Herbolzheim Viele Wünsche für den Rathausplatz

Im Rahmen der Ortssanierung von Herbolzheim soll auch der Rathausplatz neu gestaltet werden. Wie genau, darüber wurde bei einem Bürgerdialog angeregt diskutiert. Besonders strittige Punkte waren Parkplätze und die Zufahrt zum Rathausplatz.

Herbolzheim. "Je mehr mitdenken, desto mehr Ideen werden eingebracht und desto mehr Perspektiven gibt es auf eine Sache", erklärte Herbolzheims Bürgermeister Thomas Gedemer, als er die rund 40 Bürger und Gemeinderäte zum Bürgerdialog begrüßte. Das Ziel des Abends sei es, möglichst viele verschiedene Meinungen verschiedener Köpfe kennenzulernen. Dafür wurden zunächst vier unverbindliche Ideen des Ingenieurbüros Zink vorgestellt. Anschließend durften die Teilnehmer Fragen stellen und in kleinen Gruppen diskutieren, bevor sie ihre Anmerkungen und Wünsche dem Plenum vortrugen. Moderiert wurde der Abend von Udo Wenzel aus Waldkirch. Die vier Varianten: Die vier Ideen, die Peter Sackmann vom Ingenieurbüro Zink vorstellte, unterschieden sich besonders in zwei Punkten. Bei Variante eins war die Zufahrt von der Fürstbischof-Galura-Straße aus offen und es gab zumindest noch einen Parkplatz. Bei den anderen Varianten waren alle Parkplätze, auch der Zugang weg. Dafür war der Platz stärker als solcher zu erkennen mit Baumreihen, Schirmen, mobilem Grün und Bänken. Variante drei sah noch eine zusätzliche Unterteilung durch Treppenstufen zum Sitzen und zur optischen Kaschierung der Steigung des Platzes vor. Bei Variante vier gab es noch eine Mauer neben der Treppe des Rathauses. Parkplätze und Zufahrt: Dass die Parkplätze weg sollen, beunruhigte nicht wenige Bürger. "Die Entwürfe gefallen mir auch, aber sollen wir etwa in Schönheit sterben?", fragte etwa Karl Saar von "Schuh und Sport Saar". Er sah im Wegfall der Parkplätze eine Bedrohung für die Geschäfte in der Innenstadt. Auch gaben einige Bürger zu bedenken, dass die Parksituation durch die Gäste der 41 Ferienwohnungen gegenüber des Rathausplatzes dort jetzt schon häufig sehr heikel sei.

Bauchschmerzen bereitete vielen auch, wie der Verkehr abgeleitet werden sollte, würde der Zugang zu Fürstbischof-Galura-Straße gesperrt. "Dort ist eine Apotheke und das Ärztehaus. Gerade Ältere und Behinderte müssen dort in der Nähe parken können", gaben sie zu bedenken.   Grün auf dem Rathausplatz: Die Idee, schattenspendende Bäume auf dem Rathausplatz zu pflanzen, fand breite Zustimmung. Wo sie stehen und wie sie angeordnet werden sollten, dazu gab es die verschiedensten Vorschläge. Während sich manche ganze Reihen entlang des Technischen Rathauses oder der Hauptstraße vorstellen konnten, wünschten sich andere vor allem einen großen, alleinstehenden Baum – einer sogar explizit eine Silberlinde. Mobiles Grün, also Pflanzen in großen Töpfen, stießen hingegen auf keine Begeisterung. Brunnen: Dass der Brunnen wie ursprünglich vorgesehen von seinem jetzigen Standort doch noch auf den Rathausplatz umziehen könnte, damit liebäugelten einige Bürger. Und das auch noch, nachdem Bauamtschef Jürgen Rauer ihnen erklärt hatte, dass das teuer werden würde, da das darunter befindliche Pumpenwerk mit umziehen müsste. Tempo 30: Die meisten Teilnehmer wollten einen Platz, den man auch als Autofahrer sofort als solchen erkennt und wünschten sich dafür eine Tempo-Reduzierung auf 20, 30 oder 40 Stundenkilometer. Mauer: Die Mauer neben der Rathaustreppe zur optischen Abgrenzung fand einige Befürworter, sie sollte jedoch aus hochwertigen Materialien sein, wurde explizit gewünscht.

Peter Sackmann und Gabi Zimmermann vom Ingenieurbüro Zink versprachen, sich über die einzelnen Wünsche Gedanken zu machen und diese einzuarbeiten. Bürgermeister Thomas Gedemer erklärte, dass er aus dem Abend viele Erkenntnisse für die weitere Planung mitnehmen werde. Letztendlich werde aber der Gemeinderat entscheiden. Zudem erklärte er, in jedem Fall seinen Dienstparkplatz hinter dem Rathaus in einen Behindertenparkplatz umzuwandeln, um anderen den Zugang zu Apotheke, Ärztehaus und Rathaus zu erleichtern.

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