Herbolzheim Sich treffen und Gemeinschaft erleben

Bis zu 35 Gäste aus Tutschfelden und den umliegenden Gemeinden sind freitagvormittags beim Marktkaffee anzutreffen. Auch CDU-Bundestagsabgeordneter Peter Weiß (vorne, blaue Krawatte) war schon zu Gast. Ins Leben gerufen hat das Ganze der Heimatverein mit seinem Vorsitzenden Hans Schandelmeyer (links). Foto: Meier Foto: Lahrer Zeitung

In Tutschfelden gibt es jeden Freitagvormittag das Marktkaffee in der Heimatstube. Der Treff hat sich zu einer Begegnungsstätte für Jung und Alt etabliert und wird mit viel Herzblut von ehrenamtlichen Helfern betrieben.

Tutschfelden. Jeden Freitag duftet es aus der Tutschfeldener Heimatstube nach Kaffee, frisch gebackenen Brot und Brötchen. Gut gelaunt sitzen die Gäste in der gemütlichen Stube, unterhalten sich, essen, trinken und haben Spaß.

Unter ihnen ist auch Hanni Huber. Die 77-Jährige ist in Tutschfelden aufgewachsen. Jetzt lebt sie in einem Altenheim in Herbolzheim. Regelmäßig nimmt sie an dem Marktkaffee teil. "Hier zu sein bedeutet mir viel", erzählt die Seniorin. Es bereite ihr immer viel Freude auf alte Bekannte zu treffen. "Großartig ist aber auch, dass hier freitags immer abwechselnd Kinder auftreten, etwas singen, tanzen oder ein Gedicht aufsagen", erzählt sie begeistert. Es gefalle ihr, dass sich dort die Generationen treffen und das Cafe mittlerweile weit über die Grenzen ihres Heimatorts hinaus immer beliebter werde.

Bei Einheimischen und Touristen beliebt

Auch Touristen, die in Tutschfelden urlauben, gehören zu den Gästen. Genau das ist auch die Intention des Heimatvereins, der die Veranstaltung vor rund fünf Jahren ins Leben rief. "Wir wollen, dass sich die Menschen hier treffen, sie sich austauschen und an der Gemeinschaft teilhaben", bemerkt der Vorsitzende des Heimatvereins Hans Schandelmeyer. Gemeinsam mit Inge Roser, Susanne Schandelmeyer, Maria Fielhauer, Carmen Günther, Marianne Dörr und Anke Tränkle kümmert er sich abwechselnd um die Bewirtung der Gäste. Alles ehrenamtlich.

Auch sonst ist das Marktkaffee etwas Besonders. Es gibt keine Speisekarte mit festgelegten Preisen. Die Bezahlung funktioniert ausschließlich auf Spendenbasis. "Jeder gibt das, was er kann und möchte", erklärt Schandelmeyer das System, das sehr gut funktioniert. "Es bleibt mehr liegen, als wenn wir feste Preise hätten", hob der Vorsitzende hervor.

Die Einnahmen fließen allesamt in gemeinnützige Zwecke im Ort. Unterstützt werden unter anderem die Jungschar, der Kindergarten, der Seniorenkreis und die Kirchengemeinde. Die Produkte, die im Marktkaffee verzehrt werden, stammen vom Marktstand "Onkel Peter", der einzigen Einkaufsmöglichkeit im Dorf. Von dort bezieht das Café sämtliche Backwaren, und auch das Obst und Gemüse sowie saisonale Produkte. Somit ist eine Symbiose entstanden, die allen nützt. Eine deutliche Umsatzsteigerung kann "Onkel Peter" bereits verzeichnen. Und die Gäste im Cafe können sicher sein, regionale Produkte zu verzehren.

Damit der zentrale Treffpunkt im Dorf noch weiter an Attraktivität gewinnt, plant der Heimatverein den Bau eines Backhäusles im hinteren Teil der Heimatstube. "Der Bauantrag läuft, wir warten nur noch auf grünes Licht, dann geht’s los", freut sich Schandelmeyer. Wenn es dann soweit ist und alles steht, könnte sich der Heimatverein vorstellen, dass man sich hier ein- bis zweimal die Woche trifft, Teig mitbringt und gemeinsam frisches Brot backt. So würde ein weiterer Treffpunkt entstehen, der Generationen verbindet.

Der Marktkaffee findet immer freitags statt und wird von 25 bis 35 Personen besucht. Unter den Teilnehmern sind hauptsächlich Senioren, jedoch auch Kinder vom Kindergarten Fliegenpilz, welche einmal im Monat dazu kommen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile auch regelmäßige Besucher aus den Bleichtalgemeinden, der Kernstadt Herbolzheim und aus Ettenheim. In der Region wird der Marktkaffee zwischenzeitlich als "Tutschfelder Modell" bezeichnet. Auch die Politik wurde bereits darauf aufmerksam. So war etwa vor Kurzem der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Weiß im Marktkaffee zu Gast. Er nahm sich dort Zeit mit den Menschen persönlich und ohne Zeitdruck ins Gespräch zu kommen.

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