Hofstetten Konzert gegen sexuelle Gewalt

Chorleiter Wolfram Dreher (links) und Schulleiter Gunther Merz beantworten Fragen zum Konzert am Sonntag. Foto: Chor Foto: Schwarzwälder Bote

Hofstetten . (red/cko). Ein Benefizkonzert des Joy & Fun-Chorus unter Leitung von Wolfram Dreher findet am Sonntag in Hofstetten statt (wir berichteten). Es kommt einem Projekt der Grundschule zugute. Das geht aus einer Mitteilung hervor. Schulleiter ist Gunther Merz.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, in Hofstetten zu singen?

Dreher: Man singt gerne, wo man Freunde hat, in diesem Fall ist es Angelika Spitzmüller, die den Kontakt hergestellt hat und im Gemeindeteam engagiert ist.

Und wieso ein Benefizkonzert?

Dreher: Ein Benefizkonzert ist ein Gewinn für alle. Die Schule kann ihr Projekt finanzieren, das Publikum bekommt einen schönen Abend und der Chor wird in Hofstetten bekannt.

Was halten Sie von der Aktion?

Merz: Wir freuen uns riesig und sind sehr dankbar. Dass wir durch ein Benefizkonzert in unserer Arbeit unterstützt werden, so etwas gab es in der Vergangenheit noch nie und ist ein einmaliges Erlebnis. Ich bin zuversichtlich, dass viele Besucher zu diesem mit dem Joy&Fun-Chorus in die Kirche kommen.

Wollen Sie Ihr Projekt mal vorstellen?

Merz: Gerne. Den meisten Leuten ist "Aufschrei!" inzwischen ein Begriff, der Verein gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Erwachsenen in Offenburg. Seit sechs Jahren arbeiten wir mit dem Verein in der Prävention zusammen. Sobald im vierten Schuljahr die Aufklärung der Schüler abgeschlossen ist, nehmen diese Kinder am Präventionsprojekt "Und ich sag‘s" teil. Dabei ist uns wichtig, die Kinder im Bereich der Wahrnehmung ihrer Körperlichkeit und Gefühle zu stärken und selbstbewusst zu machen. Zwei markante Zielsetzungen sind, dass die Kinder lernen, im Bereich ihrer Gefühlswelt den Mut aufzubringen "Nein" zu sagen, wenn es notwendig ist und ihnen bei Verletzung ihrer Gefühle Wege zur Hilfe zu zeigen. Diese Kooperation mit "Aufschrei!" ist ein fester Bestandteil der Aktivitäten und Projekte im Jahreskreis. Da wir diese Zusammenarbeit ausschließlich über Schulaktivitäten und Spenden, also nicht über das normale Schulbudget finanzieren, war die Idee eines Benefizkonzerts eine frohe Botschaft an die Schule.

Was macht das Konzert und das Programm aus?

Dreher: Der Chor besteht seit 1993 und hat sich seitdem sehr verändert. Wir haben als kleines Gospelchörle angefangen und uns mit den Jahren erheblich weiterentwickelt. Unser Schwerpunkt ist nach wie vor der A-Cappella-Gesang, manche Stücke werden auch instrumental begleitet. Für den 1. Juli konnten wir Inessa Schwidder (Klavier) aus Gutach gewinnen. Allerdings haben wir unser Repertoire erheblich ausgebaut, ich bin ein neugieriger Mensch und zum Glück macht der Chor meistens mit, wenn ich wieder etwas Neues ausprobieren will. Die Chorliteratur ist ja so reich und der Chor ist organisch in anspruchsvollere Literatur hineingewachsen. Zugleich haben sich auch immer wieder neue Sänger für unseren Chor begeistern lassen. Wir können uns inzwischen in jedem Genre bewegen und singen genauso gerne Renaissance-Musik oder romantische Lieder von Brahms oder Reger, Werke von Gershwin oder internationale Volkslieder. Auch Lieder der Beatles oder von Queen sind im Repertoire. Wir singen aber andererseits auch viel von zeitgenössischen Komponisten wie Duke Ellington, John Rutter oder William Dawson. Nach wie vor pflegen wir Gospels und Spirituals. Auch Stücke mit außergewöhnlichen Rhythmen und Harmonien gehen wir an. Das ist dann die Musik, die mich reizt. Ich bin sicher, auch den Kindern wird unser Programm gefallen.

Der "Joy & Fun Chorus" aus Zell singt am Sonntag, 1. Juli, in der Pfarrkirche St. Erhard. Beginn ist um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.