Herbolzheim Eine Genussreise durch die Welt der Aromen

Die Gäste genossen ihre Reise durch die Welt der Gewürze, die Sommelière Astrid Hess stets mit den dazu passenden Gerichten und Weinen begleitete.. Foto: Bernhard Thürling Foto: Lahrer Zeitung

Herbolzheim. Die Aussicht auf den Genuss eines feinen Menüs mit passenden Weinen und auf Kenntniszuwachs, was Gewürze anbetrifft, hat fast 30 Gäste ins Herbolzheimer Torhaus gelockt. Eingeladen hatten der Arbeitskreis Tourismus und die Diplom-Sommelière Astrid Hess.

 

Claudia Bühler Tourismusbüro begrüßte als Hausherrin die erwartungsfrohen Gäste. So mancher von ihnen brachte gute Erfahrung aus ähnlichen Veranstaltungen vor Ort wie "Wein und Schokolade" oder "Wein und Schinken" mit. Zu Beginn gab es gleich einen RiSecco, einen Perlwein aus Müller-Thurgau und einen Riesling vom Weingut Ringwald.

Wein und Gewürze wirken beide durch Aromen, Duft, Farbe und Geschmack. Was liegt näher, als sie miteinander mit Augen, Nase und Gaumen zu genießen. Astrid Hess ließ ihre Zuhörer die Geschichte des Wegs der Gewürze von Indien über die Seidenstraße nach Europa nachvollziehen. Im Mittelalter dienten die Gewürze nicht nur dazu, den Geschmack der Speisen zu verbessern oder sie zu konservieren, sondern waren auch Statussymbole. Pfeffer wurde einst in Gold aufgewogen, "gepfefferte Preise" sind heute noch ein Begriff.

Wein zum Salat darf nicht zu trocken sein

Pfeffer in den Varianten rot, schwarz und weiß würzte dann auch den feinen Schafskäse, der begleitet von Rucola und Wassermelone auf den Tisch kam. Die fruchtige Note des Weißburgunders passte dazu. "Zum Salat darf der Wein nicht zu trocken sein, weil die Säure beider Komponenten leicht ein Zuviel ergibt", gab Hess noch als Tipp für zu Hause mit.

Als Curry wird kein Gewürz, sondern eine Gewürzmischung bezeichnet, zu der vor allem das die Farbe beisteuernde Kurkuma gehört sowie Chilli, Pfeffer, Koriander, Kreuzkümmel, Senfkörner und Bockshornklee. Auch Ingwer, Zimt oder Muskatblüte können dabei sein, erläuterte Hess. Die für ihre Küche nicht gerade berühmt gewordenen Engländer haben es in Nachahmung der indischen Küche erfunden. Die Currysuppe wurde flankiert vom "Gemischten Satz" aus dem Weingut Hollub. Der Österreicher lässt Reben verschiedener Sorte nebeneinander gedeihen. Die Trauben werden miteinander gelesen, zum "Gemischten Satz" vergoren.

Im Hinblick auf das Hauptgericht, ein Pollo fino mit Rauchpaprika und Gemüsebulgur, wandte sich Hess dem Thema Chilli und Paprika zu. Ursprünglich in Mexico beheimatet, gelangte die Pflanze über Asien, und die Türkei nach Ungarn, wo die Gemüsepaprika gezüchtet wurde. Gemüsepaprika im Bulgur und das mit Rauchpaprika gewürzte Hühnchen als Gericht führten zur Entscheidung der Sommelière, dazu einen Spätburgunder Rosé vom Weingut Schaudt und eine trockene Spätburgunder Spätlese von der Winzergenossenschaft Herbolzheim zu servieren. Bei der Zubereitung des Gerichts ließ sich Hess von ihrem Mann, Wolfgang Pätzold, unterstützen, der ein Cateringunternehmen in Holzhausen betreibt.

Zum süßen Abschluss schmeichelte eine Panna cotta mit Tonkabohne, Vanille und Gewürz-Pfirsich den Gaumen, sich abwechselnd mit Schlückchen einer Solaris Auslese vom Weingut Moosmann. Das Dessert bildete den gelungenen Abschluss des Abends, den die Sommelière und ihre Helferinnen, Claudia Bühler und Rosemarie Vetter, den Gästen beschert hatten.

"Blühender Naturpark Südschwarzwald": Auf einer Tour vom Herbolzheimer Höfle zum Schaubienenstand am Schänzle wird gezeigt, wie mit dem Ausbau von "Nischen" ein Beitrag zum Erhalt von Insekten geleistet wird. Weitere Infos gibt es bei Förster Christian Funke unter Telefon 0160/90 10 42 39. Treffpunkt ist am Sonntag, 12. August von 14 bis 17 Uhr beim Herbolzheimer Höfle. Die Tour ist kostenlos und es ist keine Anmeldung erforderlich.

  Geführte Radtour in das Tabakmuseum Mahlberg: Treff: Donnerstag, 16. August, um 10 Uhr bei der Tourist-Info im Torhaus, hinterer Eingang, die Gesamtkosten betragen fünf Euro.

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