Herbolzheim Fast alle Senioren fühlen sich wohl

Was wünschen sich Herbolzheims Senioren und wie kann die Stadt sie besser unterstützen? Um das herauszufinden, sind alle Senioren am Donnerstag, 14. März, ab 17.30 Uhr zum Workshop "Gut leben im Alter" ins Bürgerhaus Tutschfelden eingeladen.

Herbolzheim. Vorausgegangen war dem Workshop die Seniorenbefragung von 2068 Einwohnern der Stadt und der Ortsteile. Dessen Ergebnisse liegen nun vor und Klaus Kortmann vom ausführenden Institut LQM will mit den Bürgern über die Ergebnisse und die daraus zu ziehenden Konsequenzen diskutieren. Zwar werden am Donnerstag auch Vertreter von Stadtverwaltung und Gemeinderat da sein – doch in erster Linie als Zuhörer, wie Kortmann betont. Gefragt ist die Meinung der Betroffenen. Die Umfrage-Ergebnisse werden beim Workshop nochmals vorgestellt, doch einen ersten Einblick gab es aber bereits in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Demografie, Lebensgefühl und Wohnen: Zwei Drittel der Senioren ab 65 Jahren (1413 von 2068) leben in der Kernstadt. 96 Prozent fühlen sich in Herbolzheim sehr wohl oder alles in allem wohl. Für 92 Prozent der Befragten gilt das ebenso für ihre nähere Wohnumgebung. Der Wert der Senioren, die sich sehr wohl fühlen, liegt jedoch in der Kernstadt mit 42 Prozent wesentlich höher als in den Stadtteilen mit durchschnittlich 25 Prozent. Bezogen auf die nähere Wohnumgebung ändert sich das jedoch: In dieser fühlen sich 42 Prozent der Befragten der Kernstadt "sehr wohl", in den Stadtteilen sind es 47 Prozent, Broggingen ist mit 61 Prozent Spitzenreiter. Soziale Einbindung und Kontakte: Während in den Ortsteilen 19 Prozent allein leben, ist es in der Kernstadt mehr als jeder Vierte. Dies kann auch mit der unterschiedlichen Anzahl der Kinder zusammenhängen: Sie liegt in der Kernstadt im Durchschnitt bei 2,15 und in den Ortsteilen bei 2,41 Kindern. Auch leben in den Ortsteilen mehr Kinder in der Nähe der Eltern. Die Werte sind jedoch beides Mal mit 62 beziehungsweise 57 Prozent (Kernstadt) relativ hoch, was Rückschlüsse darauf zulässt, dass die Senioren insgesamt gut versorgt sind. Das spiegelt sich auch in der Umfrage wider: Nur ein Prozent in der Kernstadt und drei Prozent in den Ortsteilen würden sich Hilfe wünschen, bekommen aber keine. Jedoch: woher die Hilfe kommt, ist unterschiedlich: Familienangehörige unterstützen die Senioren in der Kernstadt häufiger als in den Ortsteilen. Dort werden öfter private Pflegekräfte sowie ambulante Hilfen einbezogen.

Umgebung und Infrastruktur: Bei der Erledigung von Besorgungen gibt es deutliche Unterschiede zwischen Kernstadt und Ortsteilen: Insbesondere die häufigere Nutzung des Autos in den Stadtteilen (61 Prozent zu 44 Prozent in der Kernstadt) sowie die selteneren Erledigungen zu Fuß (11 Prozent zu 43 Prozent) oder Fahrrad (20 Prozent zu 35 Prozent). Das lässt Rückschlüsse auf schlechtere Einkaufsmöglichkeiten in den Ortsteilen zu. Bus und Bahn hingegen haben sowohl in der Kernstadt (23 Prozent) als auch in den Ortsteilen (19 Prozent) eine geringe Bedeutung.

Unter den Einrichtungen, die die Senioren besonders vermissen sind Ärzte, Post sowie Lebensmittelgeschäfte, und Gewerbe. Auch Haltestellen, Sportangebote, Grünanlage und Freizeitangebote haben relativ schlechte Zufriedenheitswerte für die Erreichbarkeit bekommen. Auf die Frage, welche Einrichtungen noch vermisst werden, hat Kortmann insgesamt 259 Nennungen (darunter viele doppelt) bekommen. Er empfiehlt. die schnell umzusetzen, bei denen das einfach und kostengünstig möglich ist. Perspektive Alter: Bei den Wohnformen im Alter wird die Betreuung und Pflege Zuhause eindeutig präferiert (Kernstadt: 97 Prozent; Ortsteile 99 Prozent), Alten- und Pflegeheime (52 und 63 Prozent) und besonders Senioren-WGs (gut die Hälfte) sind wesentlich unbeliebter.

Bemerkenswert niedrig ist die Bekanntheit und Nutzung von Beratungsangeboten, obwohl diese zum Teil regelmäßig in den Medien zu finden sind, die die Senioren bevorzugt nutzen, darunter auch im favorisierten Medium Amtsblatt "Grünes Blättle" (96 Prozent regelmäßige Leser). Handlungsempfehlungen: Laut Kortmann sollte gemäß der Umfrage die Verbesserung des Nahverkehrsangebots die höchste Priorität haben. Auch über einen Fahr- und Bringdienst oder die Einrichtungen eines Bürgerbusses sollte in seinen Augen nachgedacht werden. Zudem machte er weitere Vorschläge zur Wohnsituation, zur Einrichtung von sozialen Angeboten, über die am Donnerstag diskutiert werden kann.

Damit alle interessiertenBürger am Workshop "Gut leben im Alter" teilnehmen können, hat die Stadt Hebrolzheim einen Bus zur Veranstaltung organisiert. Die Busabfahrtszeiten sind wie folgt:  17 Uhr: Herbolzheim, Stadtgarten  17.03 Uhr: Herbolzheim, Felsenkeller  17.06 Uhr: Wagenstadt, katholische Kirche  17.12 Uhr: Bleichheim, Vogtstraße  17.18 Uhr: Broggingen, Rathaus

 Rückfahrt nach Ende der Veranstaltung

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