgekommen. Der Pferdenachwuchs wurde durchweg mit Gold und Silber ausgezeichnet: Ein gutes Ergebnis für die weitere Zucht.

Hofstetten . Im Kohlenbach bei Waldkirch treffen sich einmal im Jahr die Züchter der ältesten Kaltblutrasse Baden-Württembergs, um sich auszutauschen, die Fohlen bewerten zu lassen und züchterische Vergleiche anzustellen. Außerdem ist es für Pferdekäufer eine Plattform, um sich über erfolgsversprechende Fohlen zu informieren.

In diesem Jahr wurden die Fohlenschauen des Pferdezuchtverbands Baden-Württemberg und der Schwarzwälder Pferdezuchtgenossenschaft terminlich eng zusammengelegt; das St. Märgener Rossfest des Bezirks Nordschwarzwald fand gerade einmal zwei Tage vor der Fohlenschau des Bezirks Mittlerer Schwarzwald im Kohlenbach statt.

Fachjury wirft einen genauen Blick auf die Teilnehmer

Bei bestem Sommerwetter präsentierten die Züchter auf dem Festplatz hinter der Bläsi­kapelle ab dem frühen Samstagmorgen ihre Fohlen im Laufring. Nach einem ersten prüfenden Blick durch die Fachjury und der Erklärung über die Abstammungslinien galt es für die Fohlen, eine geführte Runde am Halfter zu laufen.

Auf Zeichen der Jury hin wurde das Halfter abgenommen und nun sollte sich der Nachwuchs eigentlich eng an der Mutter von seiner besten Seite zeigen. Doch manch ein Fohlen nutzte die Freiheit für wilde Sprünge und eigene Wege, bevor es mit dem Muttertier den Laufring wieder verließ.

Seitens der Jury wurden während dessen Bewertungspunkte für den Typ, das Gebäude und die Korrektheit, den Bewegungsablauf und den Gesamteindruck des Fohlens vergeben.

Bei der Verlesung der Bewertung erklärten die Kampfrichter dann die Punktefindung mit Kriterien wie "ein gutes Kaliber", "gut bemuskelt", "ein mit viel Adel ausgestatteter Typ" oder aber "ein energisch abfußender Trab", "das Fundament passt zum Körper" und "ein aktives Hinterbein, aber knapp im Übertritt".

Nach der großen Ehrenparade der Siegerfohlen hieß es für die Jungzüchter ab zehn Jahren ihr Können und ihr Wissen unter Beweis zu stellen. Dass in diesem Jahr besonders viele Zuschauer den Weg in den Kohlenbach gefunden hatten, freute die Verantwortlichen.

Mit dem abendlichen Auftritt von "Fidelius Waldvogel" und dem großen Schauprogramm am Sonntag hatten die Organisatoren sich wieder vieles einfallen lassen.

Traditioneller Bändertanz und Planwagenfahrten gehören zum Programm

Denn neben den für die Zucht entscheidend wichtigen Bewertungen, Zuchtpapieren und Chip sowie Tannenbrand ist die Fohlenschau auch immer ein kleines Rossfest. Und so spielten die Köhlerbuben auch in diesem Jahr zum Frühschoppen auf, bevor die Jagdhornbläser die Gäste unterhielten.

Im etwa dreistündigen Schauprogramm gab es Reiter und Voltigierer, den traditionellen Bändertanz in Schwarzwälder Tracht, beeindruckende Quadrillen oder den Hindernisparcours sowie die Fahrten im Planwagen oder der Kutsche.

Die Fohlenschau im Kohlenbach gibt es seit mehr als 30 Jahren und dient der Unterstützung der Zucht sowie dem Erhalt der gefährdeten Kaltblut-Rasse "Schwarzwälder Fuchs". Die Züchter des Kinzigtals freuten sich über folgende Prämierung: Heinrich Neumaier (Schmalzenhof) drei Mal Gold, einmal Silber; Josef Allgaier (Altrufenhof) Silber, Herbert Krämer (Hinterniederhof, alle Hofstetten) Silber; Klaus Duffner (Sommerhaldenhof, Haslach) zwei Mal Silber; Erich Becherer (Uhlseppenhof, Mühlenbach) zwei Mal Silber.