Herbolzheim In den Ferien freiwillig in die Schule

Rodrigo da Silva (hinten von links), Nanni Laupheimer, Jürgen Henninger, Clemens Schätzle sowie Lehrer Philipp Frommherz und Rosemarie Sigler im Gespräch mit den Schülern. Foto: Göpfert Foto: Lahrer Zeitung

Herbolzheim. In den Ferien freiwillig mit Spaß lernen, um dann im neuen Schuljahr wieder voll durchstarten zu können, das ist das Konzept der Kiwanis-Ferienschule. Eine oder zwei Wochen lang konnten Schüler von Realschule und Werkrealschule vom 6. bis 17. August an der Emil-Dörle-Schule in Herbolzheim Stoff in den Hauptfächern Deutsch, Englisch oder Mathematik noch einmal durchgehen.

Dass dieses Konzept auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg war, davon konnten sich die Verantwortlichen bei einem Rundgang durch die Klassenzimmer selbst überzeugen. 66 Schüler in der ersten und 55 Schüler in der zweiten Wiederholungswoche nahmen dieses Jahr die Gelegenheit wahr, sich von Lehramtsstudenten Unterrichtsstoff erklären zu lassen – so viele wie noch nie zuvor in Herbolzheim.

"Man merkt, dass die Schüler sehr gut gestimmt sind", erklärte Jürgen Henninger vom Kiwanis-Club Emmendingen. Untermauert wird dieser Eindruck von der Umfrage, die Rodrigo da Silva unter den Schülern gemacht hatte. Er hatte dieses Jahr erstmals die pädagogische Koordination der Ferienschule übernommen, unterstützt wurde er dabei von Rosemarie Sigler, die die Ferienschule in Herbolzheim von Anfang an mitkoordiniert hat.

In der Umfrage gaben 56 von 60 Schülern an, dass sie ihre Lücken aufarbeiten konnten. Ausnahmslos alle Teilnehmer würden die Kiwanis-Ferienschule weiter empfehlen. 18 von ihnen wurden von ihren Eltern angemeldet, 42 von ihnen wollten aber von sich aus an der Schule teilnehmen. "Alle, die kommen, kommen vielleicht nicht immer mit Euphorie, aber dafür mit der Einsicht, dass sie etwas ändern wollen", erklärte Sigler und berichtet weiter von ihren Erfahrungen: "Viele Schüler, bei denen der Lernstoff abgerissen ist, können im neuen Schuljahr durch die Ferienschule auf einem anderen Niveau wieder einsteigen und dieses auch oftmals halten." Einige der Kinder waren auch zum wiederholten Male dabei, manche von ihnen sind auch gute Schüler, die sich noch weiter verbessern wollten.

In Gruppen von maximal acht Teilnehmern könnten die Lehrenden individuell auf die einzelnen Probleme der Schüler eingehen, ohne dass diese ununterbrochen im Fokus seien, erklärt Henninger und fügt hinzu: "Viele Schüler sind vor allem im Mündlichen stark dabei und bekommen so viele Erfolgserlebnisse." "Die Erfolge in der Ferienschule sind dann für die Schüler eine tolle Lernmotivation fürs nächste Schuljahr", ist sich Nanni Laupheimer, die neue Direktorin der Emil-Dörle-Schule sicher. Auch Bürgermeister-Stellvertreter Clemens Schätzle betonte die Wichtigkeit der Ferienschule und bedankte sich bei allen beteiligten für die Organisation.

Während der Kiwanis-Club die Lernstunden finanziert, finanziert die Stadt Herbolzheim die Workshops, bei denen die Kinder am Nachmittag Talente bei sich entdecken können. Spiel und Spaß, Ball-Spiele, Film, Backen, Golf und Kunst mit Ingrid Kauselmann standen zur Auswahl. Um den letztgenannten neuen Workshop zu finanzieren, hatte die Stadt zusammen mit Karl Karlitzky zwei seiner Bilder versteigert. Die Firma ebm-papst unterstützte die Ferienschule, indem sie den Kindern das Mittagessen spendierte.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Ferienschule auf 10 000 Euro. Finanziert wird dies auch durch ein Golf-Turnier in Tutschfelden, die Erlöse dieses Jahr beliefen sich auf 14 000 Euro, die für die Ferienschule im nächsten Jahr verwendet werden.

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