Herbolzheim Stimmung bis nach Mitternacht

Schwer was los und vor allem unüberhörbar: Die "Gugge" sind in Herbolzheim los. Foto: Schnabl Foto: Lahrer Zeitung

Die Guggemusik der "Pflüme-Quätscher" haben wieder einmal ein glückliches Händchen bewiesen: Mit einigen konzeptionellen Änderungen wurde die neu ins Leben gerufene "Guggenova" ein voller Erfolg.

Wagenstadt. Die Gastgeber "Pflüme-Quätscher" traten als Erste vor dem Publikum auf. Sechs weitere "Guggen", die bis vom Bodensee und aus Basel anreisten, heizten hinterher mächtig ein. Mit pompösen Getöse hat damit nun auch in Wagenstadt die Fasent Einzug gehalten. Sieben Kapellen in ihren bunten Kostümen, mit riesigen Bässen und gewaltigen Schlagwerk-Wägen sorgen für extravagante Phonstärken.

"Gugge im Dorf" hieß früher das Stelldichein, mit dem die Wagenstädter für ihre hausgemachte Blasmusik warben. Nunmehr unter dem neuen Hallendach hat sich die Vereinsführung auch um eine neue "Tonart" bemüht. "Noch professioneller, noch spontaner und flexibler sollte der Guggenova-Abend ablaufen", erklärte der Vorsitzende der Guggemusik "Pflüme-Quätscher" Rafael Buselmeier. Nicht nur die Wirkungsstätte wechselte vom Dorfplatz in trockenes Terrain, auch das Ensemble feierte Premiere. Der musikalische Leiter Max Ketterer und sein Gefolge legten ein Höllentempo vor. Buselmeier bedankte sich in seiner Ansprache bei den vielen Mitglieder der örtlichen Vereine, die durch ihr Mitwirken den Auftritt der "Pflüme-Quätscher" erst ermöglicht hätten. Es habe sich gezeigt, dass im Dorf ein großer Zusammenhalt innerhalb der Vereinsgemeinschaft herrsche.

Nach dem Donnerwetter der Hausherren wollten die "Klang-Chaode" aus Gottenheim dem Auftritt in nichts nachstehen. Sie wirkten durchtrainiert in ihrer Trommel-Schlagkraft; "ein Haufen gelb-schwarzer Fastnachtsfanatiker", wie sie sich selbst gerne titulieren.

Guggemusik zieht Zuschauer in ihren Bann

Noch vor wenigen Jahren wurde Guggemusik mit den Attributen falsch oder schräg betitelt. Heute heißt es: laut ja, falsch wohl kaum noch. Denn auch die "Pfuus-Bagge" aus Eichsel konnten überzeugen. 42 gestandenen Gugge-Patrioten gelang es sofort das vorwiegend junge Publikum in ihren Bann zu ziehen. Die weitesten Anreisen hatten die "Gugge Vamps" aus Überlingen und die "Chaote" aus Basel. Aber für beide Gruppen ist kein Weg zu weit, um ein paar Töne auszuspucken, erklärten sie. Guggemusiker spielen kein Konzert. Die Stücke, orientieren sich nicht an streng arrangierten Noten.

Vom Rabatz-Rhythmus geprägt waren auch die Vorstellungen der Endinger "Zichfätzer" und der "Krottenbach Kaos" aus Vogtsburg. So hielt die Begeisterung für die voluminösen Töne bis nach Mitternacht an.

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