Herbolzheim Deftiger Schlagabtausch in Brogginger Mundart

Im Stück "Emil für Dich" ging die Liebe manchmal auch durch den Bilderrahmen. Foto: Schnabl Foto: Lahrer Zeitung

Broggingen. Die Theaterwerkstatt hat wieder einmal die gut besuchte Lerchenberghalle zum Dauerlachen gebracht. Zur Aufführung kam die Verwechslungskomödie "Emil für Dich". Das Theaterensemble verstand es mit genialer Mimik und überzeugter Clownerei dem Publikum in urig-deftiger Brogginger Mundart beizubringen, welche Komplikationen und Verwirrungen entstehen, wenn Sprache nur ungenau angewandt wird.

Viele Jahrzehnte lang bot der Vorsitzende des Sportvereins, Günter Zimmermann, großes Theater von Laiendarsteller im Gasthaus Zur Sonne an. Inzwischen ist man aber auf die große Bühne der Lerchenberghalle übergesiedelt. Die war bei der Premiere des aktuellen Stücks gut besucht, die nächste Vorstellung findet am heutigen Samstag, 16. März um 19.30 Uhr statt. Saaleinlass ist ab 18.30 Uhr. Es gibt noch Karten an der Abendkasse, teilt der Verein mit.

Und darum geht es: Erholung und Zweisamkeit wollten sich Ursel (Yasmin Killius) und Thomas (Uwe Schöning) gönnen, was ihnen jedoch nicht gelang: Es kündigten sich die eingebildete herzkranke Mutter von Thomas (Elfriede Zähringer) sowie Ursels Vater Robert (Christian Hugo) an. Die Folge: Die Ursel und Thomas zankten sich aufgrund ihrer Eltern den ganzen Dreiakter durch.

Der eigentliche Grund der Eltern die Pension aufzusuchen, waren jedoch nicht ihre Kinder: Die beiden wollten jeweils ihre Internet-Bekanntschaft kennenlernen. Das Kennwort lautete E-Mail. Und da tauchte der Nachbar auf, der zufälligerweeise Emil (Rolf Stehlin) gerufen wird. Gleichwohl suchte auch er seinen Schatz im Gasthof. Es war nicht unbedingt Liebe auf den ersten Blick, aber die Sprachfehler-behaftete Ruth (Evi Kiesewetter) sollte seine Traumfrau werden.

Natürlich kommt es am laufenden Band zu Verwechslungen zwischen Robert und dem "lispelnden Zombie" Ruth. Auch zwischen Gertrude und "Schmusemätzchen" Emil, der wegen eines Gen-Defektes bei Frauen immer "schweinisch grantelte", waren Irrungen und Wirrungen vorprogrammiert.

Nicht nur aufgrund der bissigen Schlagabtauschs, sondern auch dank der bunt-schrägen Typen, die sich auf der Bühne versammelten, war es ein amüsantes Stell-Dich-ein. Ob es in den Gemächern zu Intimitäten zwischen irgendwelchen Protagonisten kam, beantwortet das Drehbuch nicht. Der am Ende restlos zufriedene Besucher durfte sich sein ureigenes Urteil bilden, als er zu hören bekam: "Es kam mit der wilden Wanze Bewegung auf wie beim Rodeo reiten".

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