Hausach Zur Premiere muss alles perfekt sein

Volle Konzentration: Jede Geste wird in der Stadthalle immer und immer wieder geprobt, bis alles perfekt ist. Foto: Kornfeld

Schon seit mehreren Monaten und obwohl einige von ihnen gleichzeitig im Abi-Stress stecken, proben die Schüler des RGG für die Aufführung der West Side Story. Sie legen dabei unglaublichen Einsatz und viel Begeisterung an den Tag.

 

Hausach . Grund genug, sich einmal eine Probe mit ihnen anzusehen und mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. Zum ersten Mal haben sie in der vergangenen Woche alle zusammen in der Stadthalle geprobt.

Das Musical beginnt damit, dass sich die verfeindeten Gruppen, die Jets und die Sharks, auf der Straße begegnen und es zu einer Auseinandersetzung kommt. Diese wird jedoch noch rechtzeitig von Officer Krupke unterbunden. Die Positionen der Solisten auf der Bühne werden von Regisseur "Gino" Santo verteilt und anschließend lässt er die Schüler improvisieren, einfach loslegen.

Jede Geste wird immer wieder neu geprobt

Aber dann gibt es immer wieder neue Regieanweisungen und die Gesten und die Mimik werden eingeübt. Diese eine Sequenz, die bei der Aufführung vielleicht drei Minuten dauert, wird eine Stunde lang immer wieder und wieder durchgesprochen und wiederholt.

"Ihr merkt, das Gepöbel dauert lange, wie geht es euch dabei? Ihr habt nur wenig Platz, wie sieht eure Aggression da aus?", fordert Santo die Darsteller heraus, die Situation nachzuempfinden und damit die verbundenen Gefühle nach außen zu zeigen. Sie machen einen Schritt nach vorne, ballen die Fäuste. Die Anspannung ist spürbar.

"Alles muss perfekt sein, innerlich und äußerlich, es darf keine unüberlegte Bewegung geben", sagt Dominik Haas, der den späteren Anführer der Jets, Diesel, spielt. Er steht, wie einige andere Darsteller, kurz vor dem Abi. Die doppelte Aufgabe, Abitur und Musical, bezeichnet er als "belastend, aber stemmbar".

Soraya Krischak ist in der Tanz- und Schauspielgruppe sowie im Chor und macht eine ähnliche Erfahrung: "Ich bin beim Musical und nebenbei mache ich noch Abi", sagt sie lachend. Die Lehrer des RGG tragen das ihre zum Gelingen bei. Sie geben Extrastunden für die Darsteller und nehmen Rücksicht beispielsweise bei der Terminwahl für Klausuren, erzählen die Schüler.

Philipp Rechenbach hat sein Abitur bereits 2016 gemacht. Er spielt Bernardo, den Anführer der Sharks und Bruder von Maria, der weiblichen Hauptrolle. Er hat bereits bei den RGG-Musicals "Hair", "Evita" und "Rent" mitgespielt. Obwohl er mittlerweile eine Ausbildung macht und beruflich eingebunden ist, war für ihn sofort klar, dass er wieder mitmacht, als Reinhardt Bäder, der die Gesamtleitung des Projekts West Side Story hat, ihn anrief.

Für die Schüler entsteht durch das Musical ein besonderer Zusammenhalt, das wird im Gespräch mit ihnen deutlich. sie müssen einander vertrauen, sich in den Tanzszenen auch mal ganz fallen lassen.

80 Schüler des Chors des Robert-Gerwig-Gymnasiums, Solisten (Schüler und Ehemalige), 18 Musiker und eine Tanzgruppe bilden das Ensemble. Unterstützt werden sie von engagierten Mitschülern, Freunden, Lehrern und der Eltern.

Die Aufführungen des RGG-Musicals "West Side Story" finden jeweils ab 19.30 Uhr in der Stadthalle statt, und zwar am

  Freitag, 15. Juni

  Samstag, 16. Juni

 Sonntag, 17. Juni

  Mittwoch, 20. Juni

  Freitag, 22. Juni

Bis es soweit ist, wirft der Schwarzwälder Bote regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen und begleitet die Vorbereitungen auf und hinter der Bühne. Weitere Informationen zum Musical gibt es auf der eigens erstellten Internetseite der Schule unter http://rgg-musicals. de.

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