Herbolzheim Mario Reif macht beim TVH Schluss

Neustart beim Landesligisten TV Herbolzheim: Nach drei Jahren gibt Mario Reif das Traineramt zum Saisonende aus persönlichen Gründen ab. Auch bei einem möglichen Aufstieg wäre der 46-Jährige nicht zu halten.

In der Landesliga Süd läuft es derzeit für den TV Herbolzheim wie am Schnürchen. Der TVH glänzt Woche für Woche mit Tempohandball. Lediglich eine Saisonniederlage hat die Mannschaft von Trainer Mario Reif in dieser Spielzeit kassiert. Mit 18:2-Punkten lauert der Turnverein in Schlagdistanz zur HU Freiburg und dem TV Ehingen auf dem dritten Tabellenplatz. Zuletzt wurde am Samstag der TV St. Georgen beim leicht und locker herausgespielten 31:19 aus der Breisgauhalle geballert.

Doch trotz des derzeitigen Erfolgs, bei dem am Ende die lang angepeilte Rückkehr in die Südbadenliga stehen könnte, macht Mario Reif am Saisonende als Trainer Feierabend. Drei Jahre lang hat der 46-jährige ehemalige Spieler des TV Herbolzheim, der im Sommer 2016 vom entlassenen Sigurjon Sigurdsson übernommen hatte, dann das Zepter an der Seitenlinie des Turnvereins geschwungen. Rund 100 Spiele der Herbolzheimer habe er dann geleitet, rechnet Reif vor, dazu unzählige Trainingseinheiten. Um mehr Zeit mit der Frau und dem kleinen Sohn und weniger Zeit auf der Straße oder in der Halle zu verbringen, will Reif dann mit seinem geliebten Hobby Handball deutlich kürzer treten. "Es wird einfach zu viel mit der ständigen Fahrerei", gesteht der Noch-TVH-Trainer, der in Biberach wohnt. Auch bei einem möglichen Aufstieg in die Südbadenliga werde er sich nicht umstimmen lassen. Im Gegenteil: "Dann mache ich es erst recht nicht. Denn Südbadenliga bedeutet schließlich noch mehr Trainingseinheiten", sagt Reif.

Außerdem sieht der Biberacher die Gefahr eines möglichen Abnutzungseffekts, der nach einigen Jahren im Traineramt einsetzen könnte: "Die Jungs brauchen etwas Neues. Mit der Zeit verbraucht man sich schon ganz schön", so Reif, der vor seiner Zeit in Herbolzheim bereits die Handball-Damen des TV Seelbach und des FV Unterharmersbach trainiert hatte.

Ein Jahr noch als Sportlicher Leiter

Da auch Co-Trainer Thomas Mutschler in der nächsten Saison als neuer Chefcoach nicht zur Verfügung stehen wird, schaut sich der TVH bereits nach einem Nachfolger für Reif um. "Es wäre gut, wenn er nicht zu weit weg wohnt und über die B-Trainerlizenz verfügt", so Reif über das Anforderungsprofil an den Trainerposten in Herbolzheim. "Die B-Lizenz ist allerdings kein Muss." Ganz Schluss sein wird für Mario Reif mit dem Handball in Herbolzheim allerdings nicht. Reif ist derzeit bereits in Personalunion als Sportlicher Leiter der Handballer aktiv und will diese Aufgabe auch nach seinem Ausscheiden als Trainer noch ein weiteres Jahr fortführen. Im Anschluss will sich der Biberacher im Förderkreis verstärkt um die Akquirierung von Sponsoren kümmern, um den TVH auch künftig in sicheren Fahrwassern zu ­wissen.

Trainer graust es vor Auswärtshürden

Doch jetzt gilt Reifs Fokus noch ganz dem möglichen Aufstieg, der nach dem Erfolg gegen St. Georgen, bei dem vor allem die Altmeister Erik Ziehler und Sascha Ehrler glänzten, wieder ein Stückchen näher gerückt ist. Dennoch warnt Reif vor zu viel Euphorie: "Es ist richtig, dass wir ein starkes erstes Drittel gespielt haben. In der Liga hat sich mit der Handballunion, Ehingen und uns eine Dreiergruppe herauskristallisiert. Aber wer von denen am Ende aufsteigt, hängt vor allem vom kommenden Verletzungspech ab." Laut Reif sei die Südstaffel der Landesliga derzeit sehr stark besetzt. "Es ist einfacher, nicht aus der Südbadenliga abzusteigen, als bei uns aufzusteigen", so Reif, dem vor allem vor den schweren Auswärtspartien in St. Georgen, Ehingen und am Bodensee graust.

Drei Spiele muss der Tabellendritte Herbolzheim noch bis zur Winterpause bestreiten. Darunter sind die Spitzenspiele gegen Tabellenführer HU Freiburg und beim Nachbarn in Kenzingen – Reifs Heimatverein. "Am 21. Dezember sind wir dann vielleicht ein wenig schlauer. Aber bis dahin heißt es, den Ball flach zu halten."

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