Herbolzheim Biotope müssen vernetzt werden

Die BUND-Ortsgruppe hat die Wanderausstellung "Verbundene Landschaft – Lebendige Vielfalt", in die Galurastadt geholt. Bis zum 9. November zeigt sie Lösungsmöglichkeiten für Umweltfragen auf.

Herbolzheim. Die Informationssammlung zeigt, wie Tieren und Pflanzen Lebensräume eingeengt werden und welche Rolle dabei die Biotopvernetzung spielt. Bei der Eröffnung referierten im vollbesetzten Torhaus Klemens Fritz vom Landratsamt und der BUND-Vorsitzende Peter Steiert.

Artenschutz beschränkt sich nicht nur auf große Tiere in freier Wildbahn. Die Artenvielfalt insgesamt geht auch in Baden-Württemberg drastisch zurück. Für einige geschützte Arten in der Region droht das Verschwinden aus der Landschaft Die Ursache: Durch Zerschneidung von Straßen und die intensive Bebauung gehen Lebensräume verloren, die mit dem Aussterben einiger Tierarten einhergehen.

Die Mitgliedsgruppen der "Herbolzheimer Agenda Natur" wollen dagegensteuern. 281 Biotope sind in Baden-Württemberg gefährdet. Im Umkehrschluss bedeutet das, 40 Prozent der Pflanzen und Tiere werden bedroht.

Deren Lebensräume gehören gesichert, forderte auch Klemens Fritz vom Amt für Naturschutz und Landschaftspflege. Ein Netz verbundener Biotope, das mindestens zehn Prozent der ausgewiesenen Fläche umfasst, müsse geschaffen werden, wie es das Bundesnaturschutzgesetz fordert. Das kann nur im Kleinen und vor der Haustüre verwirklicht werden.

Voneinander getrennte Biotopinseln sind für die Tiere oftmals ein Problem. Denn sie erreichen keine neuen, geeigneten Lebensräume, um zu jagen oder sich fortzupflanzen. Die Schaubilder veranschaulichen, warum verbundene Lebensräume für die Artenvielfalt wichtig sind und was der Mensch hierfür tun kann.

Nachdem Bürgermeister Thomas Gedemer die Einrichtung des runden Tisches der "Agenda Natur" als zukunftsweisende Einrichtung lobte, ging der BUND-Vorsitzende Peter Steiert auf die Arbeiten an Biotopen und deren Entwicklungsflächenein. Er wies auf die "Liesmatten" im hinteren Bleichtal hin. Dort wurde ein "Ersatztümpel" ausgebaggert, damit die Amphibien nicht über die lebensbedrohliche Landstraße  106 wandern. Ein Zaun auf 200 Meter Länge verhindere das Überqueren der Kleintiere am westlichen Ortseingang Bleichheims. Steiert fordert für diesem Bereich eine ordentliche Sanierung.

Die Herbolzheimer Agenda hat das Anschauungsmaterial mit eigenen Schautafeln zur Landschaft und Natur ergänzt. Beim intensiven Gedankenaustausch durch die Ausstellungsräume wurde abschließend Apfelsaft aus örtlichen Streuobstwiesen angeboten.

Der Zusammenschluss von Bund, Nabu, Bienenzuchtverein sowie der Stadt stehen für den Erhalt heimischer Tiere und Pflanzen ein. Das Ziel des vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft geförderten Modellprojektes will voneinander getrennte Lebensraum-Inseln in einem Biotopverbund integrieren

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