Herbolzheim Tour mit schönen Aussichten

Meinrad Faller (Zweiter von rechts) führt die Wanderschar auf den knapp vierstündigen Rebhisli-Rundkurs.                                                                  Foto: Schnabl Foto: Lahrer Zeitung

Seit fünf Jahren gibt es den Rebhisliweg in Wagenstadt. Initiator war Meinrad Faller, der heute noch als Wanderführer im Einsatz ist. Mehr als 100 Personen beteiligten sich diesmal an beiden Touren durch die Weinberge.

Wagenstadt. Was macht die beiden Rundwege so attraktiv? Wanderfreunde können beim Rebhisli-Wandertag auf vielen kleineren Anhöhen die Aussicht auf Rheinebene und Vogesen genießen. An exponierten Stellen ist gar ein 360-Grad-Rundumblick möglich. Beim Bau wurde auch auf gute Passierbarkeit Wert gelegt. So können mehrere Aussichtspunkte mit nur 50 Höhenmetern erreicht werden. Einziges Manko: die Strecke ist für Kinderwagen nicht geeignet.

Da es in den Wagenstadter Rebbergen noch einig "Rebhisli" stehen, lag es nahe, den beiden Rundkursen diesen Namen zu geben. Meinrad Faller war einer der Motoren, der die Einrichtung unbedingt wollte. Als Ortschaftsrat hatte er den direkten Draht ins Rathaus. Dort hat man die Absicht gut geheißen – dennoch war der Weg bis zur Eröffnung ein beschwerlicher, wie sich Faller erinnert.

Ausgangspunkt ist stets die Turn- und Festhalle. Der große Rebhisliweg ist etwas mehr als sieben Kilometer lang und bietet gleichviel Verschnaufpausen an den Hütten. Die serpentinartige Route bezeichnen Einheimische als ihren Panoramaweg. Zweimal links abbiegen, schon passieren die Wandersleute den Herbolzheimer Berg – und wenig später genießen sie den Fernblick in die Rheinebene, mit den Vogesen dahinter.

In der Nacht hat es heftig geregnet. Das Gras ist nass, von den Bäumen tropft es, ab und zu kommt ein Schauer. Aber der Wanderenthusiast kennt bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Das sagt der Mann, der vermutlich jeden Stein auf dem Geläuf kennt.

Faller ist bestens ausgebildet als Fremdenführer und erläutert Sehenswürdigkeiten. Die Hochkönigsburg ist bei reflektierenden Sonnenstrahlen auszumachen. Auch der Kaiserstuhl im Vordergrund ist ein schöner Anblick. Die in Erdkunde nicht so Bewanderten dürfen auf die Hilfe des Wanderwarts hoffen. Er zeigt Kandel und Feldberg, die mit weißen Spitzen herausragen. Der 1400 Meter hohe Belchen zählt mit seiner majestätischen Kuppelform zu den schönsten Bergen der hiesigen Region. Die Blicke schweifen weiter, bis das Bleichtal wieder grüßt.

Die kleinen Rastplätze prägten die Reblandschaft. Als Stätte von Leben und Gastlichkeit inmitten der Weinberge waren sie eng verbunden mit dem oft harten Alltag der Winzer. Die "Hisli" wurden von ihnen selbst erstellt und zum Deponieren des Werkzeugs benutzt. Bei Gewitter boten sie Unterschlupf.

Sieben solcher Aussichtsplattformen werden angesteuert. Nostalgie und Wehmut trägt jeder Wanderfreund im Rucksack mit. Leider werden neue Holzhütten von den Behörden kaum mehr bewilligt. Schade, denn sie stellen ein erhaltenswertes Kulturgut dar.

Vier Stunden vergingen wie im Flug. Vom Friedhof geht es noch einmal durch das Dorf bis an den Ausgangspunkt zurück.

Auch der "kleine Bruder" mit etwas mehr als vier Kilometern Streckenlänge hat seine Reize. Zwei Stunden sollte man sich dafür Zeit nehmen. Empfehlenswert ist bei Halbzeit eine Rast am Hummelberger Aussichtspunkt.

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