Hinten soll die Null stehen SV Rust will über die Relegation in die Landesliga

Felix Gieger
Weil im Amateurfußball noch die Auswärtstorregel gilt, will der SV Rust im Relegationshinspiel bloß kein Gegentor bekommen. Foto: Wendling

Die Vorfreude beim SV Rust ist groß: am Samstagabend empfängt der Bezirksliga-Vizemeister das Baden-Badener Pendant aus Ötigheim im Hinspiel der Relegation. Dem Gesamtsieger der beiden Duelle winkt der Aufstieg in die Landesliga.

Aufstiegsrelegation zur Landesliga, Hinspiel: SV Rust – FV Ötigheim (Samstag, 18.30 Uhr). Mit Plänen ist es im Sport so eine Sache. Denn eigentlich wollte man beim SV Rust, der 2023 100 Jahre alt wird, zur Feier des Jubiläums in die Landesliga aufsteigen. An den beiden kommenden Wochenende hat der Vizemeister der Bezirksliga Offenburg nun aber die Chance, den Aufstieg schon in diesem Jahr klar zu machen. "Sowas kann man ja nicht planen", sagt Ralf Arndt, Vorsitzender des SVR.

Er hatte vor zwei Jahren dieses Ziel ausgerufen, dass es so früh klappen könnte, ist auch für ihn ein wenig überraschend. "Vor der Saison hatten wir Platz acht als Ziel ausgegeben, jetzt sind wir Zweiter", sagt er mit einem Schmunzeln. Zwischenzeitlich sah es sogar mal nach mehr aus, am Ende erwies sich der Meister FSV Seelbach aber als das konstanteste Team der Liga, wie der Ruster Trainer Christian Saban schon vor dem direkten Duell am vorletzten Spieltag sagte.

Felix Schmider vertrat unter der Woche Trainer Christian Saban

Vor den beiden Relegationsduellen mit dem FV Ötigheim, Vizemeister der Bezirksliga Baden-Baden, war Saban noch kurz in Urlaub, am Freitag kehrt er zurück, so Arndt. In dieser Zeit vertrat Felix Schmider den Trainer, schon im letzten regulären Saisonspiel gegen Zell war er an der Seitenlinie. Schmider kam erst vor wenigen Monaten zum SVR und spielt in der zweiten Mannschaft. Der Sohn des ehemaligen Bundesliga-Profis Bernd Schmider (VfB Stuttgart, Nürnberg und Mönchengladbach) war in bereits in Rammersweier Co-Trainer und genießt Sabans Vertrauen, so Arndt.

Der Vorsitzende selbst freut sich sehr auf die beiden Spiele gegen Ötigheim. "Nach 23 Jahren haben wir endlich mal wieder ein Relegationsspiel nach oben – das ist ein Highlight", sagt er und ist "heiß und gespannt" auf die Partie am Samstag. Auch die Spieler seien "heiß, fokussiert und motiviert", sagt Arndt.

Über den Gegner weiß man in Rust noch wenig, man werde sich aber noch informieren, sagt Arndt. In 30 Spielen holte Ötigheim 56 Punkte und erzielte dabei 63 Tore. Die Ruster haben in 32 Spielen 61 Punkte gesammelt (Torverhältnis 67:42). Die Zahlen deuten also auf einen offenen Schlagabtausch hin.

Geklärt ist auf jeden Fall im Vorfeld, dass noch die Auswärtstorregel gilt. Ob es nun ein Vor- oder Nachteil ist, dass Rust zuerst Heimrecht hat, wird sich zeigen. Für Arndt ist auf jeden Fall klar: "Wir müssen schauen, dass wir hinten zu Null spielen, damit wir im Rückspiel eine gute Ausgangsposition haben."

Das Rückspiel in Ötigheim steigt dann eine Woche später um 16.30 Uhr. Man werde mit ein bis zwei Bussen hinfahren, sagt Arndt, der am Samstagabend auf 500 bis 700 Zuschauer hofft. "Dann wäre ich zufrieden." Und wenn dann eine Woche nach den ersten Aufstiegsspielen nach 23 Jahren ein Erolg stehen würde, so würde dieser sicher auf und neben dem Feld gefeiert werden.

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