Herbolzheim Junge Erwachsene in der Region halten

Für den Bleichheimer Pfarrhof soll ein Konzept erarbeitet werden, um jungen Erwachsene attraktive Wohnangebote zu ermöglichen. Foto: Stadt

Herbolzheim - Das Projekt "Junges Wohnen: Zukunftsorientierte Wohnmodelle für junge Erwachsene durch Umnutzung von leerstehenden Gebäuden im Ortskern" startet mit sechs ausgewählten Modellkommunen: Eine davon ist die Stadt Herbolzheim, die anderen fünf sind Dornstadt, Riedlingen, Stühlingen, Schwäbisch Gmünd und Zaberfeld – aus dem Ortenaukreis ist keine Gemeinde dabei.

Ziel des Projekts ist es, attraktiven Wohnraum für junge Erwachsene im Ländlichen Raum zu schaffen. "In vielen ländlichen Gemeinden fehlt attraktiver Wohnraum, der den Wünschen und spezifischen Bedürfnissen von jungen Erwachsenen entspricht.

Das kann einer der Gründe sein, warum junge Menschen nicht im Ländlichen Raum bleiben oder nach Ausbildung oder Studium nicht wieder zurückkehren, obwohl genügend Arbeitsmöglichkeiten vorhanden wären und dringend Fachkräfte gebraucht werden.

Ehemaliger Pfarrhof in Bleichheim soll für Wohnprojekt genutzt werden

Gleichzeitig stehen in vielen Ortszentren Gebäude leer, die mit einem guten und finanziell tragfähigen Konzept einer neuen Nutzung zugeführt werden könnten", sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, in einer Pressemitteilung. Sein Ministerium unterstützt das Vorhaben mit einer Förderung von 125 000 Euro.

Herbolzheim ist eine von sechs über ein Interessenbekundungsverfahren ausgewählten Modellgemeinden, die einen begleiteten Planungsprozess durchlaufen werden, bei dem vor Ort geeignete Leerstände identifiziert, mögliche Finanzierungsmodelle vorgestellt und passgenau der Bedarf für Junges Wohnen ermittelt werden sollen. Am Ende des Modellprojekts sollen in den Modellkommunen konkrete und umsetzbare Pläne vorliegen.

Die Stadt Herbolzheim geht mit dem Gebäudekomplex des ehemaligen Pfarrhofs in Bleichheim ins Rennen. Gemäß den Projektkriterien würden die Planungen keine Neubauten, sondern eine Umnutzung der bestehenden Gebäude vorsehen. Diese sind in Besitz der katholischen Kirchengemeinde Herbolzheim-Rheinhausen. Der Grund und Boden gehört der Erzdiözese Freiburg.

Zu alt fürs Kinderzimmer, zu jung fürs Eigenheim

Bürgermeister Thomas Gedemer rechnete dem Herbolzheimer Vorschlag aufgrund des Zusammenwirkens von Stadt und Kirche von Anfang an gute Chancen aus. "Ich freue mich riesig, dass wir unter den vielen Bewerbern für dieses Pionierprojekt ausgewählt worden sind", so Gedemer in einer Pressemitteilung.

Seit einer Exkursion zu ähnlichen Projekten in Österreich 2020 ist der Herbolzheimer Bürgermeister begeistert von diesem Konzept, jungen Erwachsenen, die dem Kinderzimmer entwachsen, aber auch vom Eigenheim noch weit entfernt sind, kreative und angemessene Wohnformen zu bieten – gerade auf dem Land.

Das sieht auch Dekan Stefan Meisert so. Er erhofft sich von dieser Studie neue Impulse, die zu einer nachhaltigen Nutzung des Gebäudes führen könnten. Das Projekt soll im Herbst 2021 abgeschlossen werden.

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