Herbolzheim "Hoffentlich entstehen neue Freundschaften"

Den Jungmusikern der Herbolzheimer Stadtmusik ist anzusehen, dass ihnen der Aufenthalt in Sisteron gefallen hat. Diese Aufnahme entstand in der Partnergemeinde unmittelbar vor der Rückfahrt. Foto: privat Foto: Lahrer Zeitung

Sisteron/Herbolzheim. "Die Partnerschaft lebt": Dieses positive Fazit zieht Hans-Peter Baumann nach seiner Rückkehr aus Sisteron. Der Vorsitzende des Bürgervereins für Städtepartnerschaften hatte mit rund einem Dutzend weiterer Erwachsener die Jungmusiker der Stadtmusik Herbolzheim in die Gemeinde in der Provence begleitet. Die Gruppe war vier Tage dort und ist am Samstag vor einer Woche zurückgekehrt.

Wie gewohnt kamen die Herbolzheimer in Gastfamilien unter. "Es ist schön, dass die jungen Leute Kontakte knüpfen", freute sich Baumann. Die Jungmusiker, von denen viele zum ersten Mal in Sisteron waren, sahen sich in der Gemeinde um und besuchten auch Aix-en-Provence. Außerdem gaben sie ein Konzert in Sisteron und umrahmten auch die Eröffnung einer Ausstellung mit Werken des Herbolzheimer Künstlers August Bohn.

"Dieser Besuch bringt junge Menschen aus unseren beiden Städten zusammen und ist somit besonders zukunftsorientiert. Es wäre schön, wenn daraus neue Freundschaften entstehen würden", sagte Baumann bei einem Abend mit dem Sisteroner Comité de Jumelage. Dabei stellte er auch Lea Friedman vor. Die Schülerin hat in diesem Jahr den Preis für hervorragende Leistungen im Fach Französisch in der Emil-Dörle-Realschule gewonnen, den der Bürgerverein aussetzt, um Schüler zusätzlich zum Fanzösisch-Lernen zu motivieren.

Und wie steht es insgesamt um die Städtepartnerschaft? "Wir können hochzufrieden sein", stellt Baumann fest. Es gebe rege Kontakte auf Vereinsebene – zum Beispiel zwischen den Tischtennis- und Radsportvereinen beider Kommunen –, auch der Bürgerverein für Städtepartnerschaften selbst fährt mindestens einmal im Jahr mit bis zu 50 Teilnehmern für ein paar Tage nach Sisteron. Ein wenig Sorge bereitet Baumann, dass die mittlere Generation – Menschen um die 40 Jahre – unter den Teilnehmern solcher Besuche rar ist. "Aber man muss es eben auch mit dem Beruf vereinbaren können", weiß Baumann, der selbst seit nun 31 Jahren an der Spitze des Bürgervereins für Städtepartnerschaften steht.

Ein Höhepunkt des aktuellen Besuchs in Sisteron war die Eröffnung der August-Bohn-Ausstellung, die im Sommer 2017 bereits im Herbolzheimer Torhaus gezeigt worden war. Ein Schwerpunkt waren Aquarelle und Federzeichnungen, entstanden auf mehreren Reisen Bohns nach Sisteron und in die Provence.

In Sisteron und Clamensane war Bohn (1930 bis 1994) ein gern gesehener Gast. Mit seiner Staffelei gehörte er immer wieder zum Stadtbild, hob Baumann in seiner Ansprache bei der Vernissage hervor. In der Ausstellung waren auch Ansichten von Herbolzheim, vom Taubergießen, dem Kaiserstuhl und dem südlichen Schwarzwald zu sehen.

Bohn lebte und arbeitete in Herbolzheim. In seinem Werkstatt-Atelier in der Friedrichstraße konnten ihm die Besucher bei seiner künstlerischen Arbeit zusehen. Der Maler und Grafiker war auch Mitglied des Partnerschaftsvereins. "Wir verdanken ihm unser Logo, das er in den frühen 1980er Jahren für uns entworfen hat", betonte Baumann bei der Vernissage.

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