Herbolzheim TuS stutzt Herbolzheim die Flügel

Janik Pommeranz (links) machte auf Linksaußen vier Buden und ein gutes Spiel. Foto: Archiv Wendling

Überraschend souverän setzte sich Aufstiegskandidat TuS Oberhausen im Derby gegen das "Team der Stunde" aus Herbolzheim durch. Die TV-Siegesserie mit zuletzt sechs Erfolgen in Folge ist damit gerissen. Der TuS träumt weiter vom Aufstieg.

 

TuS Oberhausen - TV Herbolzheim 31:22 (18:12). Mit einer beeindruckenden Vorstellung, vor allem in der Abwehr, zeigte der Tus Oberhausen gegen den Nachbarn aus Herbolzheim am Samstagabend in der Rheinmatthalle auf, warum er in dieser Saison ganz oben in der Landesliga Süd dabei ist. Nie gefährdet war der souveräne Erfolg des TuS gegen die mit der Empfehlung von zuletzt sechs Siegen in Serie angereisten Gäste. Dominik Köbele (elf Treffer) und der in der zweiten Hälfte immer mehr aufdrehende Fabien Stoeffler (fünf Zähler) waren neben dem erneut überragenden Schlussmann Lionel Gasser die Matchwinner aufseiten der Gastgeber. Beim Gegner konnte auch Niklas Pommeranz, der alleine die Hälfte aller Herbolzheimer Treffer erzielte, die deutliche Niederlage nicht verhindern. Lediglich neun Minuten lang konnten die ohne ihre grippeerkrankten David Knezovic und Frank Reymann angereisten Gäste die Partie offen gestalten (5:3). In Folge setzte sich der TuS bis zum 12:4 (15. Minute) in kurzer Zeit auf acht Tore ab. Während beim TV vor allem der Verlust von Torjäger Knezovic (zuletzt 15 Treffer gegen Steißlingen 2) im Angriff schmerzte, war es bei den Hausherren in dieser Phase vor allem Rückraum-Shooter Dominik Köbele, den die Gäste einfach nicht in den Griff bekamen.

Zwar leistete sich der Gastgeber zwischen der 16. und der 22. Minute eine kleine Schwächephase mit vielen leichterfertigen Ballverlusten, durch die der TV mit einer 4:0-Serie noch einmal auf 13:9 verkürzen konnte, doch dann fing sich der TuS wieder und erhöhte bis zur Pause auf 18:12.

Auch in der zweiten Halbzeit ließ der TuS nicht nach. Einzig Niklas Pommeranz stemmte sich mit seinen Toren aus dem Rückraum gegen die Niederlage in einem harten, aber nicht unfairen Spiel. In den letzten zehn Minuten konnte sich TuS-Trainer Francois Berthier sogar den Luxus erlauben, zahlreichen Akteuren aus der zweiten Reihe Einsatzzeiten zu geben. "Es war ein wirklich gutes Spiel meiner Mannschaft, die immer Lösungen gefunden hat", so Berthier. "Wir wussten, dass wir sie immer mit sechs Toren auf Distanz halten mussten, damit sie nicht noch denken, dass hier etwas zu holen sei." Gästetrainer Mario Reif haderte dagegen vor allem mit dem Fehlen von Knezovic und Reymann: "Knezovic hat uns vorne gefehlt und Reymann hinten. Mit den Beiden wäre ein Punkt sicher dringewesen, denn in Bestbesetzung können wir jeden schlagen."

TuS: Schwarz, Gasser; Maurer, Köbele 11, Rieder, Stern 2, Martinez 2/1, Stoeffler 5, Metzger 1, Zamolo 2, Freppel 7/2, Heß, Kölblin 1.

TV: Ohnemus, Walter; Mokosch 1, B. Pommeranz 1, Troxler, Kunzer, Minder, N. Pommeranz 11, Klausmann 3, Guth, Mi. Brandt 2, Ma. Brandt, J. Pommeranz 4.

(tom). SG Schenkenzell/Schiltach – TuS Ringsheim 21:22 (9:12). Einen Coup landeten die Gäste im Schwarzwald, entführten beide Zähler. Bemerkenswert: Ringsheim gönnte dem Heimteam keine einzige Führung, was Trainer Heiko Rogge begeisterte: "Die Mannschaft hat eine absolute Willensleistung gebracht, sich aufgeopfert bis ans Limit." Kreativ geleitet durch Regisseur Daniel Stöcklin, basierend auf einer stabilen Deckung um Gabriel Kaufmann und Jan Schlötzer, verteidigte der TuS seine Führung über 4:8 (14.) bis zur Pausenführung. Torhüter Sebastian Morga trug seinen Teil bei, indem er einige wichtige Paraden zeigte. Nach dem Seitenwechsel kehrte der TuS gegen langsam unruhig werdende Gastgeber konzentriert zurück, hielt seine Abwehrreihe ruhig geschlossen und nutzte seine Chancen effizient. Es blieb eine hauptsächlich kämpferisch geführte Begegnung, in der Ringsheim die Mischung fand zwischen kreativer Offensive und leidenschaftlicher Defensive. Bis zum 15:18 (45.) agierten die Gäste souverän, ehe in der Schlussviertelstunde Schenkenzell nochmals alle Reserven mobilisierte, um der Heimniederlage zu trotzen. Es wurde eng, da die SG wiederholt bis auf einen Treffer aufschloss. Heiko Rogge konnte aber mitverfolgen, wie sein Kader auch in dieser Phase immer wieder die richtigen Schlüsse zog. "Die Jungs waren am Limit, so mancher konnte kaum noch richtig laufen. Aber sie haben weiter und weiter vorgelegt", so der Coach. Das reichte zum 21:22, das die Mannschaft mit großem Stolz feierte. Rogge dazu: "Wir haben eine heimstarke Truppe geschlagen, unsere Position im Abstiegskampf sicher nicht verschlechtert. So müssen wir weitermachen." Eine weitere Personalie für die neue Saison wurde am Wochenende bekannt. Den Weggang von Steffen Stocker kompensiert Michael Fedorov im linken Rückraum (19/TB Kenzingen).

TuS: Morga, Riffel; Kölblin 4, G. Kaufmann 5, Mix, Jägle 2, Schlötzer 1, S. Kaufmann, Ribsam, Stocker, Hildebrand, Stöcklin 8/2, Grafmüller, Mutschler.

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