Hofstetten Ein Hofstetter kickt bei der Elite

Lars Kehl ist der erste Hofstetter Fußballer, der es bis in die DFB-Nationalmannschaft geschafft hat. Momentan wird er in der U 19-Mannschaft eingesetzt. Foto: privat

Hofstetten - 15 Länderspiele und zwei Tore für Deutschland: Das ist die bisherige Bilanz des jungen Fußballers Lars Kehl aus Hofstetten. 2018 ging er erstmals in der U 18-Nationalmannschaft für Deutschland auf den Platz und spielt aktuell beim SC Freiburg in der U-19-Bundesliga.

Lars Kehl ist der erste Fußballer aus Hofstetten, der es bis in die Nationalmannschaft des DFB geschafft hat. Dafür wurde er zu Jahresbeginn mit dem neuen Ehrenpreis der Gemeinde ausgezeichnet und trug sich ins entsprechende Ehrenbuch ein.

Die Grundlagen des Fußballs hatte der heute 18-Jährige ab 2005 in den Bambini und den anschließenden Jugendmannschaften des Hof­stetter SC gelegt. Wer Familie Kehl kennt, weiß um die besondere Fußballverbundenheit der Eltern Joachim und Regina sowie des Bruders Luca.

Aktuell spielt der Hofstetter beim SC Freiburg

Mit ihm wurde Lars E-Jugend-Meister und wechselte in der Saison 2012/2013 in Richtung Offenburger FV. Dort wurde er als E-Jugendspieler in der D1-Bezirksliga mit 34 Treffern zum Torschützenkönig und mit der Mannschaft Meister sowie Pokalsieger. Ein Jahr später stand er mit 64 Treffern wieder als Torschützenkönig an der Spitze und feierte mit der Mannschaft die Meisterschaft, den Pokalsieg sowie den Sieg der südbadischen Meisterschaft.

2014 wechselte er als älterer Jahrgang der D-Jugend dann zum SC Freiburg in die U 13-Bezirksliga der C-Jugend und wurde auf Anhieb mit 34 Treffern zum Torschützenkönig. Weiter ging es in der U 14-C-Jugend-Verbandliga mit 32 Treffern zum Torschützenkönig und in der U 15-C-Jugend-Regionalliga Süd und 22 Treffern zum zweiten Torschützenkönig.

Die erste Nominierung zur U 15-Nationalmannschaft folgte – und konnte aufgrund einer Verletzung nicht wahrgenommen werden. Dafür wurde der junge Hofstetter direkt in der U 17-Bundesliga eingesetzt, schoss zwei Tore und gab sein Debüt in der A-Jugend Bundesliga. Nach einem Sichtungsturnier in Duisburg folgte die Nominierung für die U 17-Nationalmannschaft verbunden mit einem Lehrgang in Hannover.

Sein zweites Jahr in der U 17 spielte Lars Kehl nach dem Abstieg dann in der Oberliga, wurde mit 16 Treffern wieder Torschützenkönig, schaffte mit der Mannschaft den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga und wurde südbadischer Pokalsieger.

Im August 2018 fand dann ein weiterer Lehrgang der Nationalmannschaft in Hannover statt (siehe Info). Jetzt spielt Lars sein erstes Jahr in der U 19-Bundesliga – und hat aufgrund der Corona-Krise gerade Pause. Oder eigentlich auch nicht, denn das tägliche aufgelegte Programm umfasst zweieinhalb Stunden Belastungs-Training, das via App absolviert wird. "In der U 19 merkt man schon, dass es in Richtung Profifußball geht", erzählt der 18-Jährige zuhause auf der Terrasse.

Corona-Krise sorgt auch im Sport für eine "Zwangspause"

Unter normalen Umständen pendle er nach dem Unterricht in der kaufmännischen Schule Hausach täglich nach Freiburg zum Training. Dort werde zunächst ein Krafttraining absolviert, dann gehe es zur Videoanalyse, es folge eine halbstündige Vorbereitung und ein eineinhalbstündiges Trainingsprogramm auf dem Platz, bevor das Training schließlich nachbereitet werde. Gegen halb elf sei er dann wieder zuhause in Hofstetten.

"Manchmal ist das alles megastressig, aber es ist absolut positiver Stress", bilanziert Lars Kehl seinen bisherigen Erfolg. Er schafft es irgendwie, dass auch sein Privatleben nicht zu kurz kommt.

Es gibt tausende von jungen Fußballern, die vom Einsatz in der deutschen Nationalmannschaft träumen. Im Kader des DFB-Teams stehen in aller Regel 25 bis 40 Spieler eines Jahrgangs. Am 9. September 2018 hatte der Hofstetter Lars Kehl seinen ersten Einsatz im Länderspiel gegen Israel. "Dort habe ich nach vier Minuten mein erstes Tor für Deutschland erzielt", erinnert sich der 18-Jährige an den großen Moment. Auch im zweiten Spiel gegen Italien gelang ihm der Treffer zum 1:0. Es folgten verschiedene Lehrgänge, Turniere und im März 2019 die EM-Qualifikation in Kaiserslautern mit unterschiedlich langen Spielzeiten von Lars Kehl. Im Mai des vergangenen Jahres wurde dann die Europameisterschaft in Dublin ausgespielt. Gegen Spanien stand der Hofstetter 15 Minuten auf dem Platz, gegen Österreich spielte er von Anfang bis zum Ende. Es sei eine Mega-Erfahrung gewesen, mit 16 Mannschaften in einem Hotel untergebracht zu sein. "Mit vielen aus der deutschen Mannschaft stehe ich in engem Kontakt", erzählt Lars Kehl. Dazu würden Fußballer wie Nick Woltemade (Bremen), Paul Nebel (Mainz), Jordan Meyer (Stuttgart) oder Marco John (Hoffenheim) zählen.