Herbolzheim Gefühlt war das ganze Dorf da

Auf der Erfolgsleiter angekommen: die Damen von "Montags kann ich" Foto: Schnabl Foto: Lahrer Zeitung

Wagenstadt (ws). Der Ausnahmezustand war vorprogrammiert: 250 Dorfkarnevalisten standen bereit, um die "Wagestadter Pflümesitzung" zu meistern. Gefühlt saß der Rest des 1000-Seelen-Dorfs in der proppenvollen Sporthalle und genoß das mehr als vierstündige Spektakel. Die Baustellenhalle wandelte sich in einen Fasnettempel, stellte Obernarr Sebastian Huber fest, der sogleich die "süßen Früchtchen" der Rot-Schwarzen-Garde und danach die blau-weißen Teenager als optische Blickfänge anpries.

"D’Bott" zelebrierte erneut das Wagenstadter Hochamt. Hinter der bimmelnden Beamtenperson steckte Traudel Höhn. Zu den Tanzeinlagen gehörte der schaurig anmutende "Hexetanz" und der Gardetanz, den die "MC-Mopedli Wagenstadt" mit Vollgas und Vollbremsung vorführte. Taktvoll mit Geklöppel ohne Ende ließ das "Drum-herum-Quartett" die Stöcke auf die Barhocker schwingen. Die Guggemusiker der "Pflüme-Quätscher" konnten diese Geräuschkulisse noch gewaltig steigern. Jede Menge schräger Töne prasselten auf das Publikum darnieder.

Eine gute Figur gaben die SG-Aktiven ab, die als "Die Guten" und "Die Bösen" auftraten und auf dem Surfbrett Balance bewiesen. Wie man auf diskret "den Alten" um die Ecke bringt, verriet die Lady-in-Black-Formation "Schwarze Witwen". In andächtigen Trauerliedern würdigten sie ihren Verblassten.

Auch Bürgermeister und Ortsvorsteher machten mit

In "Erna und der Bürgermeister" mimte der ehemalige Bürgermeisterkandidat Thomas Groß den Verwaltungsmenschen, der aktuelle Bürgermeister Thomas Gedemer schlüpfte in die Rolle einer biertrinkenden und schnapseinflößenden Vergreisten.

Die Feuerwehr wurde gleich zu mehren Einsätzen alarmiert: zur Brandbekämpfung, dem daraus resultierenden Wasserschaden, einer Tierrettung und schließlich war da noch eine einzuleitende Geburt. Die Girls "Montags kann ich" erinnerten an die 80er-Jahre. Die Tücken bei der Platzwahl im beengten Kino beinhaltete die Pantomimen-Parodie. Zwischen zwei jung Verliebten übermittelten ein Groupie-Paar, zwei Girlies und ein Vampier deren Zutraulichkeiten. Missverständnisse natürlich vorprogrammiert.

Wenn Gedärme unfreiwillig dröhnen, dann kostet "Das große Geschäft" bisweilen eine Stange Geld. Notgedrungen musste ein Betroffener Schmiergelder für die Rolle berappen. Vom Säbelrasseln bis zur Meuterei, die Gardemädels beeindruckten mit ihrem Piraten-Showtanz.

Vor dem großen Finale verwandelte sich die Pflüme-Sitzung in ein wahres Tohuwabohu, alles in "Grün, Grün, Grün". Schrittkombinationen waren dem Zufall überlassen, aber trotzdem gekonnt. Diesmal stahl Ortsvorsteher Thomas Hofstetter dem gleichnamigen Schultheiß Thomas Gedemer die Show. Auch diese Vorstellung kam um eine Zugabe nicht herum.

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