Hausach "Wald geht es momentan nicht gut"

Das Rockenjhr 2018 macht den Wäldern zu schaffen – auch dem Hausacher Stadtwald. Foto: Reinhard

Hausach - Nach dem Trockenjahr 2018 geht es den Wäldern schlecht. Das hat sich auch an dem Bericht zum Vollzugsjahr 2018 des Hausacher Stadtwalds gezeigt, der in der Ratssitzung am Montag vorgestellt wurde.

"Das Jahr 2018 ist alles andere als geplant verlaufen", sagte Silke Lanninger vom Forstamt Wolfach eingangs. "Nach dem Schneebruch folgte gleich der Borkenkäfer. Dem Wald geht es momentan nicht gut." Die Bäume seien durch die Trockenheit im Sommer langfristig geschädigt worden. Sie habe die Pflanzen anfälliger gemacht für Schädlinge, die durch das Wetter – 40 Prozent weniger Niederschlag als normal, dafür aber zwei Grad wärmer – ideale Bedingungen hatten. Betroffen seien alle Bäume gewesen, einige mehr, andere weniger. "Auch 2019 rechnen wir mit keinem planmäßigen Jahr", meinte Lanninger. Insgesamt gesehen sei Hausach allerdings noch glimpflich davon gekommen.

Was genau das bedeutet, erläuterte Georg Fletschinger vom Landratsamt, indem er die Hiebzahlen für das Jahr 2018 vorstellte. "Der Wald wird sich verändern, das steht fest", schickte er voraus. "Ob nun aktivisch durch uns oder nicht."

416 Festmeter Dürre- und Käferholz

2018 seien insgesamt 2667 Festmeter geschlagen worden, 416 davon seien Dürre- und Käferholz gewesen. 1229 Festmeter entfielen auf Sturmholz.

Die Einnahmen durch Holzerlöse betrugen 115 161 Euro. Zusammen mit Jagdpacht, der Pacht der Grillhütte, einer Spende für den Abenteuerweg und Leistungen für das Ökokonto kamen 117 852 Euro an Einnahmen zusammen.

Auf der Ausgabenseite standen 59 228 Euro – der Großteil davon (20 133 Euro) entfielen auf Verwaltung, Steuern und Gebühren. Weitere Posten waren die Holzernte (15 676 Euro), Wegeunterhaltung (7555 Euro) die Räumung des Schlossbergs (5137 Euro), Bestandspflege (2042 Euro) und das Sicherstellen der Erholungsfunktion (8685 Euro).

Das Betriebsergebnis beträgt somit 58 624 Euro. "Damit kann man noch ganz zufrieden sein", kommentierte Fletschinger.

Auch die Zahlen zum Naturalvollzug stellte Fletschinger vor. 2018 wurden zwei Hektar Jungbestand gepflegt sowie eine Wertästung bei 150 Tannen und 30 Fichten vorgenommen.

Für 2019 planen Forst- und Landratsamt mit einem Hiebsatz von 2400 Festmetern – 1000 davon auf dem Ballen, 1400 auf dem Alt-Wolfacher-Kopf. Zwei Hektar Jungbestand auf dem Wannenbach sollen gepflegt werden; eine Wertästung bei 100 Bäumen auf dem Ballenkopf vorgenommen werden.

Bei den Einnahmen wird mit Holzerlösen in Höhe von 96 000 Euro gerechnet. Die Jagdpacht soll 1200 Euro, die Verrechnung des Ökokontos 800 und die Vermietung der Grillhütte 800 Euro einbringen. Das ergibt zusammen Einnahmen von 98 800 Euro. Auf der Ausgabenseite stehen insgesamt 78 900 Euro. Die Posten dort sind unter anderem die Holzernte (Einschlag Käferholz) mit 20 000 Euro, die Abholzung des Schlossbergs (15 000 Euro) sowie Ausgabe für Verwaltung, Steuern und Gebühren (20 800 Euro).

Im Ergebnishaushalt steht somit ein Betriebsergebnis von 19 900 Euro. "Das ist mager", kommentierte Fletschinger. "Wir haben ein Käferjahr", sagte Lanninger, "Wir müssen auf Sicht fahren und schauen, was die Natur uns auferzwingt und wann was geht."

Der Gemeinderat nahm den Bericht über das Fortwirtschaftsjahr 2018 sowie die Planung für 2019 zur Kenntnis.

2018:

Hieb: 2667 Festmeter

Einnahmen: 117 852 Euro

Ausgaben: 59 228 Euro

Ergebnis: 58 624 Euro

Plan 2019:

Hieb: 2400 Festmeter

Einnahmen: 98 800 Euro

Ausgaben: 78 900 Euro

Ergebnis: 19 900 Euro

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