Hofstetten Kastration bleibt die Hauptaufgabe

Für Isabelle Obert gilt in ihrer Tierschutz-Initiative "Animal SOS" das Motto "Nicht wegschauen, sondern helfen". Nach diesem Leitsatz hat die Tierschützerin mit ihren Helfern im vergangenen Jahr vor allem Katzen zu einem besseren Leben verholfen.

Hofstetten. "Die Kastrationen von wildlebenden Katzen und Bauernhofkatzen stellen eigentlich nach wie vor den größten Teil unserer Arbeit dar", bilanziert Obert am Ende des Jahres. Jedes Jahr würde sie sich für die Kastrationen einsetzen, um den ungewollten Katzen-Nachwuchs langfristig zu minimieren.

"Allzu oft werden die Katzenbabys grausam getötet", begründet sie ihre nicht nachlassende Motivation, außerdem würden Krankheiten wie Katzen-Aids eingedämmt. "Dank unserer Hilfe konnten 43 Katzen und 18 Kater kastriert werden", zeigt sie sich stolz auf das Ergebnis.

Dass sich immer mehr Menschen für diese Sache einsetzen, freue sie besonders, denn mittlerweile nehme auch die Resonanz bei den Landwirten zu. "Dabei kennt der Tierschutz keine Grenzen, wir helfen auch in den umliegenden Gemeinden von Hofstetten", erklärt Obert.

Leider würde sie oft erst dann gerufen, wenn der unliebsame Katzen-Nachwuchs bereits geboren sei und ohne die Tierschützer nicht überleben würde. "Wir nehmen uns dieser Katzenbabys an, lassen sie tierärztlich untersuchen, päppeln sie auf, befreien sie von lästigen Parasiten und zähmen sie", umreißt Obert ihre Arbeit, in die sie unfassbar viel Zeit investiert. Insgesamt seien neun Katzenbabys zunächst auf Pflegestellen von Animal SOS umsorgt und anschließend in ein festes Zuhause vermittelt worden.

Katzenbaby Tilda verliert wegen Erkrankung ein Auge

Katzenbaby Tilda habe es besonders schwer gehabt. "Sie kam kränker als die anderen bei uns an. Sie hatte eine besonders schlimme Form des Katzenschnupfens, der wochenlang nicht behandelt worden war und das Auge zerstört hat", blickt Obert zurück. Doch nach einer Not-OP mit Entfernung des Auges habe auch sie vermittelt werden können.

Als schönste, aufregendste und anstrengendste Aufgabe definiert Obert die Aufzucht von Flaschen-Babys, deren Mütter verstorben sind und von denen sie regelmäßig welche in Obhut bekomme. "Sie brauchen Tag und Nacht Pflege – und vor allen Dingen: alle zwei Stunden ihr Fläschchen", erklärt sie den Arbeitsaufwand. Im Laufe der Jahre seien sie auf diesem Gebiet zu echten Profis geworden, wovon auch Tierschutzvereine der Umgebung profitieren. Fünf kleine Kätzchen galt es im vergangenen Jahr mit der Flasche groß zu ziehen, heute hätten alle ein liebevolles Zuhause gefunden.

Gegen Jahresende sei mit Kater Milow ein schlimmer Notfall bei der Tierschutz-Initiative angekommen, der nach einer aufwendigen Operation in der Tierklinik und anschließender eingagierter Pflege schließlich ein gutes Ende gefunden hätte.

Kaninchen sollten Lebensabend nicht allein verbringen

Auch in der privaten Kaninchen-Senioren-Residenz "Villa Möhre" habe es mit der achtjährigen Oma Nala einen Neuzugang gegeben, deren Besitzer ihr ein Leben ohne Altersgenossen ersparen wollten. "Kaninchen sind sehr soziale Tiere und sollten niemals alleine gehalten werden", erklärt Obert die schwierige, aber richtige Entscheidung der Besitzer.

Ein turbulentes Tierschutzjahr mit vielen Happy Ends liegt hinter der privaten Initiative "Animal SOS" in Hofstetten. "Happy Ends sind nur mit einem starken Team an meiner Seite möglich", betont Initiatorin Isabelle Obert und bedankt sich in erster Linie bei ihrer Familie und Ehemann David. Große Unterstützung erfahre sie durch die Fachtierklinik im Eichenbach und die Pflegestellen von Annette Lauble, Sonja Kiefer sowie Vanessa Ruf. Kirstin Vollmer gelte ein Dank für die Pflege der Internetseite www.animal-sos-hofstetten.de.

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