Herbolzheim Bewusst als Gemeinschaft agieren

Blicken auf eine erfolgreiche Visitation zurück (von links): Kirchengemeinderätin Renate Bannwarth, Pfarrer Oliver Wehrstein und Dekan Rüdiger Schulze. Foto: Göpfert Foto: Lahrer Zeitung

Die evangelische Kirchengemeinde Herbolzheim-Ringsheim hat ihre Visitation abgeschlossen. Im Anschluss an den Visitationsgottesdienst hat sie im Gemeindezentrum ihre neuen Ziele vorgestellt.

Von Julia Göpfert

Herbolzheim. Ziel der Visitation, der sich jede Kirchengemeinde regelmäßig unterziehen muss, ist es Innen- und Außenperspektive der Gemeinde zu verbinden. Dafür lagen der Visitationskommission, bestehend aus Dekan Rüdiger Schulze, Pfarrer Joachim Knab sowie den Bezirkskirchenrätinnen Dagmar Kleint und Doris Daute, zum einen die Zahlen und Daten der Gemeinde vor, zum anderen habe man im Gemeindebeirat darüber diskutiert wurde, was diese ausmache. Um ein umfassendes Bild zu bekommen, wurden auch Vertreter der weltlichen – wie Bürgermeister oder der HuG-Vorsitzende Philipp Ulmer – und der katholischen Gemeinde befragt.

Die Kirchengemeinde sei "eine sehr von Gott begabte mit vielen Aktivitäten und Chancen", was sich unter anderem in den überdurchschnittlichen Taufzahlen und dem neuen Gemeindehaus spiegle, so das Resultat des Dekans.

Allerdings gelte es bei den Visitationszielen die eigenen Ressourcen im Blick zu behalten, damit man sich nicht überfordere. Zudem sind Visitationsziele dazu da, neue Impulse zu setzen, sie dürfen nicht wiederholen, was es schon gibt. "Deshalb kommt auch das Ziel der Ökumene nicht vor, denn diese funktioniert in Herbolzheim bereits sehr gut", erklärte Pfarrer Oliver Wehrstein. Letztendlich wurden acht Visitationsziele festgelegt. Sie sind hier verkürzt dargestellt: Der Kirchengemeinderat will Chancen und Grenzen der Gemeinde reflektieren und im Blick behalten.   Das Konzept von CU6 ("Christliche unter 6"), das Familien in den Mittelpunkt stellt, soll über das sechste Lebensjahr hinaus bis zum zehnten oder zwölften Lebensjahr weiterentwickelt werden.  Der erweitere Gemeindebeirat unter dem Motto "Vitale Gemeinde" will unter anderem seinen Blick auch nach außen richten und bewusst als Gemeinschaft anstatt als Club funktionieren.Die Gruppe der 41- bis 60-Jährigen, die in der Gemeinde stark vertreten ist, soll verstärkt in den Blick genommen und mehr miteinbezogen werden – auch hinsichtlich einer Kandidatur bei den diesjährigen Kirchengemeinderatswahlen.Die evangelische Gemeinde Ringsheim will sich kontinuierlich weiterentwickeln. Ein erster Schritt soll eine Beteiligung am Dorf- und Gassenfest sein. Die Kooperation mit der katholischen Gemeinde und den benachbarten Kirchengemeinden soll fortgesetzt werden, insbesondere im Hinblick auf die Mitwirkung an den Aufgaben der Sozialstation.  Der Kirchengemeinderat sucht bis 2021 nach mindestens drei Mitarbeitenden für die Arbeit mit Senioren.  Die Zwischenvisitation findet Anfang 2021 statt.

"Gemeinsam unterwegs zu sein für eine gute Sache – etwas Besseres kann uns gar nicht passieren", erklärte Bürgermeister Thomas Gedemer beim Visitationsgottesdienst und zeigte gleich wie weltliche und geistliche Gemeinde miteinander verbunden sind. Er erklärte, dass die Gemeinde dem Wunsch nach einem barrierefreien Zugang zum Friedhof bei der Kirche am Berg entsprechen wolle. Um das zu ermöglichen wurden bereits zwei benachbarte Grundstücke gekauft. Am Montag fand eine Begehung der Anlage statt.

  • Bewertung
    0