Hofstetten Großes Finale für den Dirigenten

Christine Störr

Mit dem "Jahr-100-Konzert" hat die Hofstetter Musikkapelle am Samstagabend ein Ausrufezeichen gesetzt. Das Konzert zum des Vereinsjubiläum war auch das Abschiedskonzert für Dirigent Thomas Rauber, für den der große Beifall lange anhielt.

Hofstetten. Aus dem Vorstandsteam oblag die Begrüßung Stefan Kaspar, der sich bei allen Unterstützern der vergangenen 100 Vereinsjahre bedankte. Ein besonderer Dank galt der Eugen-Klaussner-Stiftung, die zum einen die umfangreiche Vereinschronik und zum anderen die Komposition eines eigenen Musikstückes ermöglichte.

Mit dem Musikstück über Hofstetten "Nostra Patria – unsere Heimat", das aus der Feder des jungen Komponisten Dominik Wagner stammt, wurde ein Konzert eröffnet, das den Zuhörern in Erinnerung bleiben wird. Der Komponist selbst beschreibt das musikalische Werk als eine Verbindung des Gemeindeslogans "Dem Himmel ein Stück näher" mit der paradiesischen Naturlandschaft und der Lebensfreude der Bewohner.

"Wir tauchen ein in das muntere, gesellige Dorfleben, gönnen uns eine Auszeit am Hofstetter Bach und der alten Mühle, um schließlich fröhlich gestimmt weiterzuziehen", erklärte Kaspar das, was die Musizierenden ausgezeichnet auf die Bühne brachten. Für die jungen Musiker Sandra Rissler (Klarinette), Philipp Neumaier (Trompete) und Milena Brucker (Altsaxofon) war es das erste Jahreskonzert in der Gesamtkapelle.

Ein besonders anspruchsvolles Stück hatte Dirigent Thomas Rauber der Kapelle mit den spektakulären Klängen von Stefan Schwalgins "Cartoon Spectacular" auferlegt. Das typisch turbulente Geschehen der Jagd einer Katze nach dem Vogel wurde aufs Spiel des Orchesters übertragen, der in der Partitur verzeichnete Film vor dem inneren Auge fast sichtbar.

Soloparts minutiös aufeinander abgestimmt

Leicht und verspielt anzuhören ließen unterschiedliche Taktarten und Tempowechsel den Probenaufwand erahnen. Durch alle Register wurden saubere Soloparts minutiös aufeinander abgestimmt. Dem Beifall schloss sich selbst der Dirigent in Richtung der Musiker an.

Das außergewöhnliche Jubiläumskonzert bestach durch die vereinseigenen Formationen "Blechissimo", "Yesses Jazzes" und die Vesperband, die eigentlich vier Konzerte in einem spielten. Überzeugend brachten sie zu Gehör, wie unterschiedlich die Blasmusik aus Hofstetten sein kann.

So beschenkten die fünf Musiker von "Blechissimo" die Zuhörer mit James-Bond-Melodien und hatten mit Patricia Winkler auch gesangliche Unterstützung. Die legendäre Bigband "Yesses Jazzes" hatte sich auf expliziten Wunsch des Dirigenten eigens für das Jubiläum noch einmal zusammengefunden und bot bei Stücken wie "In the Mood" oder "Sambita" einen fetten Sound.

Als Kontrastprogramm gab es mit der Vesperband dann zünftige Festzelt-Musik, die eigentlich immer beim Handwerker-Vesper des Bachmusikfests gespielt wird. Mit viel "Juche" und guter Laune ging es durch die Lieder und als kleine Zugabe die "Vogelwiese", was vom Publikum mitgesungen wurde. Im großen Finale spielte die Hofstetter Musikkapelle noch einmal im Gesamten und setzte einen glänzenden Schlusspunkt.

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