Herbolzheim Das völlig verrückte Weihnachtshaus

Herbolzheim - Lichter-Rentiere auf dem Dach, ein Grinch im Pavillon und ein überdimensionaler Weihnachtsmann grüßt aus dem Garten – das sind Bilder wie man sie sonst nur aus amerikanischen Filmen kennt. In Herbolzheim ist all das nun Wirklichkeit geworden.

Menschen kommen von überall her nach Herbolzheim

Aus Lörrach, Rheinau oder sogar Karlsruhe kamen die Menschen in der Adventszeit nach Herbolzheim, um Sven Kovacs’ weihnachtlich geschmücktes Haus zu sehen. Das sogenannte "Weihnachtshaus von Herbolzheim" hat es nicht nur in den sozialen Medien mittlerweile zu einiger Berühmtheit gebracht. "Seit das Video mit den beiden Polizeibeamten auf Youtube gepostet wurde, ist hier brutal was los", berichtet Kovacs der Lahrer Zeitung. Auf dem Video sind zwei Polizisten zu sehen, die bei einer Streifenfahrt das Weihnachtshaus genauer unter die Lupe nehmen.

Polizei muss den Ansturm regeln 

"Am Sonntag nach dem Post war sogar so viel los, dass die Polizei bei mir anrief und mir half, den Ansturm zu regeln, um sicherzugehen, dass Corona-Abstände eingehalten werden und die Leute in der Straße ordentlich parken", erinnert er sich. 120 bis 150 Leute seien an diesem Tag vor seinem Haus gewesen, schätzt er. Auch jetzt sei , wenn die Deko eingeschaltet ist, vor allem am Wochenende ein ständiges Stop-and-Go in der Straße, in der "sonst vielleicht ein Auto pro Stunde durchfährt."

Geplant, sein Haus so berühmt zu machen, habe er aber nicht, so der Unternehmer. "Das war mehr Zufall. Es kam einfach jedes Jahr etwas dazu. Vor drei Jahren habe ich die ersten Lichterketten gekauft, letztes Jahr kamen dann die Großfiguren und dieses Jahr der sieben Meter hohe Weihnachtsmann und die sechs Meter hohe Zuckerstange", erklärt er. Diese und einige andere Komponenten stammen aus Amerika. Im Juli hatte er seine beiden Neuerwerbungen bestellt, zwei Monate hatte es gedauert, bis sie ankamen.

Stromrechnung beträgt 400 bis 500 Euro

Und wie lange dauert es, das ganze Haus zu schmücken? Kovacs kann es nicht genau sagen: "Ich fange am 1. November an und arbeite dann jeden Tag so ein bis drei Stunden, je nachdem, wie ich Lust und Zeit habe. Vor allem bei den Arbeiten und Sicherungen auf dem Dach muss man aufpassen, für diese braucht man trockenes Wetter."

Etwas 50 000 LED-Leuchten sind es, die Kovacs’ Haus so zum Strahlen bringen. Nicht nur die beiden Polizisten auf dem Youtube-Video fragen sich, wie hoch denn wohl seine Stromkosten für dieses weihnachtliche Spektakel sind. "Gar nicht mal so hoch. Vielleicht 400 bis 500 Euro", verrät der Reifenhändler lachend. "Dadurch dass alles mit LED betrieben wird, ist das überschaubar. Mit traditionellen Glühbirnen hingegen könnte man die Stromkosten kaum bezahlen."

Besonders jetzt in der Corona-Zeit gebe sein Haus den Menschen Freude und Hoffnung, ist er sich sicher: "Die Leute bedanken sich zum Teil richtig bei mir. Manche Familien mit Kindern aus der näheren Umgebung kommen regelmäßig hierher. Sie sind gerade sehr froh, dass es das Haus gibt, weil es auch sonst nichts gibt, was man mit den Kindern Weihnachtliches unternehmen könnte." Sein bisher schönstes Feedback sei eine Karte in seinem Briefkasten gewesen, auf der stand: "Vielen lieben Dank für einen Augenblick Weihnachtszauber in der seltsamen Zeit."

Weihnachtshaus leuchtet noch bis Januar 

Sven Kovacs wird das "Herbolzheimer Weihnachtshaus" "In der Kammerten 6" noch bis zum 6.Januar täglich von 15 bis 20 Uhr hell erstrahlen lassen. "Länger nicht, um die Leute nicht dazu zu verleiten, sich über die Ausgangssperre hinwegzusetzen", erklärt er. Auch sonst mahnt er die Besucher, sich an die Abstände und Corona-Vorschriften zu halten, "damit ich das Weihnachtshaus weiter erleuchten lassen kann".

Spenden für einen guten Zweck 

Dieses leuchtet übrigens auch für einen guten Zweck. Im Garten ist ein Pferd mit Anhänger als Figur aufgestellt. Wer mag, kann dort etwas für den Reiterhof "Maierhof" spenden. Dessen Vorräte waren bei der Scheunenbrand-Serie 2019 gleich zwei Mal hintereinander komplett vernichtet worden.

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