Hofstetten Leitungsnetz steht auf dem Prüfstand

Hinsichtlich der Wasserversorgung im Lichte des Klimawandels hat Hofstetten am Mittwochabend einen ersten, wichtigen Schritt getan. Der Gemeinderat hat ein Strukturgutachten bewilligt, das die Wasserversorgung des Orts in den Blick nimmt.

Hofstetten. Auch wenn die Situation der Bürger im Außenbereich ein ausschlaggebender Punkt für das Strukturgutachten ist: Allein um den Außenbereich wird es in diesem nicht gehen. Das wurde in der Sitzung deutlich. Rückblick: Wie andere Kinzigtal-Gemeinden (siehe Seite "Unser Kinzigtal") war auch Hofstetten im Sommer mit Anfragen konfrontiert, Höfe im Außenbereich mit Trinkwasser zu versorgen. Auf Anfrage des Schwarzwälder Boten erklärte Bürgermeister Martin Aßmuth, dass die Verwaltung und der Gemeinderat im Zuge der Vorberatung des Haushalts 2019 die Erstellung eines Strukturgutachtens über das Regierungspräsidium vorberaten hatten. Eine Anfrage eines Bürgers aus dem Außenbereich, an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen zu werden, liege derzeit vor. "Hierzu sind jedoch eine ganze Reihe komplexer Fragen im Vorfeld zu klären, über die nicht kurzfristig entschieden werden kann", führte Aßmuth aus. Zum Beispiel: "Wie gehen wir mit den anderen Seitentälern im Dorf um? Denn am Ende ist es unsere Aufgabe, alle gleich zu behandeln", so Aßmuth. Aufgrund der Hofstetter Topografie habe das Ingenieurbüro in einer ersten groben Kostenermittlung Investitionserfordernisse für ein einziges Seitental in Höhe von bis zu knapp 800 000 Euro ermittelt. "Bei einer flächendeckenden Versorgung ergeben sich Auswirkungen auf Anschlussgebühren, Unterhaltung, Personal und insbesondere für den Wasserpreis für die übrigen Bewohner", so Aßmuth. Transparent müsse sein, ob der Anschluss von vielleicht einem oder zwei Anwesen die Investitionsvolumina rechtfertigen. Handlungsbedarf: Einen Schnellschuss, egal in welche Richtung, hält Aßmuth für schlecht. "Wir werden im Zuge der Erstellung des Gutachtens mit Eigentümern in den Außenbereichen den Dialog suchen. Auch so wird sich klären, ob daraus ein grundsätzlicher Handlungsbedarf entsteht und wie dieser über die kommenden Jahre und sogar Jahrzehnte realisiert werden kann", beantwortete Aßmuth die Anfrage des Schwabo. Gemeinderat: Auf Basis dieser Vorüberlegungen ging es im Hofstetter Gemeinderat am Mittwochabend um einen ersten Schritt: Die Beauftragung eines Strukturgutachtens. Dieses soll ermöglichen, dass die weiteren Diskussionen – es wird teuer für alle Beteiligten und möglicherweise werden auch Zwangsanschlüsse notwendig – sachgerecht und ohne Emotionen geführt werden können. Das Gutachten wird die Trinkwasserversorgung der gesamten Gemeinde in den Blick nehmen.

Darüber, dass die Maßnahme notwendig und wichtig für die Zukunft ist, herrschte Einigkeit im Gemeinderat. Wilhelm Uhl (CDU) befand, mit dieser Basis seien Diskussionen über die Notwendigkeit vom Tisch. Der Beschluss für die Erstellung des Gutachtens fiel einstimmig.

Das Strukturgutachten wird laut Bürgermeister Martin Aßmuth mindestens sechs Monate Zeit brauchen. Nach ersten Einschätzungen wird es um die 20 000 Euro kosten. Ein Zuschussantrag für das Gutachten wird zwar gestellt, allerdings sagte Aßmuth am Mittwochabend, dass der entsprechende Fördertopf bereits recht leer sei.