Hilfsbereitschaft weiter groß Lahrer gibt Sprachunterricht für Ukrainer

Alexander Blessing
Jan Alvarez von der Initiative "Lahr hilft" bringt in seiner Freizeit Flüchtlingen aus der Ukraine Deutsch bei. Foto: Blessing

Die Initiative "Lahr hilft" bringt regelmäßig Hilfsgüter in die Ukraine und vermittelt darüber hinaus Flüchtlinge an Lahrer Gastfamilien. Die Hilfsbereitschaft ist weiterhin groß, sogar ein Sprachkurs für die Neuankömmlinge ist organisiert worden.

Sachspenden werden montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr auf dem Gelände der Firma Vermundo in der Breisgauerstraße 37 in Mietersheim entgegengenommen. Informationen, was gerade benötigt wird, werden im Internet unter www.vermundo-verwertung.com/lahr-hilft veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert.

Lahr - Auf dem Gelände der Firma Vermundo in Mietersheim ist einiges los. Neben Lagerräumen für die vielen Hilfsgüter, die in die Ukraine geschickt werden, wurde ein Schulungsraum zum Klassenzimmer umfunktioniert. Die Lahrer Zeitung hat sich einmal vor Ort umgesehen.

Sprachunterricht: "Es ist fantastisch zu sehen, wie schnell die Schüler lernen", sagt Jan Alvarez, Mitgründer der Organisation, im Gespräch mit unserer Redaktion. Seine Schüler, das sind 20 Flüchtlinge aus der Ukraine, der jüngste ist 15 Jahre, die älteste 60 Jahre alt. Alvarez selbst ist Lehramtsstudent in Freiburg und bietet in seiner Freizeit Sprachkurse für Flüchtlinge an. Ihm seien dabei eine angenehme Lernatmosphäre und ein praxisorientiertes Lernen wichtig. "Wir unternehmen immer wieder Ausflüge in die Stadt, um das Gelernte direkt anwenden zu können", berichtet der Student. So könnten alle ihren Lernfortschritt direkt erleben. Die Kurse finden drei Mal in der Woche statt. Alvarez und seine Schüler unterhielten sich größtenteils auf Englisch und zum Teil schon auf Deutsch. "Wenn wir mal mit Englisch nicht weiterkommen, helfen sich die Kursteilnehmer gegenseitig beim Übersetzen", so Alvarez. Eine große Hilfe sei, dass viele deutsche Verlage kostenlos Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellen.

Auf der Suche nach weiterer Unterstützung hat Alvarez einen Aufruf in den sozialen Medien gestartet. Daraufhin habe sich die Lehrerin Jeanny Spormann bei ihm gemeldet. "Wir können nun die beiden Kurse aufteilen und sind vor allem bei der Vorbereitung zu zweit", erklärt Alvarez. Das erleichtere die Arbeit enorm.

100 Flüchtlinge in Lahr: Derzeit arbeiten etwa 40 Menschen ehrenamtlich für "Lahr hilft". Etwa zwei bis drei Mal pro Woche fahren Hilfstransporte in die Ukraine, berichtet Mitorganisator Nicolai Hoch. Bisher konnten 100 Flüchtlinge in etwa 80 Gastfamilien untergebracht werden. Sehr erfreut ist Hoch über die Entwicklung: "Die Vereinsgründung steht kurz bevor". Lediglich das Verwaltungsgericht müsse noch zustimmen. Die Eintragung als Verein würde die Arbeit der vielen Helfer deutlich erleichtern: "Als Verein können wir Spendenquittungen ausstellen und müssen nicht mehr privat für alles haften". Gerade Spenden von Unternehmen könne man so annehmen. Bisher sei dies nicht möglich gewesen.

Tag der offenen Tür: "Am Sonntag, 24. April, findet von 13 bis 17 Uhr ein Infotag auf dem Gelände unserer Firma statt", informiert Laura Kreye, Chefin der Firma Vermundo. Neben den Helfern würden auch Lahrer Gastfamilien und ukrainische Flüchtlinge zu der Veranstaltung erwartet. Ziel sei es, einen Austausch aller Beteiligten untereinander zu schaffen und die Menschen besser miteinander zu vernetzten. Interessierte dürfen gerne vorbeikommen und sich ein Bild der Arbeit und der Menschen hinter der Organisation machen. "Jeder Interessierte ist willkommen, vorbeizuschauen", so Kreye.

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