Fußballschuhe selbst gestalten Herbolzheimer Start-Up will zur WM

Matthias Leibitz (von links), Manuel Meier, Matthias Lang und Benjamin Dorsch von der Herbolzheimer Firma "Imontana" haben mit ihren individuell gestaltbaren Fußballschuhen große Pläne. Foto: Imontana

Herbolzheim - Was bislang nur Profifußballer kennen, soll nun für jeden möglich sein: Bei der Firma "Imotana" können Spieler ihre Schuhe selbst gestalten und maßanfertigen lassen. Mit diesem Konzept will das Start-Up seine Schuhe zur WM 2022 bringen.

Auch wenn sie nicht über Ronaldos Schusstechnik oder Messis Dribbelkünste verfügen, sollen sich Fußballer wie Profis fühlen. Das ist die Vision von Geschäftsführer Matthias Leibitz, der nach dem Erfolg des Torwarthandschuhs "T1tan" nun auf Schuhe setzt. Maßanfertigungen mit dem gewünschten Design waren bisher den Stars vorbehalten. Mit "Imotana" soll dies nun auch in den Kreisligen möglich sein.

"Die Spieler sagen: ›Ey geil, darauf haben wir gewartet‹", berichtet Leibitz im Gespräch mit der Lahrer Zeitung. Seine Torwarthandschuhe haben es – auch dank der Unterstützung von Ex-Nationaltorwart René Adler – von den Amateurplätzen bis in die Bundesliga geschafft. Ähnliches plant Leibitz nun mit "Imotana". Im Gespräch mit Kunden sei der Bedarf nach individuellen Schuhen zur Sprache gekommen. "Bislang muss man sich entscheiden, ob man das Modell nimmt, dass einem am besten gefällt, oder das, was am besten passt", erklärt Leibitz. "Imotana" soll diese beiden Aspekte kombinieren.

Das Konzept besteht aus zwei Teilen: Im ersten Schritt können Kunden per App auf ihrem Smartphone einen 3D-Scan ihrer Füße machen. Diese Daten schicken sie an das Unternehmen für die Maßanfertigung. Auf der Webseite können sie im zweiten Schritt ihren Schuh dann nach Belieben gestalten. Vom Schnürsenkel bis zur Sohle können die Spieler alles farblich anpassen. Zudem ist Platz für den Namen und die Trikotnummer.

Das Design wurde gemeinsam mit den Kunden entwickelt

"Bisher konnten sich Amateure so etwas nicht leisten", betont der Geschäftsführer die Besonderheit des Konzepts. Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit Benjamin Dorsch, der sieben Jahre in Indonesien als Hersteller von Fußballschuhen gearbeitet hat. "Er weiß, worauf es ankommt", sagt Leibitz über ihn. "Von uns kommt das Wissen über die 3D-Konfiguration, von ihm das Wissen über die Produktion". "Imotana" habe Leibitz bewusst getrennt von "T1tan" entwickelt. Die Kunden sollen hinter der Marke nicht speziell für Torhüter gefertigte Schuhe vermuten.

Stolz ist der Geschäftsführer auf die Community des jungen Unternehmens. Mithilfe der Facebook- und Instagram-Abonnenten habe man die Desings entwickeln können und werde sie auch weiter überarbeiten. "Wir wollen flexibel auf Trends reagieren", sagt Leibitz.

Das Unternehmen plant, Ende Juli mit seiner "Kickstarter"-Kampagne an den Start zu gehen. Hierbei können die Kunden Schuhe vorbestellen, die dann ab Oktober geliefert werden. Die Kampagne soll das nötige Geld einspielen, um nach weiteren Investitionen "Imotana" Ende des Jahres marktfähig zu machen. Das Unternehmen plant mit Kosten von 200 Euro pro Paar Schuhe; während der Kickstarter-Aktion gibt es Rabatt.

Die Zielgruppe für das Unternehmen sei der Amateurbereich, erzählt Leibitz. Dennoch verrät er, dass er auch größere Träume hat: "Ich wünsche mir, dass bei der Weltmeisterschaft nächstes Jahr ein paar Spieler mit unseren Schuhen auflaufen". Die Hoffnung liege auf Profis, die nicht den höchsten Star-Status und somit keine persönlichen Ausrüsterverträge haben: "Individualität ist gerade voll im Trend. Mit einem eigenen Design kann man etwas bestimmtes ausdrücken. Und vielleicht will ein Spieler ja auch einen Schuh in den Farben seines Vereins".

Rechtsstreit mit Oliver Kahn

Matthias Leibitz’ Marke "T1tan" erregte 2018 bundesweite Aufmerksamkeit, als Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn rechtlich gegen den Namen vorging. Dieser war seinerzeit in den Medien als "Titan" bekannt. Inzwischen ist der Streit vom Tisch. Die Firma darf die Torwarthandschuhe weiter unter ihrem Namen produzieren.

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