Herbolzheim Kindern Zukunft ermöglicht

Wird die Gaumenspalte nicht operiert, beeinträchtigt sie die Kinder körperlich und psychisch ein Leben lang. Foto: Perukreis Foto: Lahrer Zeitung

Der ökumenische Perukreis unterstützt das Projekt "Gesichtermacher" des DRK. Dieses ermöglicht es, die bei den Menschen in Peru häufig vorkommende Lippen- und Gaumenspalten zu operieren. Nun kam der Bericht der 13. Operationsreise.

Herbolzheim/Peru. Der Ökumenische Perukreis Herbolzheim konnte durch Spenden auch vom ehemaligen Perukreis in Seelbach, der KFD Wagenstadt und vieler privater Spender bereits viele Operationsreisen unterstützen. In Peru werden jedes Jahr etwa 1500 Kinder mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte geboren, es ist eine der häufigsten angeborenen Fehlbildungen. Leider bleiben viele Kinder unversorgt.

Betroffene sind ohne OP ein Leben lang beeinträchtigt: Die Fehlbildung ist weit mehr als ein kosmetisches Problem, sie behindert die Betroffenen sowohl in ihrer sprachlichen als auch körperlichen Entwicklung massiv, eine normale Nahrungsaufnahme ist nur erschwert möglich – bis hin zum vollständigen Verzicht auf feste Nahrung. Hinzu kommen Erkrankungen im HNO-Bereich und Zahnfehlstellungen. Nicht operiert leiden Betroffene nicht nur körperlich, sondern meist ihr Leben lang psychisch unter sozialer Ausgrenzung. Hilfe durch freiwillige Einsätze: Der Verschluss einer Lippen-Kieferspalte oder eines offenen Gaumens verlangt großes chirurgisches Wissen, das aber in vielen Ländern – so auch in Peru – zu wenig vorhanden ist. Außerdem können die Kosten für eine Operation von den meist sehr armen Dorfbewohner nicht aufgebracht werden.

MKG-Chirurgen und deren Krankenpflegekräfte opfern ihren Urlaub und verzichten auf touristische "Standards", um den Menschen dauerhaft zu helfen. Sie operieren vor Ort, bilden aber auch engagierte peruanische Ärzte in der MKG-Chirurgie aus.   Die 13. Operationsreise: Am 12. Oktober vergangenen Jahres reiste das Ärzte- und Helferteam wieder nach Peru, um Kinder mit Gaumenspalten zu operieren. Zuvor waren einige Schwierigkeiten zu überwinden, denn der Zoll machte wegen der benötigten Geräte einige Probleme. Noch wenige Tage vor Abflug stand alles auf der Kippe. Ohne diese Papiere wäre ein Passieren der Flughafenkontrolle wahrscheinlich gescheitert. Glücklicherweise kamen nach einigen Interventionen auf dem Konsulat in Berlin, der Botschaft in Peru und der Regionalregierung in Huaraz, diese doch noch rechtzeitig und konnte wie geplant in Huarez operiert werden.

"Um in diesen wenigen OP- Tagen möglichst viele Eingriffe zu machen, sind wir mit einem Team gereist, das auf fast allen Aufgabenpositionen doppelbesetzt war. Unsere Wunschvorstellung war, dass wir zwei OP-Säle nutzen können. Letztlich sind wir aber auch mit dem einen Saal und dem einen zum Aufwachraum umfunktionierten OP-Raum gut ausgekommen. Wir haben uns abgelöst und oft bis sehr spät operiert", berichtet Andreas Pöhl, der die Operationsreisen als Arzt leitet.

Operiert wurde diesmal ausschließlich in Huarez. Aus Cajamara, wo man zuvor mehrfach operiert hatte, hat man sich vorerst zurückgezogen, da dort die Ärzte mit der Unterstützung Pöhl seit 2010 weitergebildet wurden und derzeit selbst operieren.

Müde aber glücklich reiste das Team am 25. Oktober wieder zurück, mit dem sicheren Gefühl, weiterhin gebraucht zu werden, und mit Erinnerungen von glücklichen Kindern und Eltern nach den Operationen.

Weitere Informationen: https://perukreis-herbolzheim.de/

Eine weitere OP-Reise nach Peru ist für 2020 geplant. Das Team freut sich jetzt schon darauf, von Kindern, die anlässlich der vergangenen Reise operiert wurden, empfangen zu werden und deren und ihrer Eltern glückliche Gesichter zu sehen.

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