Hausach "Wir sollten die Chance nutzen!"

Christine Störr
Hausach und Einbach sollen in Phase II ausgebaut werden, die Außenlagen zu einem späteren Zeitpunkt betrachtet werden. Foto: Störr

Internet: Neue Förderkulisse für Breitbandausbau / Kostenanteil für Gemeinde könnte reduziert werden

Die neue Förderkulisse für den Breitbandausbau beeinflusst das Vorgehen in Hausach. Wo bisher von sechs Ausbaugebieten ausgegangen wurde, werden nun nur noch zwei Ortsteile benannt, die in Phase II für zehn Millionen Euro ausgebaut werden.

Hausach. Als Geschäftsführer der Breitband Ortenau informierte Josef Glöckl-Frohnholzer verwies zu Beginn auf die Bemühungen, neben dem geförderten Ausbau auch einen eigenwirtschaftlichen Ausbau hinzubekommen. Er warb für die Zusammenarbeit mit der Firma UGG, die bereits in verschiedenen Gemeinden wie Hofstetten und Mühlenbach mit im Boot ist, um die sogenannten grauen Flecken im Ort auszubauen. Durch das Engagement der UGG werde sich der Kostenanteil der Gemeinde Hausach von etwa einer Million Euro (zehn Prozent der Gesamtkosten) deutlich reduzieren. Ob die beiden bewohnten Außenlagen im Adlersbach und im Hauserbach gleich angeschlossen oder dafür individuelle Lösungen gesucht werden, ist derzeit noch offen. Als Außenlage zählt, was mindestens 400 Meter vom nächsten Gebäude entfernt ist.

Die Kosten für den Ausbau Hausachs bezifferte der Geschäftsführer mit 2,09 Millionen Euro, den Ausbau des Einbachs mit 7,4 Millionen Euro. Das Land und der Bund fördern 90 Prozent dieser Kosten. Bei den Außenlagen würden andere Fördersätze gelten, der Gemeinde würden Kosten in Höhe von etwa 80 000 Euro entstehen. Als Alternative verwies Glöckl-Frohnholzer auf einen "Starlink"-Anschluss, der vom amerikanischen Raumfahrt-Unternehmen SpaceX entwickelt wurde.

Gemeinde muss 80 000 Euro selbst zahlen

Für Bürgermeister Wolfgang Hermann betonte: "Wir sollten die Chance nutzen!" Die Förderkulisse sei hervorragend, und wenn jetzt nicht ausgebaut werde sei es fraglich, wann es die nächste Gelegenheit dazu gebe. Gemeinderat Bernhard Kohmann (SPD) erkundigte sich nach dem Mitspracherecht der Gemeinde in Sachen Ausbauplanung. Josef Glöckl-Frohnholzer erklärte den Ausbau in verschiedenen Losen, die sich in der Größenordnung von vier Millionen Euro bewegen würden. Dabei sollten auch Zweckverbände mit eingebunden werden, wenn beispielsweise Wasser mit verlegt werden muss. Stefan Armbruster (FW) sah in "Starlink" eine mögliche Zwischenlösung bis zum Glasfaseranschluss für die Bewohner im Einbach. Ob sich der Zwischenschritt aber möglicherweise Förderschädlich auf den Glasfaser-Ausbau auswirken könnte, blieb offen. Josef Glöckl-Frohnholzer habe bereits eine Anfrage an entsprechender Stelle laufen, bisher aber noch keine Antwort bekommen. Diese werde nachgereicht. Tobias Kamm (FW) sah im schnellen Internet eine Grundversorgung wie beim Strom: "Das müssen wir gewährleisten." Im "Starlink" sah er lediglich eine Brücken-Technologie, weshalb er die Glasfaser bis in die beiden bewohnten Außenlagen sehen wollte.

Dem Beschluss-Vorschlag von Bürgermeister Wolfgang Hermann folgte der Gemeinderat einstimmig, Hausach und Einbach wird in Phase II ausgebaut, die Außenlagen zu einem späteren Zeitpunkt betrachtet.

Hausach hatte bei der Marktbefragung 2020 101 sogenannte weiße (Versorgung unter 30 Megabit pro Sekunde) und 78 graue Flecken (unter 100 Mbit/sec). Bereits in der Phase 1a werden die Hausacher Schulen mit einem Glasfaser-Anschluss versorgt, in Phase II werden Hausach und Einbach angeschlossen.