Herbolzheim Ritter bringen das 13. Jahrhundert nahe

Claudia Bühler vom Tourismusbüro Herbolzheim und Bürgermeister Thomas Gedemer vor dem neuen Maskottchen Burgi. Foto: Göpfert Foto: Lahrer Zeitung

Die Kirnburg hat dieses Jahr ein besonderes Jubiläum. Vor 800 Jahren, also 1219, ist sie das erste Mal urkundlich erwähnt worden. Gefeiert wird das mit einer Veranstaltungsreihe und einem Maskottchen.

Bleichheim. "Burgi" heißt der Zeichentrick-Ritter, der in Zukunft zeigen soll, wo es rund um die Kirnburg lang geht. Eine Projektgruppe des Ortschaftsrats hat ein Wanderwege-Konzept ausgearbeitet, das Zug für Zug auf den Weg gebracht werden soll.

Insgesamt vier Rundwege rund um Bleichheim sind geplant. Einer – der in Richtung Burg – soll bis zu den Jubiläumsfeierlichkeiten fertig sein. Auf den Wegweisern und Infotafeln des Wegs wird "Burgi" zu finden sein, mal mit Schwert, mal mit Standarte oder einem anderen "ritterlichen" Gegenstand. Er soll besonders für die Kinder das Wandern spannender machen und auf Besonderheiten aufmerksam machen, etwa einen QR-Code, hinter dem sich etwas Interaktives verbirgt, berichten Herbolzheims Bürgermeister Thomas Gedemer und Bleichheims Ortschaftsrat Patrik Vetter.

Bis es aber so weit ist, weist "Burgi" erst einmal auf einem Schild am Torhaus-Parkplatz auf das Jubiläum hin. Für dieses laufen die Vorbereitungen bereits emsig. Bei einer Putzete wurde die Burg von Gestrüpp befreit, es wurde eine richtige Schneise geschlagen, sodass die Kirnburg nun auch wieder von Richtung Broggingen und Wagenstadt aus gut zu erkennen ist. Ein Farbkleckser soll bei dieser Ansicht zukünftig eine Fahne bilden, sie wird das vermoderte Holzkreuz auf der Burg ersetzen, erklärte Vetter gegenüber unserer Zeitung. Eventuell wird es noch eine zweite Putzete geben, bei der der Efeu entfernt werden soll, idealerweise wird bis zum Jubiläum auch noch die Hütte auf der Kirnburg renoviert.

Inoffiziell hat die erste Veranstaltung zum Kirnburg-Jubiläum bereits stattgefunden, mit der Eröffnungstour der geführten Touren. Bei dieser hatte sich Bernadette Göhrig mit 40 Teilnehmern auf die Spuren der Kirnburg in Bleichheim begeben und ihnen die Zeit, in der die Burg gegründet wurde, näher gebracht.

Die offizielle Eröffnung der Jubiläums-Veranstaltungsreihe ist jedoch erst am Sonntag, 19. Mai, wenn Burgenführer Hansjürgen van Akkeren im historischen Gewand zur Burg führt. Auf dem Weg dorthin wird er Wissenswertes erzählen. Seine Strecke soll in etwa der des neuen Rundweges entsprechen, an den Stationen später einmal Infotafeln stehen. Zum Abschluss bewirtet auf der Kirnburg die Vereinsgemeinschaft Bleichheim. Treffpunkt ist um 13.45 Uhr an der Kirnburghalle.

Auf die Spuren der Üsenberger, genauer gesagt auf die Spuren von Wolf von Hürnheim, führt Klaus Weber, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Geschichte und Landeskunde in Kenzingen, am Samstag, 20. Juli, ab 14 Uhr. Bleichheim beziehungsweise Bleicha, wie das Dorf damals hieß, wurde nämlich von Kenzingen her besiedelt, die Üsenberger waren lange das Herrschergeschlecht auf der Kirnburg.

Richtig groß gefeiert wird das Jubiläum am Tag des Denkmals am 8. September auf der Kirnburg und der Schlosswiese. An diesem Samstag gibt es um 10.30 Uhr zunächst einen Festgottesdienst auf der Schlosswiese mit Pfarrer Botho Jenne und Diakon Herbert Kausch, anschließend wird dort bewirtet. Auf der Burg wird die Freie Ritterschaft Baden lagern und damit das 13. Jahrhundert lebendig werden lassen. Handwerker, Gaukler, Musiker und Sänger werden sich in ihrem Gefolge befinden, und auch Schaukämpfe sind geplant. Zudem wird es Führungen auf der Burg geben.

Um 15.30 Uhr steht noch ein weiterer Höhepunkt an. Unter der Regie und von Steffen Ghani, der unter anderem auch die Stücke für das Altstadtfest Kenzingen schreibt, wird es ein Schauspiel zur Beurkundung der Kirnburg geben.

Der älteste Bereich der Kirnburg wurde um 1160 von Burkhart I. errichtet, ein Gefolgsmann des Stauferkaisers Friedrich Barbarossa. 1219 wurde die Burg als "Castrum nostro Kirnberc" das erste Mal urkundlich erwähnt. Sie kam im 13. Jahrhundert in den Besitz der Herren von Üsenberg, die die Vorburg ausbauten. 1352 gingen die Burg und ihre Herrschaft an Heinrich IV. von Hachberg über. Danach wechselten die Herrschergeschlechter auf der Kirnburg, bis ab 1424 die Bischöfe von Straßburg die Burg ein letztes Mal ausbauten und befestigten. 1515 erwarb Wolf von Hürnheim zum Tuttenstein das Gemäuer zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges als Lehen, innerhalb von kurzer Zeit wurde sie jedoch erobert und zerstört.

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